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Landschaftsfotografie, mein Praxislehrgang, Teil 9 HDR-Bilder

Landschaftsfotografie, mein Praxislehrgang, Teil 9 HDR-Bilder

Landschaftsfotografie, mein Praxislehrgang, Teil 9 HDR-Bilder. Über die Jahre hat sich die Landschaftsfotografie zu meiner Leidenschaft entwickelt. Aus anfänglich beiläufig und zufällig fotografierten Bildern sind mittlerweile überlegte und gestaltete Aufnahmen geworden.

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Nach und nach habe ich viele Ratschläge verinnerlicht und auch meine Fototechnik entsprechend auf diese Motive ausgerichtet. Natürlich ist der Lernprozess mitunter schon ziemlich frustrierend. Viele auch noch so gut gemeinte Tipps kann man ohne die entsprechende Technik leider absolut nicht umsetzen.

Landschaftsfotografie, mein Praxislehrgang, Teil 9 HDR-Bilder

Mit der HDR-Fotografie verbindet mich eine wahre Hassliebe! In den Anfangszeiten der Digitalfotografie, als der Dynamikumfang selbst von DSLR`s noch sehr gering war, war die HDR-Fotografie oft die einzige Möglichkeit, noch ein brauchbares Bild unter schwierigen Bedingungen zu erstellen. Leider waren die Bildergebnisse gerade zu Beginn der HDR-Fotografie geprägt von einem fast schon kitschig anmutenden Bildstil.

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Das hat so manchen Fotografen an der Technik zweifeln lassen. Über die Jahre hat sich dies allerdings gewandelt, und die HDR Technik hat durchaus wieder einen festen Platz – zumindest in meinem fotografischen Alltag – gefunden. Spätestens, seit es mit Lightroom und seit kurzem auch in Capture One ohne weitere Zusatzsoftware bzw. ohne Umwege über Photoshop möglich ist, ein sehr natürliches HDR-Bild als DNG Datei zu erzeugen.

HDR Fotografie, wie funktioniert das?

Allgemein

Der Begriff HDR kommt aus der englischen Sprache von High Dynamic Range Image und bedeutet auf Deutsch nichts anderes als „Hochkontrastbild“. Dies allein beschreibt eigentlich nur eine Aufnahme, die über extreme Helligkeitsunterschiede und vermehrte Details verfügt. Das Gegenteil ist ein sogenanntes „Low Dynamic Range Image“, kurz LDR Bild genannt.

Ausgangspunkt für ein HDR Bild ist eine Belichtungsreihe, die am besten vor Ort direkt aufgenommen wird. Man kann diese auch nachträglich digital erstellen, dies führt aber nie zu gleich guten Ergebnissen wie bei einer echten, mit der Kamera aufgenommenen Belichtungsreihe. Diese kann nun mit speziellen Computerprogrammen wie HDR Efex Pro, Photomatix Pro, Lightroom, oder auch Photoshop zu einem einzelnen Endbild zusammengerechnet werden.

Dadurch werden die jeweils besten Bildbereiche jeder Belichtung für ein kontrastreiches Endbild ohne Belichtungsfehler ausgewählt. Das hört sich komplizierter an, als es tatsächlich ist. Mit etwas Übung und den richtigen Techniken können heutzutage Jedem beeindruckende HDR-Bilder gelingen. Die benötigte Software ist zum Teil gratis im Netz, z.B. integriert im alten NIK Kollektion Paket, enthalten.

HDR Bilder, Grundlagen & Basiswissen

HDR steht für High Dynamic Range, übersetzt also hoher Dynamikumfang. Das kennzeichnet ein HDR-Bild dann auch sehr genau und bedeutet nichts anderes, als ein Foto mit sehr hohem Kontrast – und Dynamikumfang. In meinem Fototipp 10, HDR, was ist das, gibt es auch einige Bildbeispiele. Damit ist klar, wofür sich diese Bildverarbeitung vorrangig eignet: einfach ausgedrückt für alle extremen Lichtsituationen, in denen sehr hohe Kontraste vorherrschen! Gerade im Frühjahr und Sommer kennen wir alle die Motive mit gleißend hellem Himmel oder die dunkle Altstadtgasse. Trotz des mittlerweile sehr hohen Dynamikumfanges moderner Sensoren hat diese Technik meiner Ansicht nach ihre Berechtigung.

