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Kleine Papierkunde Teil 1, normales Fotopapier.

Kleine Papierkunde Teil 1, normales Fotopapier.

Kleine Papierkunde Teil 1, normales Fotopapier. Wie die meisten ja wissen, bin ich ein großer Fan des gedruckten Bildes. Erst wenn das Foto gedruckt ist, ist es ein Bild. Vorher nur eine digitale Datei! Meine kleine Papierkunde soll ein Überblick über die Druckerpapiere geben. So möchte ich versuchen immer, mehr Fotografen davon zu überzeugen, ihre Bilder auf Papier zu bringen. Natürlich gibt es hier ein weites Spektrum an Möglichkeiten.

Fotopapier

Das fängt mit „normalen“ Fotopapieren an und geht weiter bis hin zu den sogenannten Fine Art Papieren. Aber worin unterscheiden sich die einzelnen Papiere? Muss es immer teuer sein? In meiner heutigen kleinen Papierkunde beschäftige ich mich in Teil 1 mit den normalen Fotopapieren. In Teil 2 folgen dann  die Fine Art Medien.

Eine kleine Papierkunde

Papierkunde Teil 1, normale Fotopapiere.

Auch mit „einfachen“ und günstigen Fotopapieren kann man mit den heutigen Druckern erstaunliche, zum Teil sogar beeindruckende Ergebnisse erzielen. Wenn die Tinte nicht mit dem Papier harmoniert oder die Druckerrollen hässliche Spuren auf dem Papier hinterlassen, wird es auch nichts mit dem perfekten Druck. Wichtig ist immer das perfekte Zusammenspiel von Papier, Drucker und Tinte, abgestimmt auf das zu druckende Foto / Bild.

Auch wenn der Markt überschaubar ist, was Tinte und Fotopapiere angeht, kann man hier doch eine Menge falsch machen. Das Ergebnis sind dann flaue Drucker mit flachen Farben, die dann eher für den Mülleimer als für das Fotoalbum geeignet sind. Eine Einführung zu den verschiedenen Tinten findet ihr hier in Teil 1 meiner Artikelserie Fine Art Drucken. Meinen Artikel Drucken für Anfänger findet ihr hier.

Fotopapier

Grundsätzlich unterscheidet man vier verschiedene Papiersorten anhand ihrer Beschichtung: porös, cast coated (Guss gestrichen), mikroporös und quellbar. Nur zwei davon sind für den Fotodruck geeignet, nämlich die mikroporösen und die quellbaren. Die Klassiker für Fotos zum Selbstausdrucken sind also Papiere mit quellbaren und mikroporösen Beschichtungen. Die Beschichtung nimmt die Farbe auf.

Man spricht dann von Adsorption, im Gegensatz zu Absorption, wobei die Farbe im Papiergrundträger aufgenommen wird. Leichte Inkjetmedien wie normales Officepapier verfügen in der Regel über keine Barriere zwischen Beschichtung und dem Trägerpapier. D. h. die Tinte wird direkt von der Basisschicht, dem sogenannten Unterstrich, aufgenommen. Meine persönlichen Papierempfehlungen für meinen Epson SC P 800 findet ihr hier. Hier findet ihr normale Fotopapiere genauso wie hochwertige Fine Art Papiere.

Quellbare Beschichtung

Fotopapiere verfügen über wasserfeste Barrieren in Form von PE-Folien. Das Trägerpapier bleibt trocken und gibt dem Papier als ganzes Halt. Der wesentliche Unterschied der beiden Foto-tauglichen Beschichtungen liegt in der Aufnahme der Tinte. Quellbare Beschichtungen sind wasserlöslich und -empfindlich. Die Flüssigkeit wird von der Schicht aufgesogen, die daraufhin aufquillt. Beim Trocknen verdunstet das Wasser, die Farbstoffe bleiben, und die Papieroberfläche nimmt wieder an Volumen ab. Die Trockenzeit bei quellbaren Beschichtungen ist länger als bei den mikroporösen. Die Meinungen, wie lang das wirklich ist, gehen auseinander. Manche sprechen von rund 20 Minuten, andere wiederum gehen auf Nummer sicher und lassen bis zu 24 Stunden verstreichen, bis der Druck als trocken gilt.

Fotopapier

Tecco PPG 250 Seidenglanz

Solange die Oberfläche noch aufgequollen ist, ist diese sehr empfindlich und bekommt leicht Druckstellen oder Kratzer. Eine weitere Einschränkung ist die relative Unverträglichkeit mit Pigmenttinten. Quellbare Beschichtungen eignen sich für Dye-Tinten, in denen der Farbstoff gelöst ist. Der große Vorteil der quellbaren Beschichtung ist, dass die Farbstoffe in der Polymermatrix eingeschlossen werden. Oxidative Gase wie beispielsweise Ozon haben damit kaum Angriffsfläche. Dye-, sprich Farbstofftinten finden wir eher in der einfacheren Druckerklasse im Einsteigersegment. Der große Nachteil ist die geringe Lichtbeständigkeit dieser Tinten. Das bedeutet, unter UV- Strahlung verlieren die Farben relativ schnell ihre Brillanz und verblassen. Vorteile sind der höhere Glanzgrad und hoher Farbumfang.

Fotopapier

Mikroporöse Beschichtung

Das ist bei den mikroporösen Beschichtungen anders. Auf diesen Papieren wird ebenfalls auf einer PE-Folie zur Sperrung gegen Flüssigkeitseindringen in den Papierträger eine Art Kieselsäure-Beschichtung (Silica) aufgetragen. Wie bei einem Schwamm wird die Tinte durch Kapillarwirkung tief in die Schicht gezogen und lagert sich auf den wie winzige Glaskügelchen gelagerten Kieselsäurebestandteilen ab. Die Oberfläche fühlt sich so sofort trocken an und ist relativ unempfindlich gegen Berührungen. Trotzdem sollten auch diese Papiere eine Zeit lang offen liegen, damit das Wasser verdunsten kann.

