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Bildbearbeitung für Anfänger oder jeder fängt mal klein an!

Bildbearbeitung für Anfänger oder jeder fängt mal klein an!

An der Bildbearbeitung scheiden sich nach wie vor die Geister. Die einen verteufeln Photoshop & Co, die anderen können nicht ohne diese. Dazwischen gibt es so gut wie alle Mischformen. Für mich liegt die Wahrheit wie immer in der „goldenen Mitte“. Natürlich ist auch mein Grundansatz, ein möglichst gutes „Basis-Bild“ zu fotografieren. Leider lassen es die äußeren Bedingungen nicht immer zu, sein Foto technisch perfekt umzusetzen.

Bunt,nahaufnahme,buntstifte,farbig,malkasten

Wetter, Zeit, falsche oder fehlende Ausrüstung führen dazu, dass man vor Ort Kompromisse beim Foto machen muss. Aber besser überhaupt ein Bild, wenn auch nicht perfekt belichtet, als gar keins. Nicht immer hat man die Möglichkeit, ein zweites Mal wiederzukommen, um dann bei besserem Licht eine makellose Version zu machen. So muss es dann häufig die Bildbearbeitungssoftware richten.

Bildbearbeitung für Anfänger

Don`t worry!

Mit der Digitalisierung der Fotografie wurde auch die Bildbearbeitung revolutioniert. Jeder „Laie“ ist heute dazu in der Lage, wofür zu analogen Zeiten nur der Fotolaborant befähigt war. Bildbearbeitung ist heute nicht nur den absoluten Profis vorbehalten, sondern jedem, also auch blutigen Anfängern. Wichtig ist für mich der Grundsatz, dass Bildbearbeitung als Mittel zum Zweck genutzt werden sollte und nicht einem Selbstzweck folgt. Allerdings sind die Möglichkeiten mittlerweile fast grenzenlos!

Hier liegt denn auch das Problem. Für den Anfänger bietet sich eine unüberschaubare Fülle an Möglichkeiten, die einen zu Beginn fast verzweifeln lässt. Ist man einmal relativ vertraut damit und beherrscht Photoshop / Lightroom, lassen sich weit mehr als einfache Belichtungskorrekturen an jeder Bilddatei ausführen. Bis hin zur Manipulation / Verfremdung des Ausgangsbildes. Die Verlockung ist also groß, vorhandene fotografische Schwächen mit der Bildbearbeitung zu kompensieren. Mein Artikel mit Alternativen zu Lightroom findet ihr hier.

Was leistet Bildbearbeitung?

Im Prinzip alles. Jede Aufnahme setzt sich aus Millionen einzelner Bildpunkte, den Pixeln, zusammen. Jeder dieser einzelnen Punkte kann theoretisch und somit auch praktisch verändert werden. Natürlich erlaubt das auch, beliebige Teile des Bildes auszuschneiden, zu überdecken oder zu entfernen. Weitgehende Manipulationen sind heutzutage an jedem halbwegs leistungsfähigen PC möglich.

Möglichkeiten

  • Belichtungskorrektur
  • Ausschneiden von Elementen
  • Automatische und manuelle Korrekturen von Kontrast, Farbe, Helligkeit, Gradation usw.
  • Drehen und Geradestellen von Fotos
  • Kopierstempel
  • Farbbearbeitung
  • Vignetten
  • Filterüberlagerung
  • Beschriftung
  • Freistellen
  • Weichzeichnen

Dies sind die Grundfunktionen, die nahezu alle Bildbearbeitungsprogramme mit sich bringen und mit denen man bestens als Einsteiger, aber auch als ambitionierter Fotograf auskommt. Alles, was über diese“ Grundfunktionen“ hinausgeht, ist eher im Bereich Grafik und Design angesiedelt.

Wie anwendungsfreundlich ist Photoshop & Co?

Hier kommt es vor allem darauf an, für welche Zielgruppe das jeweilige Programm entworfen wurde. Unangefochtener Marktführer im Profi-Bereich ist die Fa. Adobe mit „Photoshop“ . So sehr, dass die ganze Bildbearbeitung mittlerweile auch mit dem Adjektiv „photoshoppen“ beschrieben wird und die Marktstellung fast ein Monopol erreicht hat. Mit Affinity Photo von Serif scheint sich nun aber ein Konkurrent mit ähnlichen Möglichkeiten am Markt zu etablieren.

Photoshop bietet einen gigantischen Funktionsumfang. Möchte man diesen im vollen Umfang für sich nutzen, dann ist schon eine intensive Auseinandersetzung / Studium mit dem Programm notwendig. Ebenfalls sehr umfangreich, aber vollkommen kostenlos ist „The GIMP“. Allerdings ist die Oberfläche und Bedienung sehr speziell und erfordert auch enorme Einarbeitung.

