Seite auswählen

Drucken, Fine Art Printing Teil 3 Workflow.

Drucken, Fine Art Printing Teil 3 Workflow.

Im dritten Teil meiner kleinen Reihe „Fine Art Printing“ geht es um den Workflow vor und während des Druckens. Was ist in der Vorbereitung zu beachten. Gerade auch der eigentlichen Bildentwicklung sollte man hier erhöhte Aufmerksamkeit schenken! Müssen die Bilder extra geschärft werden? Anschließend noch einiges zu Umgang und „Wartung“ mit den Druckern.

Drucken, Fine Art Printing,

Teil 3, Workflow vor und während des Druckens

Ablauf vor dem Drucken / Bildentwicklung

Alles beginnt mit der Korrektur der Bilder im Bildbearbeitungsprogramm. Hier werden in einem ersten Schritt die „Basis“ – Korrekturen durchgeführt:

  • Horizont begradigen
  • Bild beschneiden
  • Objektivfehler korrigieren
  • Weissabgleich / Farbstich entfernen
  • Hell / Dunkel / Kontrast
  • Schärfen

Damit verfügen wir nun über eine erste Rohentwicklung, welche die Richtung für die endgültige Ausarbeitung vorgibt. Oftmals ist das Bild jetzt schon „technisch“ OK, entspricht aber nicht unserem „Kopfbild“ zum Zeitpunkt der Aufnahme. Der folgende Prozess soll nun dazu dienen, diese „beiden“ Bilder zur Deckung zu bringen.

Da wir keine dokumentarischen Fotos machen, können wir nun mithilfe der Regler z.B. in Lightroom einem technisch korrekt belichteten Bild in der weiteren Bearbeitung  noch  zu etwas mehr Ausdruck verhelfen. Hierbei soll lediglich die natürlich schon vorhandene Bildaussage durch weiteres „Feintuning“ stärker betont werden.

Das Ergebnis ist jetzt eine erste Bildentwicklung, die technisch so weit OK ist. Für den eigentlichen Druck muss diese aber noch etwas aufbereitet werden. Erst werden die Korrekturen für das gesamte Bild ausgeführt. Im Anschluss dann selektiv evtl. nur noch bestimmte Bereiche retuschiert. In diesem Stadium sollten wir uns schon darüber im Klaren sein, welches Papier wir verwenden wollen, um die weiteren „Korrekturen“ entsprechend zu gestalten.

Je nach Papier müssen wir mit unterschiedlichen Einschränkungen in Kontrast und Farbumfang leben. Wenn wir dies im jetzigen Stadium mit berücksichtigen, können wir unliebsame Überraschungen beim Druck jetzt schon ausschließen. Ein guter ausgewogener Druck zeichnet sich durch einen genau auf das jeweilige Motiv abgestimmten Tonwertumfang aus! Dies zu erreichen ist nicht immer einfach und erfordert mitunter Kompromisse. Papiere liefern weder den hohen Kontrast unserer Bildschirme noch haben alle einen identischen Farbumfang.

Fine Art Printing, Entwicklungsschritte

Der Tonwertumfang setzt sich aus folgenden Bearbeitungsschritten zusammen:

  • Helligkeit
  • Kontrast, jeweils Mitteltöne, Tiefen, Lichter
  • Farbverläufe
  • Mikrokontraste
  • Skalieren
  • Schärfen

Dabei bedienen wir uns der Gradationskurve und der Tonwertkorrektur in Photoshop und Lightroom. Wir beginnen mit der Helligkeit, genauer genommen mit Lichtern, Mitteltönen und Tiefen. Für die meisten Bilder ist es sicherlich sinnvoll, wenn sowohl in den Lichtern als auch in den Tiefen noch Zeichnung vorhanden ist. Anschließend kommen wir  zum Kontrast.

Hier trennt sich für einen guten Druck die Spreu vom Weizen. Zu geringer Kontrast führt zu flauen, konturlosen Bildern. Bei zu viel erhalten wir schnell harte Übergänge. Hier kommt es natürlich auch viel auf Motiv und die beabsichtigte Wirkung des Bildes an. Was dem einen gefällt, findet der nächste eher nicht so toll. Zuerst korrigieren wir das Bild wieder global. Gibt es dann noch Handlungsbedarf, erfolgt die selektive Korrektur mithilfe von Masken oder Ebenen.

Lightroom Bildbentwicklung

Danach folgt die Farboptimierung. Nachdem wir anfangs schon den Weißabgleich gesetzt und eventuelle Farbstiche entfernt haben, geht es jetzt eigentlich nur noch um Feinheiten. Diese Korrekturen finden größtenteils selektiv statt. Auch lässt sich der Weißabgleich hier noch z.B. im Bereich der Schatten (Blaustich) partiell optimieren. Schlussendlich kümmern wir uns noch um die sog. Mikrokontraste, in Lightroom z.B. mit Klarheit bezeichnet. Darauf folgt das Skalieren und abschließend nochmaliges Schärfen des Bildes.

lightroom schärferegler

Lightroom Bilder schärfen

Jeder dieser einzelnen Bearbeitungsschritte ist je nach Motiv und Ausdruck mehr oder weniger intensiv in der Bearbeitung. Zu beachten ist natürlich auch, dass ich diesen Arbeitsablauf hauptsächlich bei Bildern anwende, welche ich dann selbst auf hochwertigen Fine Art Papieren ausdrucke. Als Drucker verwende ich im Übrigen einen Epson SC P 800 *.

