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Makrofotografie was ist das, wie geht das?, Teil 5, Motive in der Natur.

Makrofotografie was ist das, wie geht das?, Teil 5, Motive in der Natur.

In Teil 5 meiner Reihe geht es nun um die endlos vielen Motive, welche die Natur uns frei Haus liefert. Die meisten Einsteiger im Bereich Makrofotografie finden über Naturmotive den Zugang zu diesem Spezialgebiet der Fotografie. 

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Egal, ob Details von Bäumen, kleinere Pflanzen oder letztlich einfach Blumen, vieles ist als Motiv im Makrobereich verwendbar. Allein die verschiedenen Jahreszeiten sorgen stetig für neue Ansichten der uns bekannten Motive. Die Farben sind in jedem Monat anders und die Motive befinden sich dadurch im ständigen Wandel.

Makrofotografie, was ist das, wie geht das?

Teil 5, Motive in der Natur

In der Natur bieten sich Blumen als „Einsteiger“-Motive für Makroaufnahmen an, denn ihre tollen Farben und unglaublichen Muster sind ideal geeignet, die Grundlagen der Makrotechnik zu erlernen. Wenn man es schafft, den Wind zu eliminieren, hat man mit minimalem Aufwand die großartigsten Motive, die man sich vorstellen kann. In der Regel auch noch direkt vor der Haustür oder perfekter Weise im eigenen Garten.

Blumen

Blumen sind natürlich der Klassiker in der Nah – und Makrofotografie. Eine unendliche Anzahl von Farben und Formen bescheren uns hier in jedem Frühjahr aufs neue Motive in Hülle und Fülle! Mitunter muss man gar nicht weit vor die Tür oder in den Park gehen, um passende Motive zu finden; die Blumenschale vor der Haustür oder auf dem Balkon reicht oftmals für die ersten Versuche völlig aus. Hier lassen sich die Witterungsbedingungen dann auch noch recht gut kontrollieren. Denn ein großes Problem bei den feinen Blumen und Blüten ist der Wind! Diese Umwelteinflüsse lassen sich bei Schnittblumen in der Vase im Wohnzimmer oder in der Küche komplett eliminieren. Gerade für Anfänger ein großer Vorteil. Außerdem bieten Blumensträuße auf kleinstem Raum eine riesige Farben – und Formenvielfalt, die man in der Natur in der Regel so nicht antrifft.

Wiesenblumen

So lassen sich unter diesen Bedingungen viele verschiedene Varianten fotografieren. Man kann Bildausschnitt und Schärfeebene variieren und mit der Belichtung oder Blitzlicht spielen.Gerade der Makroblitz ist hier oft hilfreich, um eine möglichst schattenfreie Ausleuchtung zu bekommen. Zusätzlich lässt sich dann durch starkes Abblenden eine große Schärfentiefe erreichen. Hat man sich mit den Motiven vertraut gemacht und kann die Bildwirkung seiner Einstellungen einschätzen, sollte man sein Revier auf die Felder und Wiesen in der Umgebung ausweiten. Hier finden sich dann auch öfter einzelne freistehende Exemplare, welche sich dann wesentlich besser mit passendem natürlichen Hintergrund freistellen lassen.

Nebenbei lernt man so vergleichsweise schnell die heimische Fauna und Flora kennen. Kleine Taschenlexika helfen unterwegs bei der Bestimmung der Arten. Vieles, was allgemein als Unkraut betitelt wird, blüht trotzdem farbenprächtig und ist somit eine Aufnahme wert. Sicherlich sind Rosen und Orchideen edle Gewächse, aber auch die Feld – und Wiesenpflanzen stehen diesen in Form und  Farbenpracht kaum nach. Für die Winterzeit bieten sich in vielen Städten „Tropenhäuser“ für die Ausübung des Hobbys an. Bei der Blumenfotografie ist die Präsentation sehr wichtig. Das Freistellen der Blüte in dem natürlichen Lebensraum der Pflanze erfordert hier oft einige Versuche, um zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen.

Gestaltung / Objektiv

Sehr vorteilhaft wirkt sich zusätzliches Beiwerk wie Insekten oder Tautropfen auf den Bildern aus. Natürlich sind gerade die beweglichen und schnellen Insekten eine wahre Herausforderung. Für den Anfang vielleicht etwas zuviel! Gerade die kleinen Blumen rutschen schnell durch unseren Fokus, aber Gänseblümchen und Margeriten sind immer wieder dankbare Motive. Wichtig ist der korrekte Fokus an der bildwichtigen Stelle mit entsprechender Schärfentiefe.

