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Fototipp, Folge 25: Gegenlicht nutzen und ins Bild setzen.

Fototipp, Folge 25: Gegenlicht nutzen und ins Bild setzen.

Viele Fotografen scheuen das Gegenlicht wie der Teufel das Weihwasser! Allerdings stammen die meisten Vorurteile aus der Vergangenheit. Ich denke, wenn man einige Eckpunkte beachtet und moderne Fototechnik verwendet, können gerade diese Gegenlichsituationen zu interessanten Bildern führen. Natürlich macht auch hier Übung den Meister und das gewisse Quentchen Glück darf auch nicht fehlen. Gerade zu Anfang sollte man mit etwas mehr Ausschuss rechnen. Dafür wird man dann aber sicherlich mit dem einen oder anderen “spektakulären” Bild belohnt!

Fototipp, Folge 25

Gegenlicht nutzen und Motive ins “richtige Licht” setzen.

Keine Angst vor Gegenlicht!

Weit verbreitet ist noch immer die Ansicht, dass Gegenlicht in der Fotografie von Nachteil und somit zu vermeiden ist. Dieses Märchen wollen wir nun begraben! Nicht nur in der Landschaftsfotografie steht das Gegenlicht für besonders stimmungsvolle Aufnahmen, auch bei Portraitaufnahmen führt Gegenlicht zu besonders atmosphärischen Bildern!

Bei Gegenlicht besteht also kein Grund zur Panik, sondern Anlass, dieses für seine Motivgestaltung geschickt zu nutzen. Der beste Zeitpunkt für Gegenlicht-Fotos ist die goldene Stunde: kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang. Hier bietet uns das Sonnenlicht die tollsten Farbspektren, vor allem in den Sommermonaten. Die Sonne steht in einem perfekten Winkel und bringt durch ungewöhnliche Licht-Schatten-Perspektiven Blätter, Pflanzen, Insekten oder Architektur außergewöhnlich zur Geltung.

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Welche Motive eignen sich für diese Lichtsituation?

Bei Porträts ist das einfach, wenn die Sonne nicht dort steht, wo sie soll. Dafür gibt es Blitzgeräte und Reflektoren, mit denen sich jeder Fotograf seine eigene “Sonne” zaubern kann. Bei Landschaftsaufnahmen wird es da schon schwieriger. Was man häufig sieht, wenn bei vielen Kompaktkameras bei Gegenlicht der [amazon_textlink asin=’B00ENFF896′ text=’Blitz ‘ template=’ProductLink’ store=’stefanm-21′ marketplace=’DE’ link_id=’0a55d7df-e4ed-11e8-a228-f9c6ad128405′]*ausgelöst wird.

Der verpufft natürlich bei dieser Lichtsituation kpl. wirkungslos. Es ist nicht möglich, eine Landschaft künstlich per Blitz auszuleuchten. Zumindest nicht mit Hausmitteln. Aber es gibt natürlich ein paar Tricks und Kniffe, die Landschaften im Gegenlicht trotzdem sehr wirkungsvoll aussehen lassen.

Alter Olivenbaum im Gegenlicht

Direkte Sonne mit im Bild, ja oder nein?

Eine Landschaft, die ein wenig im Dunst liegt und von hinten beleuchtet wird, sieht eher verträumt aus. Im Gegensatz dazu sieht dieselbe Szene mit einer hoch stehenden Sonne schon eher wie ein sprichwörtlicher Backofen aus, auch wenn es gar nicht so heiß an diesem Tag ist. Ob die Sonne mit ins Bild soll oder nicht, entscheidet man dann über die Brennweite.

Ein bisschen mehr Tele ist für die meisten Landschaftsaufnahmen besser. Wichtig ist dann jedoch ein Hauptmotiv, also ein Berg, ein Baum oder eine Straße, dann weiß der Betrachter gleich, wo der Blick hingehen soll. Die Sonne im Bild ist natürlich immer sehr spektakulär und bildbestimmend. Das bedeutet allerdings auch, dass diese immer in Konkurrenz zu weiteren Bildbereichen steht und viel “Aufmerksamkeit” auf sich zieht!

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Technische Hilfsmittel zu Unterstützung & Dateiformat.

