Seite auswählen

Bildarchive sichern – aber richtig! Teil 1: Hardware

Bildarchive sichern – aber richtig! Teil 1: Hardware

Bildarchive sichern – aber richtig! Teil 1: Hardware. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Datensicherung ist Pflicht!Gerade Bildarchive verlangen erhöhte Aufmerksamkeit! Das Ganze sollte nicht irgendwie ab und zu oder bei Bedarf erfolgen. Sondern regelmäßig, strukturiert und systematisch.

Einmal auf den Weg gebracht, kann man vieles automatisieren oder zumindest die Abläufe so einfach gestalten, dass man sich nicht mehr davor „drücken“ muss! Wer seine Bilder auch über Jahre oder gar Jahrzehnte erhalten möchte, sollte sich rechtzeitig über ihre fachgerechte Sicherung Gedanken machen. Die Digitalfotografie ist Fluch und Segen zugleich. Damit lassen sich in kürzester Zeit abertausende Bilder produzieren, also riesige Datenmengen.

Bildarchive dauerhaft sichern.

Schon die normale Archivierung überfordert viele Nutzer. Bei der Datensicherung hört es dann bei den meisten allerdings völlig auf. Grundsätzlich kann man jedoch sagen, wer seine Datenbestände / Bilder gut archiviert, hat es bei der Datensicherung wesentlich leichter. Verglichen mit analogen Bildern, Negativen und Dias sind Digitalbilder jedoch extrem anfällig gegenüber Verlust. Ein einziger Festplatten-Crash oder Virus reicht, und schon ist ein über Jahre mühsam erarbeitetes und aufgebautes Bildarchiv verloren. Mit einer Datensicherung lässt sich ein solches Fiasko weitestgehend vermeiden.

Allgemein, Hardware

Zur Datensicherung in Lightroom habe ich ja schon einmal hier einen kleinen Artikel geschrieben. In diesem Artikel soll es im ersten Teil um die verschiedene Hardware gehen, welche für die Sicherung großer Datenmengen geeignet ist. Eine einzelne Lösung für 100 prozentige Bilddatensicherheiten auf längere Sicht gibt es so für mich nicht. Wer jedoch auf unterschiedliche Lösungen setzt, erhöht damit letztlich die Wahrscheinlichkeit, 100 Prozent zu erreichen. Zusätzlich sollte man die technischen Veränderungen auf dem Speichersektor immer im Auge behalten und seine Speichermedien gegebenenfalls austauschen.

Lösungen, die vor einigen Jahren eine Option waren, sind heute nur noch bedingt ratsam; CD und DVD und selbst die „normale“ Blu Ray sind aktuell nicht mehr empfehlenswert. Weder Datenvolumen noch Lebensdauer scheinen geeignet für langfristige Speicheraufgaben. Grundsätzlich sollte man sich damit anfreunden, mindestens zwei Sicherungssätze vorzuhalten. Einen davon an einem anderen Ort. Ein weiteres Problem ist die bei eigentlich allen Medien eingeschränkte Lebensdauer. Hervorzuheben sind hier lediglich die neueren M- Disc mit einer beworbenen Lebensdauer von 1000 Jahren. Auch hier ist eine Strategie, die auf verschiedene Speichermedien setzt, sicherlich von Vorteil!

Das letzte Problem stellen die Dateiformate selbst dar. Auch diese haben aller Wahrscheinlichkeit nach keinen lebenslangen Bestand. Die Dateiformate werden beständig weiterentwickelt und alleine schon zwecks Speicherplatzoptimierung immer wieder durch neuere Formate ersetzt. Auch hierauf sollte man ein Auge haben, um rechtzeitig auf Veränderung reagieren zu können.

Haltbarkeit von beispielhaften Speichermedien

 

                     Medium                  Erwartete Lebensdauer
Filme auf Zelluloid (Cellulosenitrat)                  mehr als 100 Jahre (gesichert) und bis zu 400 Jahre (vermutet)
Filme auf Cellulosetriacetat                  44 Jahre (gesichert)
Filme auf Polyethylenterephthalat (PET)                  Farbfilm bis zu 150 Jahre  Schwarz/Weiß-Film bis zu 700 Jahre
Optische Speichermedien (gebrannt)         
  • CD-R: 5–10 Jahre
  • CD-RW: unklar, weniger als 30 Jahre vermutet
  • DVD-RAM: 30 Jahre (vermutet)
  • M- Disc: 1000 Jahre beworben!
Optische Speichermedien (gepresst)
  • CD: unter Idealbedingungen geschätzt 50-80 Jahre
  • DVD: min. 100 Jahre (vermutet)
  • GlassMasterDisc (Daten in Glas graviert): mehr als 1000 Jahre (Herstellerangabe)
Festplatten im laufenden Betrieb                     2–10 Jahre, je nach täglicher Betriebsdauer, im Mittel 5 Jahre
Festplatten als Archivmedien (ohne Betrieb)                     10–30 Jahre (Magnetmedium? datendichteabhängig?)
USB-Stick, Flash-Speicher                     10–30 Jahre