Für die Ausrüstung würde ich in der freien Natur ein lichtstarkes Makroobjektiv mit 90-105mm Brennweite und f/2,8 bevorzugen. Ich selber habe lange Jahre ein Tamron 90mm Makro F/2,8 benutzt. Dies ist nach wie vor kostengünstig zu bekommen und bietet eine hohe Abbildungsqualität. Meinen Erfahrungsbericht zum Tamron 90mm findet ihr hier. Seitdem ich auf das Vollformat umgestiegen bin, verwende ich ein Sigma Makro 105mm F/2,8. Auch zu diesem Objektiv habe ich hier eine Erfahrungsbericht geschrieben.

Insekten

Die Königsklasse der Makrofotogrfie sind für mich die Insekten. Hier können wir Details sichtbar machen, die mit bloßem Auge kaum erkennbar sind. Diese winzige Welt ist riesig. Allerdings sind die Schmetterlinge, Bienen, Käfer und Fliegen durchaus eine große Herausforderung als Fotomotiv. Anfänger können daran schnell verzweifeln und auch Fortgeschrittene benötigen immer wieder viel Geduld und Ausdauer, um das perfekte Bild zu bekommen. Wer tolle Insektenfotos machen möchte, sollte sich etwas mit der Biologie der Tiere und deren Lebensraum beschäftigen. Von großem Vorteil sind hier auch Makroobjektive wie das Sigma 150mm F/2,8 Makro, welches uns eine relativ großen Arbeitsabstand von knapp 40 cm ermöglicht. Da die Fluchtdistanz dieser kleinen schreckhaften Tiere sehr gering ist, ist ein größerer Arbeitsabstand hier sehr hilfreich.

Noch besser, aber preislich für mich nicht zu bezahlen, wäre das Sigma Makro 180mm F/2,8. Daher steht es nach wie vor lediglich auf meinem „Wunschzettel“. Dazu muss man natürlich sagen, dass diese Objektive sehr groß und schwer sind. Was bedeutet: die Handhabung ohne Stativ ist extrem schwierig. Damit kommen wir zu einem Fotozubehör, welches bei intensiver Beschäftigung mit der Makrofotografie immer dabei ist: das Stativ. Gerade bei schweren Telebrennweiten unerlässlich. Ich benutze für unterwegs mittlerweile ein Carbon Stativ von Sirui. Das Sirui T 1204 X wiegt selbst mit einem stabilen Kopf wie dem Sirui K20x lediglich 1,3 kg. Meinen Erfahrungsbericht zum Stativ findet ihr hier , den zum Kopf hier.

Bienen & Hummeln

Um kleine Insekten wie Bienen oder Fliegen in vernünftiger Größe abzubilden und anschließend zu drucken, müsssen wir einen Abbildungsmaßstab von 1:1 erreichen. Das bedeutet einige technische Schwierigkeiten zusätzlich zu den kaum ruhig an einem Ort verweilenden Tieren. Hier müssen wir uns gerade zu Anfang auf eine Menge „Ausschuss“ bei den Bildern einstellen. Geduld und Ausdauer sind hier gefragt. Hummeln und Bienen sind Bestäuberinsekten, welche sich von Pollen und Nektar ernähren. Blumen und Blüten ziehen diese Insekten also magisch an.Lange Brennweiten sind absolut von Vorteil, unter 90 mm Brennweit würde ich nicht versuchen, diese Insekten zu fotografieren. Bei einer Körpergröße von ca. 15 mm braucht es eben auch einen vernünftigen Abbildungsmaßstab, um auf eine entsprechende Abbildungsgröße im fertigen Bild zu kommen.

Gestaltung / Objektiv

Natürlich sind Fotos dieser Insekten im Zusammenspiel mit farbigen Blüten vor einem freigestellten Hintergrund ein Traum für jeden Makrofotografen. Kritisch ist immer das Fokussieren. Egal, ob mit Autofokus oder manuell: beim Abbildungsmaßstab von 1:1 reicht die minimalste Bewegung der Kamera, und der Schärfepunkt ist verloren. Also auch hier gilt: der Erfolg führt sicherlich gerade zu Anfang über viele Versuche. Wie schon erwähnt, sind diese flinken Insekten, zu der auch die Schwebefliege oder die ganz normale „Stubenfliege“ gehört, die Königsklasse der Makrofotografie. Hier braucht es auf jeden Fall einiges an Erfahrung, um zuverlässig zu guten Ergebnissen zu kommen.

 Bäume

Baumdetails sind spannende und zugleich „geduldige“ Fotomotive. Allerdings muss man in der Regel zweimal hinschauen, damit sich einem die verschiedenen Motive erschließen. Hier finden wir gerade auch in der Baumrinde viele Strukturen, geprägt von Linien und unterschiedlichsten Mustern. Farbe spielt hier eher eine untergeordnete Rolle; eine Umwandlung in Schwarzweiss wäre hier auch immer eine Option. Die grafischen Elemente sollten hier also im Vordergrund stehen!