Das menschliche Auge kann sich sehr flexibel an verschiedene Helligkeiten / Kontraste anpassen. Bei extremen Helligkeitsunterschieden braucht es allerdings eine kurze Zeit der Anpassung. Danach können wir dann sogar in stockdunkler Umgebung noch etwas erkennen, obwohl wir uns vorher in einer sehr hellen Umgebung befunden haben. Der Kamerasensor ist von dieser Anpassungsfähigkeit noch weit entfernt. Die Farbtiefe eines Bildes wird mit 8, 16 oder 32 Bit angegeben. Damit wird beschrieben, wie viele unterschiedliche Helligkeitsabstufungen pro Farbe für jeden Bildpunkt verwendet werden können.

HDR Efex Pro 2 Bildbeispiel

Monitor & Farbmanagement

Je mehr Bit, desto mehr Farbabstufungen können in einem Foto wiedergegeben werden. Und umso feiner sind die einzelnen Farbübergänge. Ein 8 Bit Bild kann 256 Abstufungen pro Farbkanal wiedergeben, insgesamt also ca. 16,7 Millionen. Das menschliche Auge ist allerdings bei ca. 10 Millionen Farbabstufungen limitiert. Genauso wie die meisten Monitore und Drucker. Allerdings gibt es sowohl bei den Monitoren als auch bei Druckern schon länger Geräte mit einem erweiterten Farbraum.

Ich selber verwende den LG 31mu97, einen 4K Monitor, welcher neben 100 % SRGB auch noch ca. 99 % Adobe RGB darstellen kann. Einen Erfahrungsbericht zum LG findet ihr hier. Ich kann jedem in diesem Zusammenhang nur die Anschaffung eines solchen Monitors empfehlen. Damit einhergehen sollte dann allerdings auch die Kalibrierung des Gerätes. Einen Artikel dazu findet ihr hier. Wer Interesse hat, sollte sich etwas mit den Grundlagen des Farbmanagements befassen. Im nächsten Monat startet dazu meine neue Artikelserie Farbmanagement. Schaut doch mal rein!

Gerade im Bereich Landschafts – und Architekturaufnahmen lassen sich mit der HDR Technik mittlerweile beeindruckende Ergebnisse erzielen. Die Zeiten kitschiger, mit unnatürlichen Farben und überzogenen Kontrasten entwickelter Bilder gehören längst der Vergangenheit an. Mit dem NIK Plugin HDR Efex Pro 2 kann man auch als Anfänger relativ unkompliziert mehrere Bilder zu einem absolut natürlich wirkenden HDR-Bild entwickeln. Hier werden dann – vereinfacht ausgedrückt – aus jedem Foto nur die jeweils korrekt belichteten Bildteile verwendet und schließlich im letzten Schritt zu einem neuen Bild wieder zusammengesetzt.

32Bit Datei

Dabei entsteht eine Bilddatei mit 32 Bit Farbtiefe, die am Bearbeitungsende im sogenannten Tone Mapping Verfahren wieder zu einem Bild konvertiert wird, welche die handelsüblichen Ausgabegeräte auch darstellen können. Man könnte auch sagen, dadurch wird ein Bild generiert, was möglichst nahe am optischen Eindruck des 32 Bit Bildes ist, aber trotzdem auf den Ausgabegeräten mit normalem Dynamikumfang wiedergegeben werden kann. Die fertige Datei hat dann nur noch eine Farbtiefe von 8 oder 16 Bit. Damit lässt sie sich auf allen handelsüblichen Monitoren / Druckern ausgeben. Von Vorteil für die Darstellung sind meines Erachtens wie schon oben erwähnt Monitore mit erweitertem Farbraum ( Wide Gammut). Zu meinem Artikel über Monitorgrundwissen geht es hier.

                                                                                                                

HDR  Bildbeispiel

Um ein überzeugendes und möglichst natürliches Bildergebnis zu bekommen, sollte man mindestens 3, besser jedoch 5 Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungen machen. Hier gilt: je mehr verschiedene Bilder man zur Verfügung hat, desto detaillierter und kontrastreicher kann das HDR-Bild werden. Das Limit bei HDR Efex liegt meines Wissens bei bis zu 17 Einzelaufnahmen, was dem PC natürlich auch einiges an Rechenleistung abverlangt! Das Ganze sollte als RAW Datei, gerne auch im 16 Bit Modus & Adobe Farbraum gespeichert werden.

HDR Umsetzung exemplarisch mit HDR Efex Pro aus der NIK Kollektion.