Lightroom 7 von Adobe

 

Mit Lightroom gibt es mittlerweile eine Software, die speziell auf Fotografen zugeschnitten ist. Im Gegensatz zu z.B. Photoshop ist diese Software auch noch als Kaufversion mit einigen Einschränkungen verfügbar. Die Programmoberfläche ist wesentlich intuitiver zu bedienen und um einiges übersichtlicher. Gerade für Anfänger ist die unflexibele aber sehr strukturierte Programmoberfläche eine große Hilfe. Erwähnt sei hier auch noch Capture ONE , welches in der letzten Zeit stark verbessert wurde.

Eine gute Auswahl an Bildbearbeitungsprogrammen zum freien Download bieten die Portale der Computerzeitschriften, darunter auch einige etwas ältere, aber durchaus brauchbare Photoshop-Versionen, alles natürlich vollkommen legal. Auch gibt es noch einige kostenlose und -pflichtige RAW Konverter, welche man auch über das Netz schnell findet. Ein großer Vorteil der Software der Fa. Adobe ist die mittlerweile riesige „FanBase“ im Internet. Egal, zu welcher Frage oder zu welchem Problem: irgendwo im Netz findet man immer Hilfe und Lösungsansätze.

Brauche ich einen PC ?

Bildbearbeitung setzt heute nicht mehr zwingend einen Rechner voraus. Hat man auf seinem Smartphone/Tablet entsprechende Bildbearbeitungs-Apps installiert, so geht das auch eingeschränkt mit diesen Geräten. Der Vorteil dieser Geräte ist natürlich ihre Mobilität, sodass man seine Fotos beispielsweise bereits im Urlaub bearbeiten kann. Allerdings erfordern einige Bearbeitungsschritte doch erhebliche Rechenpower und ich würde allein wegen der Bildschirmgröße einen stationären PC oder mindestens eine Laptop bevorzugen. Der gesamte Prozess gestaltet sich wesentlich komfortabler und die Eingriffsmöglichkeiten sind genauer und filigraner. Meine Empfehlungen für eine PC  für die Bildbearbeitung findet ihr hier.

Vorteile der Bildbearbeitung über einen PC

  • Selbst hochauflösende Bildschirme mobiler Geräte sind wesentlich kleiner als jeder Laptop-Monitor
  • Die Bedienung über Touch-Screens ist oftmals ungenau und nicht so präzise wie mit der Maus
  • Der Speicherplatz ist eingeschränkt, wer dafür Online-Speicher nutzen will, braucht eine WLAN– oder gute Netzverbindung
  • Mobile-Apps, vor allem kostenlose, bieten oft nur vergleichsweise rudimentäre Möglichkeiten der Bearbeitung

Wen das nicht stört, der findet in mobilen Programmen eine durchaus praktische Alternative zu jenen auf dem heimischen Rechner. Zudem gibt es auch noch eine dritte Alternative: Sogenannte „Portable Programme“. Diese werden auf einem USB-Stick gesichert und können so unterwegs ohne Installation auf praktisch jedem Computer gestartet werden. In letzter Zeit immer mehr verbreitet: die Bearbeitung in der Cloud.

Was hat es mit Dateiformaten auf sich?

Je nach Kamera können Bilder im JPEG– oder RAW-Format gespeichert werden. Das JPEG-Dateiformat ( jpg)  ist das am Weitesten verbreitete, obwohl es verlustbehaftet ist. Diese Verlustbehaftung führt dann allerdings auch gleich zu dessen Vorteil, dem geringen Speicherbedarf. Nahezu  jedes Gerät kann mit dem Format umgehen, und es ist in der Regel ohne weitere Bearbeitung direkt aus der Kamera verwendbar. Die Bildbearbeitung ist hier zum Teil sogar kontraproduktiv, da sich bei jedem neuen Speichern nach der Bearbeitung die Qualität verschlechtert.

cature one,12,software,phase one

 

Capture ONE 12 von Phase One.

Das RAW-Format bietet Fotografen wesentlich größere Korrekturmöglichkeiten ohne Qualitätsverlust. Allerdings ist die Bildbearbeitung hier Pflicht, denn wie der Name schon sagt: RAW = roh, ist das Bild erst nach der sogenannten „Entwicklung“ und dem Export  als JPG verwendbar. Ähnlich wie früher die Dunkelkammer für die analogen Fotos.Nicht jedes Bildbearbeitungsprogramm unterstützt das RAW-Format jedes Kameraherstellers. Jeder Kamerahersteller kocht hier seine eigene „RAW-Suppe“, sodass im Bildbearbeitungsprogramm für jede Kamera ein neues RAW-Plugin installiert werden muss.