 

Externe Festplatte

Auf eine Festplatte allein sollte man nicht setzen, denn diese kann kaputt gehen. Hinzu kommt, dass man die Daten spiegeln, also wenigstens auf zwei externen Festplatten identisch sichern sollte. Die eine lagert zu Hause, die andere an einem anderen Ort. Kommt es zu einem Einbruch oder in den eigenen vier Wänden zu einem Brand, so ist die ausgelagerte Festplatte an einem sicheren Ort. Wie aus der obigen Tabelle ersichtlich, erreicht auch eine mechanische Festplatte nur eine durchschnittliche Lebensdauer.

 

Cloud

Die Cloud gilt, je nach Anbieter, derzeit als eine der sichersten Orte für Daten. Ob die Cloud die beste Lösung für einen persönlich ist, hängt von der eigenen Internetverbindung und vom Standort des Anbieters ab. Eine Lösung, die eigenen Fotos unabhängiger von den Speichermedien mit relativ kurzer Lebensdauer ( Festplatten / CD-R u.a.) zu machen, ist es auf jeden Fall. 100 prozentig sicher sind die Fotos auch in der Cloud nicht, z.B. vor Hackerangriffen. Dennoch existieren bei vielen Anbietern Sicherungssysteme, die ständig ein Backup der gespeicherten Daten anlegen. Dieses Prozedere übertrifft den Aufwand, den die meisten privaten Lösungen darstellen, um ein Vielfaches. Für die Cloud spricht auch, dass man von überall auf seine Daten zugreifen kann. Bleibt die Frage des Datenschutzes bei der Auslagerung der Daten.

 

NAS, Network Attachmed Storage

Die Netzwerkfestplatten (NAS) bilden ein internes Netzwerk und sind im Grunde nichts anderes als ein externer Speicher im Netzwerk mit Internetzugang, auf das alle mit dem Internet verbundenen Geräte Zuhause zugreifen können, um dort Daten auszulagern. Fotos vom Smartphone sind auf diese Weise ebenso schnell zentral zu sichern, wie die Fotos auf dem Desktop-PC. Bei einem NAS mit mindestens zwei Laufwerken im RAID lässt sich zumindest dem Ausfall eines Laufwerkes vorbeugen. Dies hat allerdings nichts mit einer Datensicherung zu tun, wie leider oft zu lesen ist.

Hat man einen Virus auf dem NAS, schützt ein RAID auch nicht. Dies beugt lediglich einem mechanischen Ausfall einer Festplatte vor und dient eigentlich nur dazu, die Verfügbarkeit der Daten zu erhöhen bzw. schneller wieder zu gewährleisten. Ich selber betreibe auch ein NAS, nutze aber die Möglichkeit des Internetzugriffs nicht. Meinen Artikel zu Synology NAS findest du hier.

 

CD, DVD und Blu Ray

Das Backup auf CD oder DVD war lange Zeit die einzige für Privatanwender erschwingliche Option, die eigenen Daten vor einem Festplattencrash zu schützen. Die Achillesferse von CD und DVD war immer die Langlebigkeit, speziell selbst gebrannte Datenträger haben ihre Probleme. Selbstgebrannte DVDs waren manchmal schon nach zwei oder drei Jahren nicht mehr lesbar. Die Blu Ray konnte bei der Kapazität in Relation zu ihren Vorgängerformaten stark zulegen, auf mittlerweile 100 GB pro Scheibe. Zusätzlich gibt es mittlerweile mit der sogenannten M – Disc eine zwar relativ teure, dafür aber lt. Hersteller 1000 Jahre haltbare Disc Version. Diese Scheiben verwende ich mittlerweile neben meinem NAS zur langfristigen Archivierung.

USB Stick / Speicherkarten

Klein und handlich sind die USB-Sticks und in Verbindung mit der einfachen Nutzung äußerst beliebt. Damit eignen sie sich hervorragend zum kurzfristigen Datentransport. Die Betonung liegt auf kurzfristig! Ihre Lebensdauer liegt derzeit bei rund zehn Jahren, was sie damit als langfristige Datenspeicher eigentlich schon disqualifiziert. In der Kleinheit liegt dann auch ein weiteres Risiko von USB-Sticks und Speicherkarten. Wer hat nicht schon einmal ein Stick oder eine Speicherkarte verlegt? Oder irrtümlichererweise den falschen Stick überschrieben.