Nachdem wir die Bilder z. B. in Lightroom vorab bearbeitet haben, können wir nun unsere Belichtungsreihe als Kopie mit angewendeten Anpassungen/Bearbeitungen auswählen und an HDR Efex Pro 2 zur weiteren Montage/Bearbeitung übergeben. Auch HDR Efex pro 2 ist ähnlich wie alle Module von der NIK Kollektion aufgebaut. Links finden wir die Voreinstellungen mit den entsprechenden Kategorien.

Direkt darunter sind die Vorschaubilder mit den Effekten angeordnet. Auf der rechten Seite können wir die Detaileinstellungen sowie die selektiven Anpassungen vornehmen. In diesem Bereich haben wir alle Werkzeuge angeordnet, um unser Bild nach unseren Vorlieben zu gestalten. Der Arbeitsablauf folgt dem Muster von Lightroom von oben nach unten.

HDR Zusammensetzen

Es öffnet sich nun ein Dialogfenster, in dem wir Dinge wie Ausrichtung, eine Reduktion von Ghosting Effekten oder die Korrektur Chromatischer Aberrationen vornehmen können. Dies lässt sich nach dem Zusammenfügen der Bilder nicht mehr korrigieren. Direkt unter dem Bild finden wir einen Schieberegler, über den man schon hier die Helligkeit des HDR Bildes über den gesamten Dynamikumfang von 32 Bit beurteilen kann.

Sind diese Voreinstellungen erledigt, können wir unten rechts auf die Schaltfläche HDR erstellen klicken. Je nach Rechenleistung des PC und Anzahl der Belichtungsreihe dauert es jetzt etwas, bis das untenstehende Programmfenster mit dem final berechneten Bild erscheint.

                                                                                                                         

Startbildschirm

Nun können wir mit dem „Feintuning“ des Bildes beginnen. Entweder wir fangen direkt mit dem vorgeschlagenen „Standard“ Bildlook an, oder wir wählen auf der linken Seite ein anderes Preset, welches wir anschließend noch weiter bearbeiten/verfeinern können. Wie oben schon beschrieben, gehe ich hier in der Arbeitsreihenfolge – genau wie in Lightroom – von oben nach unten vor. Meinen Artikel zum Workflow in Lightroom für Einsteiger findet ihr hier.

Regler & Werkzeuge

Tonwert Komprimierung / Stärke

Im ersten Menü Tonwert Komprimierung besteht die Möglichkeit, die Tonwerte des Fotos „zusammenzustauchen“. Das bedeutet, die weißen, schwarzen und die Mitteltöne dem gewünschten HDR Look anzupassen. Mit dem darunter liegendem Schieberegler Methode Stärke lässt sich die generelle Stärke des Looks anpassen. Mithilfe des kleinen Dreiecks bei HDR-Verfahren treten zusätzliche Optionen zutage. Hier sind allerdings feste Rastpunkte zur Einstellung vorgegeben. Damit lassen sich Tiefe, Details und Drama beeinflussen. Hier gilt: Der Effekt wird immer stärker, je weiter der Regler nach rechts gezogen wird.

Dabei ist es hilfreich, dass sich je nach Raststellung auch die Bezeichnungen verändern.

  • Tiefe:    Subtil / Normal / Stark
  • Detail:  Weich / Realistisch / Akzenturiert / Detailliert / Grungy
  • Drama: Flach / Natürlich / Tief / Trüb / Scharf / Körnig

Die Bezeichnungen sind durchaus hilfreich und erleichtern die Orientierung in diesem Bereich. Hier sollte man auf jeden Fall ein wenig mit den Reglern spielen.

Tonwert / Farbe

In diesen beiden Menüs werden die Tonwerte- und Farbanpassung beeinflusst. Eigentlich ist in diesem Bereich alles weitestgehend selbsterklärend. Wer mit Lightroom arbeitet, wird sich hier sofort zurechtfinden. Insgesamt lässt sich eine sehr feinfühlige Abstimmung erzielen. Auch hier würde ich wieder von oben nach unten arbeiten. Was ich in diesem Bereich etwas vermisse, wäre die Möglichkeit, einen exakten Weiß-Abgleich durchzuführen. OK, das ist Jammern auf hohem Niveau und lässt sich auch über andere Wege wie z.B. das Plugin Color Efex Pro erreichen. 

