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Stockfotografie für Anfänger, Teil 6 Steuern & Gewerbe.

Stockfotografie für Anfänger, Teil 6 Steuern & Gewerbe.

Heute geht es mit dem 6. und letzten Teil meiner Artikelserie Stockfotografie für Anfänger weiter. Wir beschäftigen uns mit anderen Vertriebskanälen und der steuerlichen Seite des Gewerbes. Wer sagt denn, dass man seine Bilder ausschließlich über Agenturen verkaufen kann?

Stockfotografie

Viele von uns haben mittlerweile sowieso eine eigene Website oder betreiben einen Blog. Damit haben wir doch automatisch schon eine weitere Plattform, über die wir ohne große Probleme neue Käufer ansprechen können. Der große Vorteil: alles bleibt in unserer Hand; die Arbeit allerdings auch…!

Stockfotografie für Anfänger

Teil 6, andere Vertriebskanäle, Steuern, Gewerbe

Vertriebskanäle

Blog und eigener Shop

Natürlich ist es möglich, abseits der Bildagenturen über andere Wege seine Bilder zu vertreiben oder zu vermarkten. Wie eingangs erwähnt, bietet die eigene Website großes Potential. Die Zeiten, in denen es schwierig,teuer und aufwändig war, einen eigenen Shop zu gestalten, bzw. zu betreiben, sind durch Plattformen wie Word Press lange vorbei. Online Shops unter Word Press sind mit dem kostenlosen Plug In WooCommerce kein großes Problem mehr. Ich selber betreibe mittlerweile über diese Plattform meinen eigenen Shop. Natürlich muss man dann auch die kpl. Kaufabwicklung und die Gestaltung der Shopseite in Eigenregie übernehmen. Dafür gibt es keinerlei Abzüge bei den Einnahmen.

Wer eine Blog betreibt, hat dieses Unterfangen in der Regel aus relativ idealistischen Motiven begonnen! Weder bei mir noch bei den meisten anderen Bloggern Stand zu Beginn im Vordergrund, viel Geld damit zu verdienen. Nachdem man allerdings viel Zeit und „Herzblut“ in den Aufbau eines solchen Blog gesteckt hat, ist es durchaus legitim, über eine gewisse „Vermarktung“ seiner eigenen Inhalte nachzudenken! Schließlich hat man eine Menge Informationen und sonstiges wie z.B. Bilder zusammengetragen und dem interessierten Leser kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

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Hier liegt dann auch schon ein Schlüssel zum Erfolg. Hochwertiger Content, wie er immer von Google gefordert wird, ist hier das Stichwort. Im besten Fall kann man das daran erkennen, dass sich die Besucherzahlen kräftig nach oben entwickeln und man in der Google Suche in der Trefferliste zunehmend im oberen Bereich landet. Das ist dann auch heute noch ein Zeichen für hochwertigen und gefragten Inhalt. Stimmen diese Voraussetzungen, kann man durchaus über eine Monetarisierung nachdenken!

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Der Zeitaufwand ist jedoch nicht zu unterschätzen: Zum einen, den Shop zu pflegen und zum anderen, ein entsprechend großes Portfolio über diesen Shop vorzuhalten. Der interessierte Käufer wird sich auf dieser Seite nur aufhalten, wenn eine Grundauswahl zurVerfügung steht. Ich denke, zwischen 1000 und 2000 Bilder sollten schon verfügbar sein, zumindest im Microstockbereich. Man sollte auch vorher natürlich prüfen, ob man neben den Agenturverkäufen seine Bilder auch auf der eigenen Seite anbieten und vermarkten darf.

Youtube-Kanal

Auch über Youtube lassen sich regelmäßige Werbeeinnahmen erzielen und natürlich die eigenen Bilder vermarkten. Auch für die unablässige „Öffentlichkeitsarbeit“ eignet sich Youtube super! Einen großen Youtoube-Kanal mit vielen Zuschauern aufzubauen, ist in der Regel aber extrem aufwändig und dauert sehr lange. Der Vorteil ist, dass man sich um nichts weiter kümmern muss, als um gute Inhalte (was allerdings schon schwer genug ist). Aber zumindest die Schaltung der Werbeanzeigen übernimmt Youtube (gehört zum Google-Mutterkonzern Alphabet).

