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Die Weitwinkelfotografie, mein Praxislehrgang Teil 2: Was ist Weitwinkel, die Grundlagen?

Die Weitwinkelfotografie, mein Praxislehrgang Teil 2: Was ist Weitwinkel, die Grundlagen?

Die Weitwinkelfotografie, mein Praxislehrgang Teil 2: Was ist Weitwinkel, die Grundlagen? Wenn es doch nur so einfach wäre,14 mm Weitwinkelobjektiv an die Kamera schrauben und die weite spektakuläre Landschaft auf den Bildern mit nach Hause nehmen. Leider macht sich beim Betrachten der Bilder zu Hause dann oftmals Ernüchterung breit! Wieso ist das so?

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Weitwinkelobjektive mit sehr kurzen Brennweiten (ca. 10-24 mm) können richtig eingesetzt sehr viel Dramatik, Weite, Opulenz und Größenverhältnisse in das fertige Bild transportieren. Diese dramatischen Effekte nehmen ab, je länger die Brennweite wird.

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Die Weitwinkelfotografie, mein Praxislehrgang Teil 2: Was ist Weitwinkel, die Grundlagen?

Die Weitwinkelfotografie entfaltet ihre eindrucksvolle Wirkung vor allem beim Fotografieren weiträumiger Landschaften. Diese Aufnahmen ermöglichen Einblicke in Szenarien, die für das menschliche Auge normalerweise zu groß sind, um sie auf einmal zu erfassen. Das macht die Weitwinkelfotografie so faszinierend und in vielen Situationen unverzichtbar.

Fotografen könnten also denken, dass die einzige Funktion des Superweitwinkels ist, mehr vom Motiv auf das Bild zu bekommen. Das ist grundsätzlich zwar richtig, aber eben nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit ist das Superweitwinkel perfekt dafür geeignet, eine außergewöhnliche Perspektive einzunehmen und von diesem Standpunkt aus ein wirklich besonderes Foto zu schaffen. Ja, die Brennweite macht den Ausschnitt.

Weitwinkelobjektive haben eine Brennweite von 35 mm oder kürzer. Sie bieten damit einen größeren Bildwinkel als Normalobjektive. Je größer der Bildwinkel, desto größer ist der Bildausschnitt, den du von einer Szene erfassen kannst. Da sich diese Objektive für viele Situationen eignen, haben die meisten Fotografen stets mindestens ein Weitwinkelobjektiv dabei.

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Brennweiten und Bildwinkel

Weitwinkelobjektive gehören zur Standardausrüstung der meisten Landschaftsfotografen. Mit ihnen lässt sich die Weite einer Szenerie oder auch des Sternenhimmels darstellen. Neben der Landschaftsfotografie kommen die Objektive auch häufig bei Architektur- und Immobilienfotos zum Einsatz. Generell kann ein Weitwinkelobjektiv aber jedes Motiv weiter, geräumiger und beeindruckender erscheinen lassen.

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Ostsee Schwedeneck mit Nikon Z 7 & Z 14-24 mm F/2,8 S

Straßenfotografen arbeiten in der Regel mit einer Brennweite von 35 mm. Dies entspricht in etwa dem, wie wir die Welt mit dem bloßen Auge sehen. Weitwinkelobjektive eignen sich auch für die Reisefotografie. Durch die kurze Brennweite ist man bei der Vielfalt an Motiven auf Reisen flexibler.

Das Grundverständnis

Brennweite

Die Brennweite des Objektivs lässt sich nicht direkt auf den Bildwinkel übertragen. Wie viel man tatsächlich in ein Bild hinein bekommt, hängt auch von der Sensorgröße der Kamera ab. Ein 24-mm-Objektiv ergibt z. B. bei einer Vollformatkamera einen Bildwinkel von ca. 84 Grad. Auf einer Crop-Sensor-Kamera wie einer APS-C würde dasselbe Objektiv aber einen Bildwinkel von nur 61 Grad erzielen.

