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DSLR und DSLM, welche Vor – & Nachteile gibt es?

DSLR und DSLM, welche Vor – & Nachteile gibt es?

Nach langem Abwarten hat Nikon am 23.08.2018 seine neue Z – Serie im Bereich spiegelloser Vollformatkameras ( DSLM ) vorgestellt. Auch die Fa. Canon scheint nun zum Ende des Jahres, spätestens Anfang 2019 mit einem konkurrenzfähigen Produkt in dieser Klasse an den Start gehen zu wollen. Also wendet sich das Blatt nun? Geht die Ära der DSLR langsam ihrem Ende entgegen oder haben beide Systeme nebeneinander her ihre Daseinsberechtigung?

DSLR versus DSLM das möchte ich in diesem Artikel klären und dabei auf die technischen Unterschiede beider Systeme genauer eingehen. Meinen Artikel zur Vorstellung der neuen spiegellosen Vollformatkameras von Nikon findet ihr hier. Damit hat auch Nikon ein deutliches Zeichen gesetzt, was es von dieser Technologie für die nächsten Jahre erwartet. Wer solch ein hochwertiges und leistungsfähiges neues Kamerasystem am Markt platziert, hat sicherlich große Erwartungen an die Entwicklungsfähigkeit dieser Technik!Nikon,kamera,z7,D850

DSLR versus DSLM

Bei beiden Kameratypen handelt es sich um sogenannte Systemkameras. Beide Systeme bieten unterschiedliche Kamerabodies, Zoomobjektive, Festbrennweiten, Blitzgeräte und weiteres Zubehör, welches sich wechseln lässt. Wo also ist der entscheidende Unterschied? Es gibt eine Reihe von Vorteilen und Nachteilen beider Systeme. Viele Profis fotografieren mit beiden Kamerasystemen, den Spiegellosen Kameras (engl. DSLMs) und den Spiegelreflex Kameras (engl. SLRs oder DSLRs zu deutsch: Digitale Spiegelreflex), denn die Vorteile lassen sich bisher bei keinem Anbieter in einer einzigen Kamera vereint finden. Meinen Artikel, welche Kamera passt zu mir findet ihr hier.

 

 

Vor einigen Jahren waren Spiegelreflexkameras noch das Nonplusultra beim Fotografieren. Und wer auf hohem Niveau fotografieren wollte, der kam um den Kauf einer DSLR nicht herum, möglichst mit Vollformat Sensor. Doch seit einigen Jahren haben die Spiegelreflexkameras nun ernsthaft Konkurrenz durch die spiegellosen Systemkameras DSLM (kurz: DSLMs) bekommen. Diese hatten anfangs zwar noch mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen, haben zuletzt aber kräftig aufgeholt und sind den DSLRs inzwischen in einigen Bereichen sogar überlegen. Aus diesem Grund stellen sich viele – wie mittlerweile ich auch – vor dem Kauf einer neuen Kamera die Frage: DSLR oder DSLM?

Allgemein

Fangen wir mit einem Unterschied, der bei der Frage DSLR oder DSLM und beim Betrachten verschiedener Modelle vermutlich als erstes ins Auge fällt: Spiegellose Systemkameras sind kleiner als eine Spiegelreflexkamera und dementsprechend leichter. Auch die Objektive sind häufig kompakter. Der Grund dafür liegt auf der Hand: DSLMs verzichten wie schon erwähnt auf die aufwendige Spiegelkonstruktion im Inneren, wodurch eine kompaktere Bauweise möglich ist.

Die geringere Größe ist in den meisten Fällen ein großer Vorteil. Wer häufig den ganzen Tag mit seiner Kamera unterwegs ist, freut sich über das geringere Gewicht und die kleinere Kamera, die einfach mobiler und auch besser unterzubringen ist. Lediglich für Menschen mit sehr großen Händen fühlen sich DSLMs ab und an zu klein an. Auch bevorzugen manche wirklich große und massive Griffe, um die Kamera gerade mit langen Telebrennweiten oder lichtstarken Objektiven gut halten zu können.

