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Fotos für die Ewigkeit, versch. Haltbarkeit von Fotografien Teil1.

Fotos für die Ewigkeit, versch. Haltbarkeit von Fotografien Teil1.

In meinem heutigen Artikel geht es um die Haltbarkeit der verschiedenen Medien für Fotos. Worauf soll man setzen, für welches Szenarium? Gibt es das optimale Medium zur „Konservierung“ der Fotodateien? Wie soll man also vorgehen, wenn man möglichst lange etwas von seinen Bildern haben möchte, oder diese ggf. noch „vererben“ will.

Ich hoffe, ich kann in diesem Artikel die meisten Fragen dazu beantworten. Im heutigen Teil 1 geht es um die digitalen Medien und deren Haltbarkeit. In Teil 2 dann um das gute alte Papierbild, bzw. um die Negative und Dias.

Fotos für die Ewigkeit, versch. Haltbarkeit von Fotografien.

Teil 1, Digitale Medien

Langzeitarchivierung

Alles ist vergänglich. Ein Umstand, der vielen Menschen Sorgen bereitet. Vieles wollen wir bewahren für uns, für unsere Kinder und Enkel und  ganz allgemein für die Nachwelt. Zu den Dingen, die man unbedingt in die nahe und ferne Zukunft hinüberretten möchte, gehören ganz sicher auch Fotografien. Das betrifft die privaten Familienbilder ebenso wie die aus dem journalistischen, wissenschaftlichen und kulturellen Bereich.

Die Digitalfotografie, die alle Generationen gleichermaßen fasziniert, bietet unzählige neue Möglichkeiten, Fotos zu nutzen, zu versenden und mit anderen zu teilen. Durch den Umstieg von der analogen auf die digitale Fotografie ist aber das Bewahren der Bilder über lange Zeiträume unsicherer geworden. Der Langzeitarchivierung von digitalen Daten drohen enorm viele Gefahren.

Bilder kommen und gehen.

Unsere Eltern und Großeltern hatten es verhältnismäßig einfach! Die Familie für das Gruppenfoto aufgestellt, abgedrückt, Film entwickelt, Abzüge abgeholt, das Album befüllt und schon waren die Erinnerungen sicher verwahrt. Vorausgesetzt, sie fielen nicht Katastrophen wie etwa einem Brand zum Opfer. Ansonsten kann man seine Familie in der Regel zwar etwas vergilbt und verknittert, aber immer noch auf den Fotos bewundern.

So ist es auch mit vielen Archiven von wissenschaftlichen Forschungsstätten oder Museen, in deren Beständen Fotografien lagern. Diese können heute noch problemlos betrachtet und verwendet werden. Ähnlich wie mit Papierbildern ist es mit Negativen oder Dias: Einigermaßen vernünftig gelagert, d.h. vor Licht, Hitze und Feuchtigkeit geschützt, überdauern sie ziemlich problemlos Generationen.

Bei digitalen Daten ist das, wie sich schon mehrfach gezeigt hat, nicht so einfach. Welche schnellen Generationswechsel die heutige Zeit mit sich bringt, hat wohl fast jeder von uns schon erlebt. Den Wechsel von der Schallplatte zur CD, von Disketten auf Speicherchips oder DVDs & Blu Rays usw. Und nicht immer hält das Speichermedium, was man gerne bewahren möchte, mit der Entwicklung Schritt.

 

Wer in den letzten Jahren fleißig fotografiert hat und seine digitalen Daten nicht nur auf seiner Festplatte hat vor sich hindämmern lassen, sondern sie zum Beispiel auf CDs gebrannt hat, der wähnte sich eigentlich auf der sicheren Seite. Heute weiss man: Irrtum, denn Datenträger sind anfällig!

Noch mehr als etwa Dias sind Datenträger neben Licht, Hitze und Feuchtigkeit, auch oft noch zusätzlich gegen magnetische Störungen anfällig. Insgesamt ist ihre Haltbarkeit weit entfernt davon Generationen zu überdauern! Hinzu kommen die Generationswechsel der Technik: CDs können eventuell auf dem neuen Computer nicht mehr gelesen werden und auf dem übernächsten schon gar nicht mehr.