Natürlich sind auch Wurzeln und das sogenannte „Totholz“, was man gerade in den Nationalparks immer mehr sieht, dankbare Motive. Bei der einfachen Draufsicht wird relativ wenig Tiefenschärfe benötigt, und so lassen sich hier auch viele Aufnahmen noch aus der Hand schießen. Tiefstehendes Licht wirkt sich sehr vorteilhaft auf die „Plastizität“der Baumstämme aus. Grundsätzlich ist fehlendes, direktes Sonnenlicht bei diesen eher einfarbigen“ Motiven“ kein großes Problem.

Gestaltung / Objektiv

Für die Ausrüstung gilt, dass wir hier oftmals schon mit Standard Objektiven inkl. Makrofunktion wie dem Sigma 17-70mm F/2,8-4,0 erfolgreich tolle Bilder machen können. Ich habe mit einem Nikon 40mm Makro F/2,8 begonnen, was für solche Motive absolut OK ist. Meinen Erfahrungsbericht zum Nikon 40mm Makro findet ihr hier.

Anderes

Natürlich gibt es neben den Klassikern wie Blumen und Insekten auch vieles weiteres am Wegesrand, was für die Makrofotografie ein lohnendes Motiv abgibt. Dazu gehören z.B. die verschiedenen Getreidesorten in Form von einzelnen Halmen. Hier ist die Schwierigkeit neben der Windempfindlickeit die Freistellung der einzelnen Halme. Auf den Getreidefeldern steht ja Halm an Halm und lässt sich so relativ schlecht aus diesem Umfeld herauslösen. Besonders die Gerste drängt sich unter den Getreidesorten als Fotomotiv mit ihren langen Grannen auf. Dies sind die langen Fäden am Ende der Ähren. Auch hierfür ist eine lange Brennweit ab 105mm Makro empfehlenswert mit möglichst offener Blende, damit der Schärfentiefebereich möglichst klein bleibt.

So verschwindet dann das restliche Getreidefeld in der Unschärfe. Blätter sind ein weiterer Motivbereich mit allen erdenklichen Formen und Farben, der für die Makrofotografie gut geeignet ist. Dazu kommen noch die verschiedenen Jahreszeiten, die für weitere große, visuelle Unterschiede bei den Blättern sorgen. Damit die Farben gut zur Geltung kommen, empfiehlt sich Sonnenlicht oder Gegenlicht, um die feinen Strukturen der Blätter gut herauszuarbeiten. Hier sollte man auch immer etwas mit der Blende experimentieren.

Schließlich stellen die Gräser noch eine weitere große Gattung für die Makrofotografie dar. auch hier gilt ähnliches wie beim Getreide. Die Kunst ist, den einzelnen Grashalm aus der Menge zu isolieren und gekonnt freizustellen. Vorteil der Gräser ist deren geringe Tiefenausdehnung. Dadurch können wir sehr niedrige Blenden einsetzen, um den Hintergrung komplett unscharf abzubilden. Auch hier machen sich z.B. Wasser- oder Tautropfen sehr plakativ auf dem eigentlichen Motiv.

Fazit / Empfehlung

Die Natur bietet unendlich viele Möglichkeiten für Makrofotografen. Meine obige Auswahl ist keinesfalls umfassend und soll lediglich einen groben Überblick über die Motivauswahl geben. Für jeden Schwierigkeitsgrad ist hier etwas dabei. Umso kleiner und beweglicher die Tiere, umso schwieriger die fotografische Umsetzung. Für Einsteiger und Anfänger eignen sich zu Anfang in erster Linie Motive, die unbeweglich, statisch und wenig windempfindlich sind.

Hat man die ersten Hürden genommen, kann man sich jederzeit an schwierigere Motive machen. Dazu zählen sicherlich Schmetterlinge, Bienen, Fliegen oder gar Libellen. Für alles in der Natur gilt natürlich: nichts sollte für ein Foto zerstört oder grob beschädigt werden. Der respektvolle Umgang mit Flora und Fauna ist selbstverständlich. Geduld und Ausdauer sind Tugenden, die in der Makrofotografie genauso dazugehören wie „Glück“!

In Teil 6 dieser Reihe soll es um Strukturen und Texturen als Motive gehen.

Meine Reihe zur Makrofotografie findet ihr hier.

Zur Reihe Fine Art Drucken hier.

Die Fototechnik die ich verwende hier.

Meine Makro Bilder findest du hier.

 

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Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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