Meine Erfahrungen mit diesem Drucker könnt ihr hier nachlesen. Also ist diese intensive Bearbeitung eher die Ausnahme! Längst nicht jedes Bild ist auch so „anspruchsvoll“, was die Bearbeitung angeht. Dies soll hier auch nur grob den Arbeitsablauf bis zum eigentlichen Druck darstellen.

Fine Art Printing, der eigentliche Druck

Vor jedem Druck sollten wir einen Düsentest durchführen. Gegebenenfalls die Druckkopfreinigung anstoßen. Anschließend kommen wir zu den Einstellungen im eigentlichen Druckertreiber. In der Regel sollten wir uns an die Vorgaben der Papierhersteller halten. Erst wenn es Probleme gibt, würde ich hier nachjustieren. Der absolut wichtigste Punkt ist die Einstellung zum Farbmanagement, wenn wir hier etwas falsch machen, können wir unseren Druck vergessen! Insgesamt gibt es hier vier Möglichkeiten:

  • Der Drucker übernimmt die Farbberechnung.
  • Die Anwendung, z.B Lightroom übernimmt die Umrechnung.
  • Man stellt im Treiber auf Automatisch.
  • Das Betriebssystem kümmert sich automatisch um alles.

Allerdings gibt es immer nur eine Einstellmöglichkeit an einem Ort. Da ich in der Regel mit speziellen Farbprofilen von Papierherstellern arbeite, übernimmt bei mir Lightroom die Farbumsetzung. Das bedeutet, ich wähle in Lightroom ein Farbprofil passend zu meinem Papier aus. Dieses Farbprofil muss zwingend vorab manuell installiert werden. Einige wenige Profile, in diesem Fall natürlich von Epson, werden mitinstalliert, wenn der Druckertreiber installiert wird. Profile von Tecco oder Hahnemühle muss man aber manuell nachinstallieren.

lupe,farbkarte,nahaufnahme

Danach stelle ich im Druckertreiber im Bereich „Modus“ die Farbumsetzung durch Drucker auf „Aus“, keine Farbkorrektur! Damit ist sichergestellt, dass Lightroom allein die Farbumsetzung anhand des speziellen Farbprofiles des Papierherstellers übernimmt. Der Drucker  führt keinerlei eigene Umsetzung durch und übernimmt die Daten  komplett von Lightroom. Somit werden wir ein farblich 100 % korrektes Druckergebnis bekommen. Meine Artikelserie Farbmanagement für Anfänger findet ihr hier. Meinen Artikel zum Farbmanagement hier.

Möchten wir auf Papieren drucken, für die es keine Farbprofile (oder z.B. Schwarz Weiss) gibt, müssen wir im Bereich Modus in Lightroom die Einstellung „vom Drucker verwaltet“ vorwählen. Dies bedeutet, dass nun die gesamte Farbumsetzung vom Drucker übernommen wird. Nun müssen wir im Druckertreiber diese natürlich wieder aktivieren. Dieses Vorgehen sollte die absolute Ausnahme sein. Denn in der Regel sind die Ergebnisse nur eine grobe „Annäherung“ an das Originalbild. In jedem Fall müssen wir im Treiber natürlich vorab das entsprechende Medium (Foto / Glanz / Matt etc.) auswählen, auch die Qualitätsoptionen müssen wir unabhängig vom Farbprofil wählen.

Verschiedene Fotopapiere

Auf die letzten beiden Möglichkeiten möchte ich nicht weiter eingehen, da die Ergebnisse noch schlechter sind. Ich gehe davon aus, wenn jemand sich mit Fine Art Printing beschäftigt, kann er nur ein Interesse haben: und zwar die Farben möglichst zu 100 % vom Originalbild zu treffen. Bevor wir dann im Großformat drucken, sollten wir evtl. noch einen kleinen Probedruck in A4 durchführen. Anhand dieses Musters lassen sich dann etwaige Korrekturen noch rechtzeitig ausführen.

Verschiedene Acryl fotorahmen

Acrylaufsteller*für die schnelle und flexible Präsentation.

Ich wünsche euch nun viel Erfolg beim Drucken! Sollten Fragen auftauchen, werde ich versuchen, diese zeitnah zu beantworten. Ich hoffe, wir sehen uns in Teil 4 wieder. Hier wird es um die verschiedenen Papiere für Fine Art Printing gehen. Ich werde verschiedene Papierarten vorstellen und meine Favoriten verraten.

Hier geht es zu meinen PDFs Drucken & Fine Art Printing im Shop.

Drucken, Fine Art Printing Teil 1

Drucken, Fine Art Printing Teil 2

 

 

* Mit einem Stern gekennzeichnete Links sind externe Partner-Links (Affiliate Links). Ihr unterstützt mich, wenn ihr darüber bestellt. Für euch entstehen keine zusätzlichen Kosten. Vielen Dank!

Letzte Aktualisierung am 11.08.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

Beiträge / Archiv

Kategorien

Nikon Objektive

Abonniere meinen Newsletter!

Flickr Auswahl Stefan Mohme

Letzte Kommentare

Werbung

zeitung,überschrift,stift,brille

Immer die aktuellsten Fotonews erhalten!

Vielen Dank für Dein Vertrauen! Mein Newsletter informiert Dich über alles was mit Fotografie und Wandern zu tun hat. Informationen zu den Inhalten, der Protokollierung Deiner Anmeldung, dem Versand über den französischen Anbieter Mail Poet, der statischen Auswertung sowie den Abbestellmöglichkeiten, erhälst Du in der Datenschutzerklärung.

Du hast Dich erfolgreich angemeldet!