 Selektive & abschließende Anpassungen

Eine der mächtigsten Instrumente im gesamten NIK Universum sind nach wie vor die Möglichkeiten der selektiven Anpassungen mit Hilfe der Kontrollpunkte. Wie ich schon in Teil 1 geschildert habe, sind die Kontrollpunkte sehr flexibel und variabel zu steuern. Über einen Schieberegler lässt sich die Größe nahtlos steuern. Die verfügbaren Parameter sind jeweils von Plugin zu Plugin unterschiedlich, erreichen aber zum Teil ein Dutzend verschiedene Werte. Die Kontrollpunkte lassen sich kopieren und anschließend noch fein abstimmen in Größe und Intensität. Bei Kontrollpunkten mit gleicher Einstellung lassen sich diese zu einer Gruppe zusammenfassen. Das bietet den Vorteil, dass an einem Kontrollpunkt vorgenommene Änderungen auf alle Kontrollpunkte in der Gruppe angewendet werden.

Kontrollpunkte

Die Anzahl der Kontrollpunkte ist von Filter zu Filter unterschiedlich. In Color Efex sind maximal 64 Punkte möglich, in Viveza mehrere Hundert. Der jeweils aktive Kontrollpunkt ist immer Orange in der Kontrollpunktliste markiert und daher sofort zu erkennen. Die Kontrollpunktliste findet sich rechts im Menu Kontrollpunkte, als eine Art tabellarische Übersicht aller angewendeten Kontrollpunkte. Die Kontrollpunkte sind analog zu ihrer Entstehungszeit angeordnet.

Mit der quadratischen Schaltfläche direkt über der Kontrollpunktliste lassen sich diese mit einem Klick alle an- oder ausschalten. Eingeschaltet zeigt diese Vorschaumaske nur noch helle und dunkle Bereiche. Weiße Bereiche sind durch Kontrollpunkte beeinflusst, schwarze Bereiche nicht. Wenn man sich nur die Auswirkungen einzelner Kontrollpunkte ansehen möchte, sollte man rechts neben dem jeweiligen Kontrollpunkt ein Häkchen setzen. Damit wird nun nur die Vorschaumaske für diesen einzelnen Kontrollpunkt aktiviert.

Kontrollpunkte lassen sich jederzeit wieder entfernen, verschieben oder neu justieren, auch wenn die Vorschaumaske aktiv ist. Wenn man sich noch nicht sicher ist, ob man den Kontrollpunkt wirklich endgültig löschen möchte, lässt sich dieser auch erst einmal temporär deaktivieren, indem man links vor dem Kontrollpunkt das Häkchen entfernt. Mit Hilfe von Minus Kontrollpunkten lassen sich Bildbereiche gezielt vor Filterveränderungen schützen. Der Minus Kontrollpunkt hebt die Einstellungen wieder auf, die vorab über einen Kontrollpunkt hinzugefügt wurden.

Die abschließenden Anpassungen

Hier finden wir drei verschiedene Bereiche. Der erste Punkt im Menü hat den Namen Vignette, somit können wir hier den Effekt der Randabschattung als künstlerischen Effekt gestalterisch einsetzen. Hier lassen sich Größe, Form und Ausrichtung genau bestimmen und gezielt in der Bildwirkung verändern. Der nächste Bereich in diesem Menü ist der Reiter Graduated Neutral Density. Mit diesem Menüpunkt lässt sich die Wirkung eines Graufilters simulieren.

Mit den Reglern  obere und untere Helligkeit lässt sich der entsprechende Bildbereich gezielt beeinflussen. Es lässt sich also mittels dieser Regler nur der Himmel separat abdunkeln. Mit dem Regler Vertikal verschieben kann man dann die Härte des Übergangs zwischen dem vom Filter beeinflussten Bildbereich und dem Rest des Bildes bestimmen. Mit Horizont drehen verändert sich die Ausrichtung von horizontal zu vertikal. Der letzte Menüpunkt in Abschließende Anpassungen hat den Namen Tonwerte und Kurven.

Hier gibt es wieder vorgefertigte Einstellungen, die man einfach auswählen kann. Die Gradationskurve kann mit der Maus verschoben werden. Links befinden sich die hellen, rechts die dunklen Bereiche. Hier ist eine sehr feinfühlige, abschließende Korrektur möglich. Die Tonwerte lassen sich dann über die kleinen Dreiecke unterhalb der Kurve verschieben. Auch lässt sich jeder Farbkanal einzeln bearbeiten. Die Grundeinstellung ist hier allerdings die RGB Kurve. 

Bildbeispiele mit HDR Efex Pro2 erstellt.