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Toskana Maremma mit Nikon D 7100 & Sigma 10-20 mm F/3,5

Standard-Weitwinkelobjektiv.

Als „Standard“ gelten in der Regel Objektive mit einer Brennweite zwischen 24 mm und 35 mm. In diesem Bereich lassen sich gute Weitwinkelaufnahmen ohne übermäßige Verzerrung erzielen. Um enge Blicke wie Straßenschluchten oder kleine Zimmer zu öffnen, empfiehlt sich aber eine kürzere Brennweite.

Weitwinkelobjektiv.

Diese Objektive weisen eine Brennweite zwischen 16 mm und 24 mm auf. Sie fallen damit nicht in den Fischaugenbereich, in dem das Bild extrem gedehnt wird. Die meisten Landschaftsfotografen wählen eine Brennweite aus diesem Spektrum. Die Objektive eignen sich aber auch für zahlreiche Alltagssituationen.

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Nikon Z 7 & Z 14–30 mm F/4,0

Ultra-Weitwinkelobjektiv.

In diese Kategorie fallen Objektive mit einer Brennweite unter 16 mm. Solche Spezialobjektive werden größtenteils nur für ganz bestimmte Szenarien verwendet, etwa bei Fotos der gesamten Breite der Milchstraße. Eine Unterart der Ultra-Weitwinkelobjektive sind Fischaugenobjektive, die aufgrund ihres 180-Grad-Bildwinkels die charakteristisch verzerrten, kreisförmigen Bilder erzeugen.

Zoomobjektiv oder Festbrennweite? Diese Frage wird beim Kauf von vielen Objektiven gestellt und gerade auch bei Weitwinkelobjektiven. Ich persönlich würde mich für ein sehr gutes Zoomobjektiv entscheiden, wenn es um den Bereich 14 mm bis 24 mm geht, da die Flexibilität einfach viel besser ist. In der Architekturfotografie kann man so zum Beispiel ohne den Standort mit dem Stativ verändern zu müssen, von Weitwinkel in Superweitwinkel wechseln und damit in unterschiedliche Bildwinkel einstellen.

Tiefe

Immer wieder liest man ja, dass der Bildwinkel eines 50 mm Objektives ungefähr dem entspricht, was das menschliche Auge sieht. In der Realität ist der Bildwinkel unserer Augen aber weitaus größer. Vermutlich bezieht sich diese Aussage auf die Tiefenabbildung. Also die Proportionen der verschieden weit von der Kamera entfernten Dinge. Dies scheint das 50 mm tatsächlich in etwa so abzubilden wie das menschliche Auge es sieht.

Nikon 35mm F/1,8 s-Line Objektiv & Nikon z7

Nikon Z 7 & Z 35 mm F/1,8 S

Daraus folgt also, dass wir bei Verwendung einer kurzen Brennweite sprich Weitwinkel, wir zwar den Bildwinkel vergrößern, allerdings verändert sich damit auch die Tiefendarstellung. Wir kennen das alle, je weitwinkliger wir fotografieren, desto extremer werden die Unterschiede. Alles, was sich nahe am Objektiv befindet, wird im Bild stark überzeichnet, alles, was weiter entfernt ist, wird mit zunehmender Entfernung überproportional kleiner.

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Landschaft Kroatien Insel Pag Mars Trail mit Nikon D 750 & Tamron 15-30 mm F/2,8

Wie im Bild zu erkennen, Steine und Gestrüpp im Vordergrund dominieren das Bild. Der Berg im Hintergrund verliert sich fast im Bild. Durch Weitwinkel können Größenunterschiede sehr deutlich hervorgehoben werden, sodass eine unglaubliche räumliche Tiefe und Plastizität entstehen kann. Bei Weitwinkelaufnahmen sollte man darauf achten, dass das Auge einen Anhaltspunkt im Bild findet. Mit der Versuchung, möglichst viel auf ein Bild zu bekommen, läuft man sehr schnell Gefahr, das eigentliche Motiv aus dem Auge zu verlieren.