Bei Gegenlichtaufnahmen entstehen oft sogenannte Blendenflecken (Lens Flare). Auf einem Foto sieht man dann milchige Flecken oder kleiner werdende Lichtkreise, die oft Teile des Motivs verdecken. Mit einer Streulicht- oder Gegenlichtblende kann man diese Flecken zumindest teilweise vermeiden. Wer mit [amazon_textlink asin=’B00I9X2KLW’ text=’Kompakt- oder Smartphone-Kameras’ template=’ProductLink’ store=’stefanm-21′ marketplace=’DE’ link_id=’c6f5c354-e4ec-11e8-b31c-23332ba71ff0′]* fotografiert, kann auf ein solches Extra leider nicht zurückgreifen.

Manchmal hilft es aber, das Licht mit der Hand etwas abzuschirmen. Stell dir vor, deine Kamera ist dein Auge und du blickst in die Sonne. Halte entsprechend die Hand neben die Linse. Lens Flare können andererseits aber auch bewusst als Stilmittel eingesetzt werden. Dafür bedarf es ein wenig Geduld, um die Flecken an den richtigen Stellen zu platzieren.

Außerdem empfiehlt es sich, Bilder im RAW-Format zu machen. Denn zum einen hat ein Bild im Gegenlicht ein Maximum an Helligkeitsunterschied. Da sollte der Fotograf jede Möglichkeit nutzen, diesen auch einzufangen. Zum anderen kann es sonst bei JPEG-komprimierten Bildern zu Farbabrissen kommen, die sich auch nachträglich nicht mehr korrigieren lassen. Also lieber das große Dateiformat wählen und eine zusätzliche Speicherkarte mitnehmen. Eine Belichtungsreihe als HDR kann auch Sinn machen und die Chancen auf ein verwertbares Foto deutlich erhöhen. Ein [amazon_textlink asin=’B00XNMXYBY’ text=’Polarisationsfilter’ template=’ProductLink’ store=’stefanm-21′ marketplace=’DE’ link_id=’d1675639-06ad-11e9-a181-09dc3d6c9e5f’]* hat bei frontalem Gegenlicht kaum Wirkung. Aber sobald die Sonne ein wenig seitlich versetzt steht, kann er die Farben knackiger erscheinen lassen und auch den Eindruck des Dunstes im Bild ein wenig mindern. Und Dunst gibt es fast immer, wenn die Sonne hoch am Himmel steht.Pag kueste und meerblick

Wie belichtet man bei Gegenlicht?

Wenn die Ausrüstung zur Verfügung steht, dann gibt es nur noch eine Frage: Wie soll das Bild überhaupt belichtet werden? Die Automatik ist hier auf jeden Fall mit der Lichtsituation deutlich überfordert! Wer sich auf die Automatik verlässt, hat gute Chancen, die Landschaft als Schattenriss zu erhalten und dafür einen einigermaßen grauen Himmel. Bei der manuellen Belichtung muss der Fotograf einen Mittelweg finden. Der sieht im Idealfall so aus, dass die Landschaft nicht zu dunkel wird, der Himmel nicht zu hell. Ich tendiere hier dazu, auf jeden Fall noch Zeichnung in den Lichtern zu erhalten.

Ein ausgefressener Himmel sieht grausam aus und lässt sich nicht wieder herstellen! Evtl. zu dunkle Schattenbereiche, die “absaufen”, sind für mich dagegen in Maßen verschmerzbar! Das kann man natürlich auf dem Display der Kamera überprüfen. Besser ist es jedoch, einen Blick aufs Histogramm zu werfen. Das zeigt von links nach rechts die verschiedenen Helligkeitswerte, links ist schwarz, rechts ist weiß. Ein Bild sollte also keine Ausreißer in diese beiden Richtungen haben. Ideal ist es, wenn sich die Kurve gleichmäßig über den gesamten Bereich verteilt, ohne an den Enden wirklich anzustoßen.

Passiert dies, ist das Bild einfach über- oder unterbelichtet, beziehungsweise hat große weiße oder schwarze Flächen; beides nicht wünschenswert. Von links nach rechts wie bereits erwähnt, zeigt es den Bereich von weiß bis schwarz, manchmal auch für jede Farbe einzeln. Nach oben, also die Größe der Kurve, gibt an, wie viel Bildfläche dieser Grauwert enthält. Wer also eine einheitliche Fläche fotografiert, sollte genau an einer Stelle eine Spitze im Histogramm haben und sonst nichts.