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Nicht jedes Bild taugt als HDR! Gerade wenn man mit dieser Technik beginnt, neigt man dazu, gerade beim „Tonemapping“ etwas zu übertreiben! Nicht alles, was geht, ist immer sinnvoll, weniger oft mehr. Heutzutage hat sich der realistische Bildstil bei den meisten durchgesetzt. Seitdem sich die Bilder so natürlich in Lightroom entwickeln lassen und zusätzlich alle weiteren Möglichkeiten der RAW Bearbeitung bestehen bleiben, bin auch ich wieder Fan von HDR geworden. Aber wie schon gesagt, für ausgesuchte Bilder mit zurückhaltender Bearbeitung. Denn die HDR Technik steht für sich und ermöglicht per se schon bemerkenswerte Bilder, welche meiner Meinung nicht noch zusätzlich stark bearbeitet werden müssen. Die Kunst liegt allerdings im Auge des Betrachters!

HDR-Bilder mit Lightroom erstellen

Zunächst markieren wir alle Miniaturen unserer Belichtungsreihe. Laut Adobe sind drei verschieden belichtete Bilder ausreichend für ein gutes Ergebnis. Ich verwende in der Regel fünf unterschiedliche Bilder mit 4 Blendenstufen Differenz. Jetzt können wir die Fotos über die HDR Funktion im Menü Fotos Zusammenfügen von Fotos / HDR, oder einen rechten Mausklick auf der Auswahl und dem Kontextmenü Zusammenfügen von Fotos / HDR aufrufen.

Die Bilder sollten vorab auf keinen Fall entwickelt werden! Die meisten Entwicklungseinstellungen wie Belichtung, Lichter, Tiefen etc. werden von Lightroom bei der Verrechnung der Bilder sowieso ignoriert.

Einstelloptionen

Nach dem Aufrufen des Dialoges generiert Lightroom zunächst eine Vorschau des Bildes, was mitunter etwas dauern kann. Diese Vorschau ist ca. 1000px breit bzw. hoch. Zum Vergrößern klickt man eine Ecke des Dialogfensters an und verschiebt es mit gedrückter rechter Maustaste. Folgende Optionen sind konfigurierbar:

  • Automatisch ausrichten; bei Belichtungsreihen, welche aus der Hand fotografiert wurden, wird man nie eine 100% Überdeckung haben. Wenn wir hier das Häkchen setzen, verschiebt Lightroom die Bilder, so dass diese möglichst deckungsgleich übereinanderliegen. Weitere Fehler, welche durch eine veränderte Perspektive auftreten, lassen sich oft noch mit der Geister-effektbeseitigung entfernen.
  • Automatischer Tonwert; diese Option sorgt dafür, dass die Helligkeitswerte der ausgewählten Bilder möglichst im vollen Umfang verwendet werden. Damit wird die automatische Tonwertkorrektur angewendet, wie man sie auch im Entwickeln Modul oder der Ad-hoc-Entwicklung im Bibliothek Modul anwenden kann. Man kann diese deaktiviert lassen und dann später aktivieren. Allerdings ist bei Deaktivierung zu beachten, dass die Vorschau dann nur eine mittlere Belichtung darstellt und eventuell die Tiefen und Lichter nicht vollständig anzeigt.
  • Geistereffektbeseitigung; Geisterbilder entstehen immer dann, wenn auf einem Bild Dinge / Menschen / Wolken abgebildet sind, die auf den anderen Bildern fehlen oder sich an einer anderen Position befinden. Lightroom erkennt diese Geisterbilder automatisch.Wie stark oder ob man überhaupt diesen Geistereffekt beseitigen möchte, lässt sich mit den vier Schaltflächen, Keine, Niedrig, Mittel und Hoch einstellen.
  • Überlagerung für Geistereffekt anzeigen; sobald dieses Kästchen aktiviert ist, wird der Empfindlichkeitsbereich im Bild rot überlagert. Grundsätzlich sollte man den Empfindlichkeitsbereich so niedrig wie möglich halten. Ansonsten kann es im fertigen Bild zu Unschärfen kommen. Ich empfehle, hier wirklich den höchsten Wert zu meiden und mit einer niedrigen Korrekturstufe vorlieb zu nehmen.

Fertig verrechnetes Bild

Nachdem wir wie oben beschrieben alles ausgewählt haben wie gewünscht, drücken wir auf die Schaltfläche Zusammenfügen. Das Bild wird nun im Hintergrund in voller Auflösung berechnet. Es erhält den Namen des aktiven Bildes aus der Belichtungsreihe. In der Regel ist dies das als erstes ausgewählte. Dazu vergibt Lightroom den Zusatz HDR und legt es als DNG Datei auf der Festplatte ab.