DxO Photolab

Alte Programme, wie z.B kostenlose Photoshop-Varianten, unterstützen das RAW Format aktueller Kameras nicht. Immer mehr Kameramodelle bieten die Option, Bilder sowohl im JPEG– als auch im RAW-Dateiformat sichern zu können. Bei jeder Aufnahme werden dann zwei Fotos gespeichert, eins in RAW, das andere in JPEG. Mit dieser Variante kann man sich alle Optionen offen halten. Ein Foto im RAW-Format ist vom Datenumfang wesentlich größer als die JPEG-Datei.

Wie steige ich als Anfänger ein?

Die meisten Bildbearbeitungsprogramme sind ähnlich aufgebaut. Das bedeutet: Je mehr man damit experimentiert, desto besser versteht man die Abläufe. Die wichtigste Grundregel dabei lautet: Auch wenn die Programme jeden Arbeitsschritt wieder rückgängig machen können, sollte niemals die Originaldatei bearbeitet werden. Zu schnell kann man das Original durch einen falschen Klick unwiederbringlich zerstören. Deshalb sollte jedes Bild, das bearbeitet werden soll, kopiert werden und erst anschließend damit gearbeitet werden. Ein großer Vorteil von Lightroom und Capture One ist, das diese die Originaldateien nie antasten. Zu meinem Artikel Lightroom für Einsteiger geht es hier lang.

 

luminar,software

Luminar 3 von Mc Phun

Dazu ist es allerdings nötig, jede zu bearbeitende Fotodatei in die Datenbank der jeweiligen Software zu importieren. Danach werden in dieser Datenbank nur die Bearbeitungsschritte zu dem jeweiligen Bild gespeichert und in einer Vorschau angezeigt. Erst beim Export des bearbeiteten  Bildes wird eine neue, separate Datei im gewünschten Format erstellt. So werden die Originale nie angetastet und man kann bedenkenlos alles ausprobieren, ohne Gefahr zu laufen, sein Foto zu zerstören. Für viele Arbeitsschritte gibt es gerade in den „Anfängerprogrammen“ mitunter Automatiken, die durchaus brauchbare und vor allem schnelle Ergebnisse liefern.

Software wie Lightroom sind in der Regel so aufgebaut, dass man der Reihenfolge der Regler hier z.B. von oben nach unten intuitiv folgen kann. Zuerst der Weissabgleich, dann Helligkeit und Kontrast, abschließend die Farben. Damit sollte das Foto für den Anfänger dann schon ausreichend bearbeitet sein. Natürlich ist damit noch lange nicht das Ende der Möglichkeiten erreicht. Beschneiden, selektive Korrekturen mit Hilfe von Masken, Schwarzweiss-Umwandlung, Stempelwerkzeuge oder Text einarbeiten usw. Der Umfang ist hier auch stark von der Software abhängig. Mit dem „Platzhirsch“ Photoshop gibt es eigentlich nichts, was nicht geht. Das setzt aber eine enorme Einarbeitung voraus. Hier gilt ganz einfach: Übung macht den Meister!

Fazit / Empfehlung

Bildbearbeitung und Digitalfotografie gehören heute eigentlich untrennbar zusammen. Die Kombination von beidem erlaubt es nicht nur, fotografische Unzulänglichkeiten zu kaschieren, sondern darüber hinaus auch Bilder in nahezu jeder denkbaren Form zu verändern / manipulieren und zu verbessern. Dadurch, dass Anfängerprogramme heute vieles automatisch erledigen können, was bei Profi-Software Schritt für Schritt abgearbeitet werden muss, erzielen auch Einsteiger zeitnah vernünftige Ergebnisse. Sicherlich sind die Automatiken nie perfekt, aber als Einstieg ist dieser Weg eine deutliche Vereinfachung. Meine Artikelserie Lightroom vom Import zum Export findet ihr hier.

Bildbearbeitung sollte meiner Meinung allerdings nicht zum Selbstzweck werden, sondern immer Mittel zum Zweck. Retusche und Korrektur ja, Manipulation nein.  Bildbearbeitung sollte maßvoll eingesetzt werden und natürlich sollte man die optischen Gesetze nicht ignorieren. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, das gilt auch im Bereich der Bildbearbeitung. Nach und nach sollte man sich dieser komplexen Materie annähern und gerade am Anfang die eigenen Erwartungen nicht zu hoch setzen. Umso sicherer man wird, desto mehr kann man manuell vorgehen und die Automatiken abschalten. Die anfängliche Unterstützung hierdurch kann in einem so komplexen Umfeld allerdings sehr hilfreich sein.

Alles zu Lightroom gibt es hier.

Meinen Artikel mit Lightroom Alternativen findet ihr hier.

Mehr Wissen Artikel gibt es hier.

 

 

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Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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