Wer ein Foto gleich nach dem Druck hinter Glas bringt, wird die Farben ineinander laufen sehen. Wie die Tinte in das Papier eindringt, so dringen auch Gase ein, und die Farbmoleküle sind weniger geschützt. Die volle Fotoeignung ergibt sich außerdem durch die relative Klarheit der Beschichtung. Die Farbbrillanz ist deshalb sehr gut. Durch die Auswahl der Kieselsäure und evtl. Zusatzmittel wie optische Aufheller wird der Zweck des Papiers festgelegt. Die Hersteller können so mit relativ geringen Kosten Papiere für alle möglichen Zwecke herstellen.

Das Auflösungsverhalten der Silicaschicht bestimmt, wie viel Tinte das Papier aufnehmen kann. Ein Mehr an Tinte, als das Papier aufnehmen kann, erzeugt keine weiteren Tonwerte und macht das Papier dicht; es kann zu Pfützenbildung kommen. Diese Papiere eignen sich in der Regel sehr gut für Pigmenttinten sprich Feststofftinten. Mein Epson SP C800 Drucker ist ein Drucker, der z.B. Pigmenttinten verwendet. Diese gelten als extrem licht- und alterungsbeständig in Kombination mit dem richtigen Papier. Nachteil ist der etwas kleinere Farb- und Glanzumfang.

Fotopapier,viele,verschiedene

Verschiedene Fotopapiere mit unterschiedlichem Weissgrad

Also für den Fotodruck werden entweder die quellbaren oder die mikroporösen Beschichtungen verwendet, die vom Trägerpapier durch PE-Folien getrennt sind. Die Papierbasis kann so für Stabilität sorgen, und die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur haben unter normalen Umständen wenig Einfluss auf das Verhalten des Papiers. Lediglich in Extremsituationen (wie einer Luftfeuchtigkeit unter 20 %) kann es dazu kommen, dass quellbare Beschichtungen teilweise keine Tinte mehr aufnehmen. Zusammen mit der längeren Trocknungszeit, ihrer Inkompatibilität mit den meisten Pigmenttinten und einem zumindest in früheren Zeiten bestehenden Tintenlimit haben die mikroporösen Papiere den Siegeszug angetreten.

Fotopapier

Tecco BT 270 Baryt

Diese haben zwar auch ihre Probleme, wie einen weniger guten Schutz gegen eindringende Gase oder die Empfindlichkeit der Oberfläche vor dem Druck. Ein Fingernagelabdruck kann dafür sorgen, dass die mikrofeinen Poren an dieser Stelle keine Farbe mehr aufnehmen können. Bei ordnungsgemäßer Handhabung ist dieses Problem aber zu vernachlässigen. Ein Punkt, dem man ebenfalls Beachtung schenken sollte, ist die Grammatur, also das Gewicht des Papiers in Gramm pro Quadratmeter.

Bei quellbar beschichteten Papieren liegt dies in der Regel zwischen 120 und 300 g/m², bei den mikroporösen zwischen 170 und 300 g/m². Je schwerer das Papier, desto wertiger wirkt der Druck, allerdings hat so mancher Drucker mit schwerem Papier ein Problem. Wenn Schleifspuren entstehen oder das Papier gar nicht erst eingezogen wird, greift man besser zu leichteren Papieren.

Fazit / Zusammenfassung

Als folgende Faustregel kann man sagen: Ein quellbar beschichtetes Papier sollte möglichst nur mit Dye-, sprich Farbstofftinten verwendet werden. Es gibt Pigmenttinten, sprich Feststofftinten, die man verwenden kann. Das ist aber eher die Ausnahme. Nur hochauflösende Papiere, die mit der Auflösung des Druckers harmonieren, können die gewünschte tonale Vielfalt in Fotos erreichen.

Ein weiterer Punkt ist die Glanzbeschichtung der Papiere, die in der Regel matt, halbmatt oder glänzend sein kann. Matte Papiere sind unempfindlicher, glänzende eher kapriziös. So ist beispielsweise Pigmenttinte nicht gleich Pigmenttinte. Der Glanzgrad und der Farbumfang bei den Pigmenttinten ist in der Regel schlechter als bei Dye Tinten. Je nach Größe der Pigmente und Zusatz von Kunstharzen zur schützenden Ummantelung geht man schon mal mit bestimmten hochglänzenden Papieren baden. Für Druckanfänger eignen sich daher zum Experimentieren matte Fotopapiere mit späterem Umstieg ins glänzende Segment.

Es gibt also nicht das eine perfekte Papier für jede Situation und jedes Motiv. Zum Glück ist jedoch die Auswahl an Materialien riesig und verlockend. Es wäre schade, wenn wir nicht hin und wieder etwas Neues ausprobieren würden, und nicht verschiedene dieser hervorragenden Papiere einsetzen könnten. Daher möchte ich jedem empfehlen, der im Besitz eines so hochwertigen Druckers ist, auch hin und wieder etwas Neues zu testen.

Meine persönlichen Papierempfehlungen zum Drucken.

Mein Erfahrungsbericht zum Epson SC P 800

Meine Reihe Drucken Fine Art Printing hier.

Mein Artikel Drucken für Anfänger hier.

Der Artikel Drucken High End hier.

 

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Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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