Lightroom Wissen Inhaltsübersicht

Damit kann man im Entwickeln Modul nun das Lightroom Ausgangsbild noch erheblich korrigieren. HDR Bilder lassen sich um -10 bis+10 Blenden korrigieren. Normale DNGs lediglich um +/-4 Blenden. Grundsätzlich sind die Ergebnisse von Lightroom relativ „normal“ und fast schon unspektakulär. Wenn man die Schatten stark aufhellt, fällt einem allerdings sofort auf, dass das störende Rauschen nicht auftritt.

Feintuning manuell

Da das Rechenergebnis von Lightroom nur ein Entwicklungsvorschlag darstellt und die Datei als DNG vorliegt, können wir nun noch erheblich in die Bildentwicklung eingreifen. So ist es sogar jetzt noch möglich, den Weißabgleich ohne Probleme zu verändern oder beherzt mit dem Lichter oder Tiefen Reglern zu experimentieren. Es ist immer wieder erstaunlich, wie stark man das HDR Bild hinterher noch bearbeiten kann.

Endergebnis

Im Ergebnis erhält man ein HDR Bild mit ziemlich realistischem Bildausdruck. Das ganze Prozedere ist recht einfach und übersichtlich gestaltet. Dadurch fehlen dem einen oder anderen vielleicht einige Eingriffsmöglichkeiten.Wer dies wünscht, sollte sich nach einem Spezialprogramm wie HDR Efex von NIK Filtern, Photomatix Pro oder anderen umsehen.

Mit dieser Spezialsoftware lässt sich der Bildeindruck wesentlich stärker beeinflussen. Der Vorteil der Lightroom Variante ist ein wesentlich unkomplizierterer Workflow, zwar mit eingeschränkten Korrekturmöglichkeiten, allerdings ohne Lightroom verlassen zu müssen.

Die integrierte HDR-Funktion von Photoshop Lightroom CC bietet die Möglichkeit, das fertige HDR Bild im DNG-Format zu speichern. Dadurch erhält man mehr Freiheiten bei der Bearbeitung als andere HDR-Programme. Dies kommt allen entgegen, die besonders starke Korrekturen vornehmen möchten, oder die ein optimales Ergebnis ohne Kompromisse erzielen möchten. Hier findet ihr meinen Artikel mit Link zum kostenlosen Download von Photomatix Pro 5, wenn ihr einmal eine Alternative zu Lightroom ausprobieren wollt!

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Fazit / Empfehlung

Die fast schon tot geglaubte HDR Technik ist in meinen Augen immer noch sehr hilfreich, wenn es darum geht, extrem dynamik- und kontrastreiche Bilder in den Griff zu bekommen. Häufig wird es mithilfe dieser Technik überhaupt erst möglich, ein druckbares und darstellbares Foto zu produzieren. Die Zeiten von kitschigen, stark übersättigten und extrem bunten HDR-Bildern gehören meiner Ansicht nach der Vergangenheit an. Hier findet ihr meinen Artikel mit Link zum kostenlosen Download von Photomatix Pro 5. Wer viele HDR-Aufnahmen bearbeitet, wird sich über die gut funktionierende Autokorrektur freuen. Insgesamt ist die HDR-Funktion von Photoshop Lightroom CC ein sehr überzeugendes Feature.

Collage Landschaft schmal Stefan Mohme

Die Bedienung ist einfach und übersichtlich gehalten, und mit der DNG Speicherung behält man für die finale Entwicklung alle Optionen. Die Landschaftsfotografie ist ein weites Feld. Nicht immer muss man weite Reisen für beeindruckende Bilder unternehmen. Weitere allgemeine Anregungen um die eigenen Bilder zu verbessern gibt es hier. Man sieht jedoch, dass z.B. ein Stativ einen ziemlich zentralen Punkt darstellt. Erst damit werden längere Belichtungszeiten (wichtig für Filterfotografie oder früh morgens und abends) oder stark abgeblendete Aufnahmen (wichtig für hohe Schärfentiefe) möglich.

Hier findet ihr meinen Artikel zur Ausrüstung f. Landschaftsfotografie

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Meine Wissen Artikel hier.

Meine Landschaftsbilder findet ihr hier.

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Letzte Aktualisierung am 22.05.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 57 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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