 

Fazit / Empfehlung

Jede Sicherung ist besser als keine! Denn es ist nicht die Frage, ob es zum Datenverlust kommt, sondern nur wann! Kein logisch denkender Mensch kann sich ruhigen Gewissens darauf verlassen, dass es ihn schon nicht erwischen werde. Dafür ist der Computer heute schon soweit in unser Leben eingedrungen, dass es eigentlich kaum noch Anwendungen ohne Computerunterstützung gibt. Stichworte wie Smart Home oder Cloud Computing, genauso wie Netzwerktechnik waren vor nicht einmal 10 Jahren entweder noch völlig unbekannt oder nur Spezialisten vorbehalten.

Die meisten Privatanwender haben den PC zu dieser Zeit lediglich sporadisch benutzt, das Internet stand noch am Anfang. Damit natürlich auch die Bedrohung mit Viren und Trojanern. Daten hat man zu der Zeit noch in Leitz Aktenordnern archiviert. Die Datenmengen, die in der Vergangenheit entstanden sind, waren eher gering und eine DVD reichte für das gesamte Fotoarchiv. Vieles hat sich seitdem verändert,  vor allem wuchsen die Datenmengen, die selbst jeder Privatnutzer erzeugt, immens! Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, welche davon es wert sind, entsprechend gesichert zu werden. Nur eins ist klar und das ist unausweichlich: je mehr Technik, umso höher die Wahrscheinlichkeit von Ausfällen! In Teil 2 des Artikels geht es dann um die richtige Strategie für die Sicherung.

Empfehlung

Abschließend würde ich empfehlen, nach Möglichkeit zwei unterschiedliche Medien zu verwenden. Ich selber benutze zum einen Festplatten in meinem NAS und zum anderen für die dauerhafte und langfristige Archivierung Blu Ray M-Dis mit einer Kapazität von 100 GB. Diese lagere ich dann auch noch an einem anderen Ort. Im zweiten Teil geht es dann um die richtige Strategie und Software, die zu sichernden Daten möglichst regelmäßig und automatisiert auf das ausgewählte Medium zu schreiben.

Zu meinen Wissen Artikeln geht es hier lang.

Meine Fototechnik findet ihr hier.

Hier meine Wunschliste .

Zu meiner Bildergalerie geht es hier.

 

* Mit einem Stern gekennzeichnete Links sind externe Partner-Links (Affiliate Links). Ihr unterstützt mich, wenn ihr darüber bestellt. Für Euch entstehen keine zusätzlichen Kosten! Vielen Dank

Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

Beiträge / Archiv

Kategorien

Nikon Objektive

AngebotBestseller Nr. 1 Nikon AF-S DX Nikkor 18-300mm f/3.5-6.3G und VR-Objektiv, schwarz, Nital Card: - Nikon AF-S DX Nikkor 18-300mm f/3.5-6.3G und... 679,99 EUR
AngebotBestseller Nr. 2 Nikon 2216 AF-S DX 18-300 mm 1:3,5-6,3G ED VR Reisezoom-Objektiv (inkl. LC-67 Frontdeckel und LF-4 Rückdeckel, bildstabilisiert) Schwarz Nikon 2216 AF-S DX 18-300 mm 1:3,5-6,3G ED VR... 632,95 EUR
AngebotBestseller Nr. 3 Nikon Z 24-200mm 1:4.0-6.3 VR Nikon Z 24-200mm 1:4.0-6.3 VR 854,10 EUR

Abonniere meinen Newsletter!

Flickr Auswahl Stefan Mohme

No photos available right now.

Please verify your settings, clear your RSS cache on the Slickr Flickr Admin page and check your Flickr feed

Letzte Kommentare

Werbung

zeitung,überschrift,stift,brille

Immer die aktuellsten Fotonews erhalten!

Vielen Dank für Dein Vertrauen! Mein Newsletter informiert Dich über alles was mit Fotografie und Wandern zu tun hat. Informationen zu den Inhalten, der Protokollierung Deiner Anmeldung, dem Versand über den französischen Anbieter Mail Poet, der statischen Auswertung sowie den Abbestellmöglichkeiten, erhälst Du in der Datenschutzerklärung.

Du hast Dich erfolgreich angemeldet!