Fotoplattformen

Eine Alternative sind Plattformen wie FineartPrint, Zoomworks oder Saal Digital oder Pictrs.com, die entweder die eigenen Bilder in ihr Portfolio aufnehmen, oder es besteht die Möglichkeit, einen eigenen Shop innerhalb dieser Plattform zu eröffnen. Über Social Media lassen sich die Bilder zwar nicht direkt verkaufen. Werbung dafür kann man allerdings über diese Kanäle schon machen. Zu vordergründig sollte das dabei jedoch nicht passieren. Es gibt ja schon genug Werbung im Netz, und viele reagieren mittlerweile etwas empfindlich auf zu penetrante Werbung. Also, bitte alles in Maßen.

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Öffentlichkeit

Immer hilfreich sind Ausstellungen im näheren Umfeld. Wenn man die Möglichkeit dazu bekommt, sollte man diese Maßnahme auf jeden Fall in Betracht ziehen. Vor allem kann man hier seine Werke durchaus in einem etwas höherpreisigen „Kunstumfeld“ präsentieren. Wichtig ist hierbei natürlich auch immer, Kontakte zu knüpfen und eine Öffentlichkeit für sich und seine Bilder herzustellen. Im Keller, im Aktenschrank oder auf der Festplatte verkaufen sich die Bilder jedenfalls nicht von allein. Selbst wenn diese noch so gut sind, brauchen wir Marketing, und möglichst viele verschiedene Vertriebskanäle. In diesem Fall hilft mehr wirklich mehr!

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Wer Spaß daran hat, kann natürlich auch ganz „Old School“ über diverse Märkte fertig vorkonfektionierte Druckerzeugnisse wie Postkarten mit z.B. Landschaftsmotiven zum Verkauf anbieten. Wenn die Motive dazu noch einen lokalen Bezug haben, kann man natürlich auch versuchen, über Buchläden, Cafe`s oder sonstige Verkaufsstellen auf Provisionsbasis seine Werke abzusetzen. Dann gibt es natürlich noch eine Reihe Plattformen im Internet, die Bilder / Fotos vermarkten und entsprechende Endprodukte anbieten.

Angefangen von der Kaffeetasse über Poster bis zu hochwertigen Rahmungen. Auch hier ist der Markt schon sehr eng. Gegen eine Bewerbung als Bilderanbieter oder gegebenenfalls über diese Plattformen einen eigenen Shop zu eröffnen, spricht meiner Meinung allerdings nichts. Auch hier sollte jeder abwägen, wieviel Zeitaufwand es ihm im Zweifel wert ist, über diesen oder jenen Kanal seine Bilder zu vermarkten.

Gewerbe & Steuern

Abschließend  möchte ich noch kurz über Steuern & Co. einige Worte verlieren. Natürlich solltet ihr euch, wenn es wirklich ernst wird und es absehbar ist, dass aus Spaß Ernst wird, fachlichen Rat beim Steuerberater oder Anwalt eures Vertrauens einholen. Zu Anfang kann man jedoch recht entspannt erst einmal abwarten. Die meisten werden dieses Hobby neben ihrem Hauptberuf betreiben. In den seltensten Fällen werden sich die Verkäufe explosionsartig einstellen.

Ganz im Gegenteil: ab und an werden wir die eine oder andere Lizenz über eine Agentur verkaufen. Reich werden wir damit sicherlich nicht. Bei Einnahmen von wenigen hundert Euro im Jahr braucht man sich um das Thema Steuern also keine großen Gedanken zu machen. Auf der sicheren Seite ist man, wenn diese Einkünfte auf der Steuererklärung entweder unter Steuerfreie oder Steuerpflichtige Nebeneinkünfte verbucht werden.

 

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Allerdings kann man dann keinerlei Anschaffungen wie z.B. Kamera oder Objektive als Ausgabe geltend machen. Eine Gewerbe anzumelden oder evtl. sich als „Freiberufler“ zu registrieren, macht nur Sinn, wenn man eine reale Gewinnerzielungsabsicht hat. Damit verbunden ist dann, dass Anschaffungen geltend gemacht werden können. Das Wort Gewinnerzielungsabsicht beinhaltet die Absicht zur Erzielung eines Gewinns. Das bedeutet in der Realität allerdings, dass es keine Rolle spielt, ob tatsächlich ein Gewinn erzielt wird. Die Absicht muss jedoch vorhanden sein, und das Finanzamt muss das auch so sehen, dass man in angemessener zeit einen Gewinn erzielen könnte.