Wann ist man auf der sicheren Seite?

Um digitale Daten auch für lange Zeiten zu bewahren und auf sie zugreifen zu können, gibt es erst einmal ganz einfache Vorgaben. Wichtige Daten sollten immer auf zwei verschiedenen Datenträgern gespeichert sein und möglichst an physisch getrennten Orten aufbewahrt werden. Sicherer ist es auch, sie auf unterschiedlichen Technologien oder Datenträgern zu speichern. Dass man dabei qualitativ hochwertige Produkte wählt, sollten einem die Bilder allemal wert sein. Meinen Artikel zur Datensicherung findet ihr hier.

Kontinuierliche & regelmäßige Migration

Um Daten auch in ferner Zukunft noch lesen zu können, muss man vor allem auch rechtzeitig auf einen Generationswechsel der technik / Software achten. Nicht nur, ob es neue Datenträger gibt, sondern auch, ob die dazu nötigen Lesegeräte noch verwendet werden können. Nicht zu vergessen, dass die Datenträger selbst auch nur eine bestimmte Lebensdauer haben. In jedem Fall bedeutet ein Generationswechsel, dass man seine Daten neu sichern / umkopieren muss, um sie weiter lesen zu können. Das macht viel Arbeit und birgt enorme Anwendungsrisiken.

Wer viel fotografiert, der wird mit CDs oder DVDs auf Dauer nicht glücklich werden, nicht nur weil der Zugriff auf jede einzelne Scheibe eher mühsam ist, sondern eben auch, weil man jede einzeln neu speichern muss. Da sind externe Festplatten sicher der bequemere Weg. Nicht zu vergessen: Digitale Daten brauchen aber auch bestimmte Programme, um geöffnet zu werden; Programme benötigen ein bestimmtes Betriebssystem und davon die richtige Version.

Und Betriebssysteme brauchen die passenden Hardware-Komponenten. Dabei muss immer auf die Rückwärtskompatibilität geachtet werden. Man sieht schon, dass digitale Medien hohe Anforderungen an die Archivierung und Haltbarkeit stellen! So einfach wie ein Fotoalbum aufklappen ist das nicht mehr!

Globale Datensicherung

Im privaten Bereich spielt sich die Sicherung der Daten noch in einem überschaubaren Rahmen ab. Aber in Forschung, Wissenschaft, im Bibliotheks- und Museumsbereich und in Bildarchiven geht es um riesige Datenmengen und oft unersetzliche Informationen, die verlorengehen können. Dort versucht man schon lange, verlässliche Standards für die digitale Langzeitarchivierung zu finden, um zu gewährleisten, dass sich digitale Daten auch noch in 100 Jahren und darüber hinaus lesen lassen. Für dieses Ziel versuchen unabhängige Vereinigungen und Institutionen ebenso wie Industrieunternehmen, Lösungen zu finden. In nicht allzu ferner Zukunft sollte es diese Standards geben. Damit Digitaldaten, richtig abgespeichert auch nach Jahrzehnten noch problemlos geöffnet und gelesen werden können.

Der einfachste Weg.

Viele Fotografen, vor allem, wenn sie nur für den Privatzweck fotografieren, werden den Aufwand der Migration ihrer Daten in andere Generationen fürchten, aber das Verschwinden ihrer Bilder ebenso. Eine sichere und einfache Lösung zur Langzeitarchivierung ist immer noch, die wichtigsten Aufnahmen einfach auszudrucken und sie dann wie schon vor hundert Jahren aufzuheben. Das Fotoalbum in moderner Form als Fotobuch erfüllt durchaus hohe Ansprüche je nach Drucktechnik an Langzeitstabilität der Bilder.