Nikon Weitwinkelzoom 14-24 F/2,8 + 14-30mm F/4

Nikon Z 14-30 mm F/4,0 links & Z 14-24 mm F/2,8 S rechts

Deshalb sollte man eine Person oder ein Objekt im Vordergrund platzieren, damit das Auge später nicht ziellos auf dem Bild umherwandert. Die Vielfalt der Linien, Formen, Details und Strukturen sowie die große Schärfentiefe im Bild machen es dem Betrachter oft schwer, das eigentliche Motiv auszumachen. Gestaltendes Ordnen vorab ist daher in der Weitwinkelfotografie entscheidend.

Gerade beim Superweitwinkel hilft viel nicht wirklich viel. Ganz im Gegenteil, mit zu viel im Bild wird der Betrachter abgelenkt und die Landschaft wirkt zugestellt. Bei der Bildgestaltung ist es also äußerst hilfreich, den Betrachter gezielt durch das Bild zu führen.

Landschaft Natur Europa, Landschaftsfotografie

Italien Dolomiten Wanderweg mit Nikon D7100 & Sigma 10- 20 mm F/3,5

Einsteiger haben oft Schwierigkeiten, beim Fotografieren mit einem Weitwinkel, den optimalen Bildausschnitt zu finden. Durch den großen Bildwinkel fällt es schwer, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Oft sind überladene Aufnahmen das Ergebnis der ersten Versuche.

Eine der größten Herausforderungen in der Weitwinkelfotografie ist die große Anzahl an „Dingen“ und die starken Helligkeitsschwankungen. Unser Hauptmotiv muss sich also oftmals gegen eine hohe Zahl konkurrierender Dinge im Bild um die Aufmerksamkeit durchsetzen.

Der Bildausschnitt

So schön der große Bildwinkel ist: Es gelangt dann auch viel auf den Sensor. Ehe man sich versieht, baumelt von oben ein Ast ins Bild, mogelt sich in der Bildecke ein Passant in den Bildausschnitt oder ragt ein überflüssiges Gestrüpp in den Vordergrund. Ein sorgsamer Bildaufbau ist deshalb hilfreich, um nur das gewünschte Motiv auf den Sensor zu bannen. Also Bild vorab aufräumen!

Sigma 10-20 mm F/3,5 für Nikon APS C

Das bedeutet grundsätzlich eine sehr sorgfältige Bildkomposition, um am Ende nicht nur einfach „viel“ auf dem Bild zu haben. Glücklicherweise gibt es einige Grundregeln und Hilfestellungen in der Fotografie, welche uns dabei unterstützen unser Hauptmotiv gut in Szene zu setzen! Sehr hilfreich ist die Gestaltung/Aufteilung des Bildes in Vorder-, Mittel- und Hintergrund.

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Slowenien Triglav Nationalpark mit Nikon D750 & Tamron 15-30 mm F/2,8

Das Hauptmotiv sollte deutlich erkennbar sein und natürlich scharf abgebildet werden. Häufig ist eine tiefe Perspektive von Vorteil, verhilft sie doch gerade dem Vordergrund zu einer gewissen Dominanz. Dabei wird noch ein weiterer Effekt deutlich, der Betrachter wird über diesen Vordergrund praktisch in das Bild geführt. Auch kann man damit vermeiden, dass ein langweiliger blauer Himmel zu viel Bildinhalt bekommt.

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Nikon Z 35 mm F/1,8

Der Aufnahmestandpunkt ist gerade beim Superweitwinkel von entscheidender Bedeutung! Wichtiger Bestandteil vieler „guter“ Superweitwinkel-Aufnahmen ist auch ein besonderer Vordergrund! Das alles zusammen mit durchgehender Schärfe von vorne bis hinten charakterisiert eine wirklich gute Aufnahme, die mittels Superweitwinkel gemacht wurde!