Finanzamt

Bei Ausgaben von 10.000 € für Fototechnik und lediglich 500 € Einnahmen durch Fotoverkäufe wird man ein ernstes Problem mit dem Finanzamt bekommen, diesen Nachweis zu erbringen. Dann heißt die Tätigkeit, die man ausübt, für das Finanzamt weiter „Hobby“. Wer mehr als 17.500 € Bruttoumsatz im Jahr mit seiner selbständigen Tätigkeit erwirtschaftet, muss Umsatzsteuer abführen. Aufpassen: hier handelt es sich um Umsatz, nicht um den Gewinn! Dafür erhält man dann vom Finanzamt eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (Ust.-ID).

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Wer weniger Umsatz macht, kann entscheiden, ob er die sogenannte Kleinunternehmerregelung nach §19 des Umsatzsteuergesetzes in Anspruch nehmen möchte. Die besagt einfach ausgedrückt, dass auf Einnahmen keine Umsatzsteuer gezahlt werden muss. OK, das soll es zur Bürokratie gewesen sein. Nochmal: alle Auskünfte ohne Gewähr. Rechtsverbindliche Auskünfte bekommt ihr beim Steuerberater oder Anwalt!

Fazit / Empfehlung

Es gibt immer noch Potential in der Stockfotografie. Allerdings sind die goldenen Jahre vorbei. Nachdem die Bilderpreise in den letzten Jahre nur eine Richtung kannten (nämlich nach unten!), scheinen sich diese allmählich wieder in die entgegengesetzte Richtung zu entwickeln. Sehr erfreulich! Auch die „Bereinigung“ unter den Agenturen scheint gestoppt zu sein, und der Markt kommt wieder etwas zur Ruhe. Wer in dieses Marktsegment noch einsteigen möchte, dem kann ich nur empfehlen, sich eine ziemlich spezielle Nische zu suchen, in der er mit seinen Bildern evtl. noch ein „Alleinstellungsmerkmal“ hat.

In der Stockfotografie Blumenbilder oder Strandbilder anzubieten, macht aus meiner Sicht keinen Sinn mehr. Damit ist der Markt absolut gesättigt. Neue Trends, Zeitgeist oder alles, was sich aus der breiten Masse abhebt, findet natürlich immer Käufer. Einen langen Atem, Ausdauer sowie ein Portfolio jenseits der 2000 Bilder sind die Grundvorraussetzungen für ansatzweise vernünftige Einnahmen in der Stockfotografie. Zu verlieren hat man außer Zeit und Nerven natürlich nichts. Um bei Stockagenturen wie Fotolia wirklich Geld zu verdienen, muss man schon für diese Plattformen produzieren. 50 Euro im Monat sind für einen Hobbyfotografen schon ein extrem guter Wert. Nur wer wirklich viele Fotos hochlädt und aktiv ist, wird ab und an Bilder verkaufen und ein kleines Zubrot durch die Stockfotografie erzielen..

Insgesamt ist es heutzutage bei der riesen Bilderflut sehr schwer geworden, mit eigenen Fotos im Internet Geld zu verdienen. Allerdings spricht nichts dagegen, die gemachten Bilder auf den unterschiedlichen Kanälen zu vermarkten. So gesehen, warum nicht?! Das war nun der letzte Teil meiner Serie Stockfotografie. Ich hoffe, ihr konntet den einen oder anderen Tipp oder Informationen mitnehmen. Wenn ihr Interesse habt, schaut euch auch meine anderen Serien zur Makrofotografie oder zum Fine Art Drucken an. In Kürze, am 18.04.2018, startet meine neue Reihe über die NIK Kollektion. Im Sommer geht es dann mit einer Serie zum Farbmanagement weiter. Vielleicht sehen wir uns ja wieder? Ich würde mich freuen!

Hier geht es zum PDF als Download in meinem Shop!

Stockfotografie weitere Teile der Serie.

Weitere Lightroom Artikel findet ihr hier.

Meine Wissen Artikel gibt es hier.

Alles zur Nikon Technik hier.

 

* Mit einem Stern gekennzeichnete Links sind externe Partner-Links (Affiliate Links). Ihr unterstützt mich, wenn ihr darüber bestellt. Für Euch entstehen keine zusätzlichen Kosten! Vielen Dank!

Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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