Haltbarkeit von beispielhaften Speichermedien

Digitalen Speichermedien wird mittlerweile aus vorgenannten Gründen eine recht kurze Haltbarkeit nachgesagt. Heute können sich nur die älteren Jahrgänge noch an die 5.25 Zoll Diskette erinnern, die ab 1976 das erste Massenspeicherprodukt war. Ab 1990 kam die CD-ROM auf, die, sofern man jetzt noch in dem Besitz eines Rechners mit solch einem Laufwerk ist, nach wie vor als Speichermedium eingesetzt wird.

Ihre Lebensdauer liegt bei 3 bis 20 Jahren. 1994 wurde die 5.25 Zoll Diskette von der ZIP-Diskette abgelöst, von der inzwischen heute niemand mehr redet. Dafür aber seit dem Jahr 2000 bis heute von den sogenannten USB-Sticks und den SD-Karten, die jeder Foto- und Videobegeisterte kennt. Nicht Unerwähnt bleiben sollten externe Festplatten, über die eine Vielzahl der Anwender verfügen, auch deshalb, um darauf digitale Bilddatenschätze und/oder Videos zu sichern.

Wie lange deren Haltbarkeit ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. In der Regel darf von sechs bis zehn Jahren ausgegangen werden, keine lange Zeitdauer im Vergleich zu Papierbildern, Negativen und Dias, die je nach der Art der Aufbewahrung weit über 200 Jahre unbeschadet überstehen können. Im Rückblick sieht man, dass durch technische Innovationen Speichermedien durch neue abgelöst werden. Hinzu kommt, dass Speichermedien einem Alterungsprozess unterliegen, der das Einlesen der Daten unmöglich machen kann.

Nach einer gewissen Übergangszeit verschwinden die Geräte vom Markt, mit denen ältere Speichermedien eingelesen werden können. Für den Konsumenten bedeutet dies, Daten immer wieder auf aktuelle, neue Speichermedien zu übertragen. Aktuell scheint die Cloud eine gute Alternative zu den vielen unterschiedlichen Speichermedien zu sein. Doch auch hier ist man vor Verlust natürlich nicht sicher. Stellt beispielsweise der Anbieter seinen Dienst einstellt, dann sind die Daten auch nicht mehr verfügbar. Die größte Sicherheit, wenn man auf digitale Speichermedien setzt, liegt dann vor, wenn auf verschiedene digitale Speicherlösungensetzt, die sich zusätzlich noch an unterschiedlichen Orten befinden.

 

                     Medium                  Erwartete Lebensdauer
Filme auf Zelluloid (Cellulosenitrat)                  mehr als 100 Jahre (gesichert) und bis zu 400 Jahre (vermutet)
Filme auf Cellulosetriacetat                  44 Jahre (gesichert)
Filme auf Polyethylenterephthalat (PET)                  Farbfilm bis zu 150 Jahre  Schwarz/Weiß-Film bis zu 700 Jahre
Optische Speichermedien (gebrannt)         
  • CD-R: 5–10 Jahre
  • CD-RW: unklar, weniger als 30 Jahre vermutet
  • DVD-RAM: 30 Jahre (vermutet)
  • M- Disc: 1000 Jahre beworben!
Optische Speichermedien (gepresst)
  • CD: unter Idealbedingungen geschätzt 50-80 Jahre
  • DVD: min. 100 Jahre (vermutet)
  • GlassMasterDisc (Daten in Glas graviert): mehr als 1000 Jahre (Herstellerangabe)
Festplatten im laufenden Betrieb                     2–10 Jahre, je nach täglicher Betriebsdauer, im Mittel 5 Jahre
Festplatten als Archivmedien (ohne Betrieb)                     10–30 Jahre (Magnetmedium? datendichteabhängig?)
USB-Stick, Flash-Speicher                     10–30 Jahre

Die Lösung

Archivierungssysteme waren und sind eine mögliche Lösung, um seiner Bilderfluten Herr zu werden. Dies setzt jedoch voraus, sich ihre Vorzüge mit einer entsprechenden Verschlagwortung zu Nutze zu machen. Nur auf diese Weise entgeht man den Tiefen eines Computers, auf dem Bilder mit kryptischen Namen abgelegt sind, die weitaus schwieriger aufzuspüren sind, als in jedem Schuhkarton mit zig Aufnahmen. Die Weiterentwicklungen schreiten voran , dementsprechend erweitert sich der Funktionsumfang angebotener Software, deren Aufgabe es ist, immer größere Mengen an digitalen Bildern verwalten zu können.