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Madeira Pico Arieiro mit Nikon Z 7 & Z 14-24 mm F/2,8 S

Natürlich ist Schärfe ein großes und wichtiges Thema bei weitwinkligen Landschaftsaufnahmen. Hier sind Superweitwinkel deutlich im Vorteil. Je kürzer nämlich die Brennweiten sind, desto höher ist auch die Schärfentiefe im Bild. Das bedeutet ein 14 mm Weitwinkel abgeblendet auf 8 oder 11 besitzt ausreichend Schärfentiefe, um die entsprechenden Landschaften vom Vorder- bis zum Hintergrund durchweg scharf abzubilden.

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Nikon D750 & Tamron 15-30 mm F/2,8

Eine der grundsätzlichen Herausforderungen in der Fotografie ist es, die drei Dimensionen der Realität in die zweidimensionale Abbildung zu überführen! Um also in einem zweidimensionalen Foto die dritte Dimension der fotografierten Realität herauszuarbeiten, muss ein räumlicher Eindruck her. Bei Landschaftsaufnahmen ergibt sich eine Tiefenstaffelung daher häufig durch die Betonung, zumindest aber die überlegte Einbeziehung des Vordergrundes. Landschaftsbilder ohne Vordergrund wirken in aller Regel flach und langweilig, ihnen fehlt die Tiefe.

Crop Faktor

Der Begriff Crop-Faktor taucht häufig in Verbindung mit unterschiedlichen Sensorgrößen und Brennweiten auf. Allerdings finden sich auch hier oft missverständliche Aussagen! Dann heißt es etwa; durch den Crop-Faktor des Sensors wird ein 50 mm Objektiv zu einem 75 mm Objketiv, was so nicht korrekt ist. Die Brennweite des Objektives bleibt stets gleich, daran ändert auch die Sensorgröße nichts. Es ändert sich lediglich der Bildwinkel. Der kleinere Sensor sieht einfach weniger von der Umwelt.

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Seebrücke Rügen mit Nikon D750 & Tamron 15-30mm F/2,8

Das 50 mm Objketiv an einer Kamera mit Crop-Faktor 1,5 hat also den Bildwinkel der dem eines 75 mm Objektives entspricht, natürlich an einem größeren Sensor der dem Kleinbildformat entspricht. Nochmal durch die veränderte Größe des Sensors ändert sich lediglich der Bildwinkel. Was bedeutet das die gleiche Brennweite an einem größeren sensor weitwinkliger ist.

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Fazit / Empfehlung

Wie man an den obigen Bildbeispielen erkennen kann, das Weitwinkel in der Landschaftsfotografie ist ein Objektiv, was nach etwas „Einarbeitung“ verlangt! Viel hilft hier nicht immer viel! Ganz im Gegenteil, wir müssen schon vorab das Bild für den Betrachter möglichst klar und strukturiert aufbereiten, damit unser Motiv und die Bildaussage nicht im „Zuviel“ der Informationen des Weitwinkels untergehen. Dafür gibt es glücklicherweise einige unterschiedliche, aber erfolgversprechende Herangehensweisen.

Weitwinkel Grafik Stefan Mohme

Ist man sich der Problematik dieser Objektivgattung erst einmal bewusst, kann man mit recht einfachen gestalterischen Mitteln gegensteuern. Auch ich war anfangs etwas überfordert über die vielen Bildinformationen bei 15 mm! Hier kann man leicht den Überblick verlieren. Allerdings überträgt sich das dann natürlich auch auf den Betrachter! Meinen allgemeinen Artikel mit Tipps zur Landschaftsfotografie findet ihr hier.

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Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 60 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider musste ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 12 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert, so ist dann aus meinem Hobby dieser Blog entstanden. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio-Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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