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Zusammenfassend

  • Blende
Fotografiert man  gegen die Sonne, fällt extrem viel Licht auf den Sensor. Damit das Foto nicht überbelichtet, schließt man die Blende so weit wie möglich. Bei den meisten Kameras ist die Einstellung der Blende bei f/22 maximal geschlossen. Zum Sonnenaufgang /-untergang steht häufig nicht genügend Licht zur Verfügung. Dementsprechend muss man die Blende wieder ein wenig öffnen. Damit verliert sich jedoch etwas Schärfe an den Bildrändern. Alternativ verlängert man die Belichtungszeit. Ein Stativ ist hier in jedem Fall zu empfehlen!
  • Belichtung
Damit die Kamera nicht automatisch auf das Objekt im Vordergrund belichtet, muss der Belichtungsmesser auf dem hellsten Punkt im Hintergrund / Himmel liegen. Dafür aktiviert man die Spotmessung der Kamera. Sollte der Autofokus mit der Lichtsituation überfordert sein, sollte man den manuellen Modus wählen.
  • ISO-Wert
Der ISO-Wert richtet sich nach dem zur Verfügung stehenden Licht. Faustregel: Niedriger ISO-Wert (100-200) = lichtunempfindlicher Sensor. Diese Einstellung eignet sich für Außenaufnahmen am Tag. Bei Sonnenaufgang /-untergang  kann man den ISO-Wert auf 400- 1600 je nach Kamera erhöhen. Viele Kameras produzieren bei höheren ISO-Werten ab 800  Bildrauschen. Schwarze Stellen im Foto erhalten häufig kleine farbige Bildpunkte, sog. Farbrauschen. Sollte das auftreten, würde ich den ISO Wert wieder etwas senken und stattdessen mit vergrößerter Blende und längerer Belichtungszeit experimentieren.

Worauf man noch achten und was man vermeiden sollte!

Landschaften im Gegenlicht neigen oft dazu, dass je weiter entfernt ein Bildteil ist, er umso verwaschener wirkt. Dazu tragen Dunst und eben das von hinten einfallende Licht bei. Man kann diesen Effekt ein wenig abschwächen, indem das Foto zumindest ein wenig schräg zur Sonne aufgenommen wird. Andererseits lässt sich damit auch die Weite der Landschaft dokumentieren. Helle Landschaften sind nicht schlecht, wichtig ist in diesem Fall nur, dass es zumindest in der vorderen Bildhälfte auch einen knackig scharfen, gut durchzeichneten Bereich gibt, der einen Kontrast zum Hintergrund bildet.

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Zusammenfassend

  • Den direkten Blick in die Sonne sollte man als Fotograf eigentlich vermeiden. Das passiert natürlich schnell, wenn sich das Motiv direkt in der Sonne befindet.
  • Das Motiv sollte nicht direkt vor der Lichtquelle plaziert werden. Der Backlight-Effekt würde dadurch sehr hart. Schönere Effekte erzielt man, wenn das Motiv ein wenig versetzt zur Sonne steht oder die Sonne zusätzlich von anderen Objekten (zum Beispiel Bäumen, Hauswänden etc.) zumindest teilweise verdeckt wird.
  • Von Gegenlichtaufnahmen am Mittag sollte man absehen. Die Mittagssonne steht senkrecht und ist zudem sehr grell und hart. Um dann das Gegenlicht als Stilmittel einzusetzen, müsste man aus der Froschperspektive fotografieren. Zudem wären die Bilder vermutlich überbelichtet, das Motiv dafür viel zu dunkel und kaum zu erkennen. Ebenso würden durch die Lichtquelle starke unschöne Schatten geworfen.

Fazit / Empfehlung

Mit der richtigen “Technik” verlieren viele Gegenlichtsituationen ihren Schrecken. Damit gehören kontrastarme, überbelichtete und flaue Bilder der Verganmgenheit an. Im Gegenteil: Gegenlicht bringt häufig interessante Lichtstimmungen zum Vorschein, und mit der richtigen Technik und modernen Kamerasensoren in Kombination mit hochwertigen Objektiven lassen sich durchaus extrem stimmungsvolle Bilder in solch einer Situation erzeugen! Natürlich braucht es etwas Übung, und das ganze funktioniert auch nicht ohne Ausschuss und das nötige Quentchen Glück. Wenn man den “Dreh” dann erst einmal raus hat, wird man immer öfter das einst verteufelte Gegenlicht für die Motivgestaltung suchen!

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Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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