 

Erfreulich für Fotografen ist, dass Speicherplatz mit den Jahren zunehmend günstiger wurde, und Festplatten inzwischen nur einen Bruchteil von dem kosten, wie ehedem ausreichend große Archivschränke für das Bildmaterial. Doch die digitalen Speichermedien sind anfälliger für die Gefahren des Datenverlustes, wenn zum Beispiel eine Festplatte den Geist aufgibt. Vergleichbar ist das nur mit einem Brand und totalem Wasserschaden in der Analogzeit, die doch eher selten waren.

Die Gefahr des Bilddatenverlustes wird durch eine doppelte Sicherung minimiert. Ein automatisches Back-up einer Bilderdatenbank auf zwei von einander unabhängig laufenden Festplatten gehört heute zum Sicherheitsstandard, zumindest wenn man professionell mit Bildern arbeitet. Oft, und das sollte man bedenken, halten die Datenträger jedoch länger als die notwendigen Lesegeräte, oder man besitzt keine entsprechende Software mehr, um sie zu lesen. Sicherheit garantiert nur ein regelmäßiges technisches Update. Das bedeutet auch sich ständig mit „Technik“ zu beschäftigen.

Sicherheit durch Auslagerung in die Wolke?

Die Cloud ist mittlerweile in aller Munde, wenn es um das sichere Aufbewahren von Daten geht. Aber vielen Menschen ist die Cloud noch immer suspekt, zu recht wie ich glaube. Bei der Cloud gilt es, das Vertrauen der potentiellen Kunden zu gewinnen. Dabei hat sich gezeigt, dass hiesige Verbraucher es bevorzugen, ihre Daten in einem deutschen Rechenzentrum nach deutschen Rechtsgrundlagen zu lagern.

Cloud-Dienste können mehr oder minder standardisiert in Selbstbedienungsportalen benutzt werden. Anmeldung und Konfiguration sind einfach zu bewältigen. Punkte, die auf Dauer vielleicht manchen Fotografen von der Cloud überzeugen werden, ebenso wie die Kosteneinsparung und die stete Verfügbarkeit der Bilddaten, egal wo und über welchen Rechner man auf sie zugreifen möchte.

Ein Zugriff auf die Daten in der Cloud ist über jedes internetfähige Gerät möglich, zum Beispiel auch über einen Tablet-PC oder ein Smartphone. Ein Problem beim Down- oder Upload großer Dateien kann natürlich die Übertragungsgeschwindigkeit des Internets sein. Das Problem, auch über lange Zeiträume immer auf seine Bilddateien zugreifen zu können, verlangt von Fotografen, sich ständig mit der Aktualisierung seiner Programme zu beschäftigen, um nicht eines Tages Dateien nicht mehr öffnen zu können.

Fazit / Empfehlung

Wer hätte das gedacht, das gute alte Papierbild ist nach wie vor in der Haltbarkeit ungeschlagen. Ganz klassisch analog! Ich habe ja immer meine Vorliebe für das gedruckte Bild hier auf dem Blog geäußert. Wieder ein Argument mehr, um den Drucker zu füttern. 100 Jahre sind für hochwertige Prints mittlerweile kein Problem mehr. Also, wer wirklich seine Fotos vererben will, sollte tatsächlich darüber nachdenken, diese evtl. beizeiten zu Papier zu bringen. Ganz „Oldschool“ und analog! Im zweiten Teil meines Artikels „Fotos für die Ewigkeit, verschd. Haltbarkeit von Fotografien“ geht es um die analogen Medien. Dias, Negative und Papierbilder stehen hier im Fokus.

Zu meinen Wissen Artikeln geht es hier lang.

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Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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