Sucher

Beginnen wir mit einem der grundlegenden Unterschiede. Bei einer DSLM fehlt die gesamte Spiegelkonstruktion. Trotzdem haben viele spiegellose Systemkameras einen Sucher zu bieten, wie geht das? Ganz einfach: es handelt es hier nicht um einen optischen Sucher, der ein „echtes“ Bild zeigt, sondern um einen elektronischen Sucher (kurz: EVF). Dieser elektronische Sucher ist im Grunde nichts anderes als ein kleines Display / Fernseher. Bei einer DSLM fällt das Licht nicht zuerst auf den Spiegel, sondern direkt auf den Sensor, wo das Bild vereinfacht ausgedrückt „erzeugt“ und dann wieder in digitaler Form auf dem EVF / Sucher ausgegeben wird. Es ist also ein künstlich erzeugtes und kein echtes Bild. Der elektronische Sucher der spiegellosen Kamera hat natürlich einen größeren Strombedarf, liefert aber weitaus mehr Anzeige-Funktionen und Unterstützung als der mechanische Sucher der SLR.

 

So sieht man beispielsweise in einem elektronischen Sucher das Bild in der Form, in der man es später auch auf seiner Speicherkarte wiederfinden wird. Das heißt: Wenn man Einstellungen wie zum Beispiel die ISO-Empfindlichkeit verändert, sieht man im Sucher auch gleich, wie sich das auf das Bild auswirken wird. Bei einem optischen Sucher ist das nicht der Fall – logisch, hier schauen wir ja sozusagen nur in einen Spiegel und nehmen das Motiv vor der Linse so wahr, wie wir es mit unserem menschlichen Auge eben erfassen. Ob man einen OVF oder einen EVF und damit DSLR oder DSLM bevorzugt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Doch in der günstigeren Klasse bis sagen wir 500 Euro haben die Spiegelreflexkameras die Nase vorn. Schon allein deshalb,  weil viele DSLMs in dieser Preisklasse überhaupt keinen Sucher besitzen. In etwas höheren Preisklassen ist in den Augen vieler aber der elektronische Sucher mit all seinen Einblendungen und der Möglichkeit, das fertige Bild mit Berücksichtigung der Einstellungen anzeigen zu lassen, die bessere Wahl. 

Sensorformate 

Microfourthird / APS C / Vollformat

Die Hersteller von Systemkameras bieten Vollformat-Sensoren und kleinere, wie APS-C- oder Micro four third-Sensoren. Die Bildqualität von spiegellosen Kameras und der von Spiegelreflex Kameras bei identisch groß verbauten Sensoren auch gleich gut. Selbstverständlich gibt es hier kleinere und größere Qualitäts-Unterschiede zwischen den Marken und Sensoren.

Sowohl DSLRs als auch DSLMs können mit großen oder kleinen Sensoren arbeiten, da gibt es keine Einschränkungen bei einem der beiden Systeme. Im teuren Vollformat-Bereich ist die Auswahl bei den DSLRs aktuell aber noch etwas größer. Wie die Neuvorstellungen der spiegellosen Kamerasysteme von Nikon und Canon zeigen, ändert sich das auch gerade!

Autofokus & Geschwindigkeit

Größere Unterschiede bei der Beantwortung der Frage DSLR oder DSLM gibt es dann aber wieder beim Autofokus. Hier gibt es zwei verschiedene Technologien: Phasendetektions-AF und Kontrast-AF. Spiegelreflexkameras arbeiten mit einem Phasendetektions-AF, der schneller ist als ein Kontrast-AF und vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen zuverlässiger seine Dienste verrichtet. Noch vor einigen Jahren gab es ausschließlich DSLMs mit Kontrast-AF, was ein klarer Vorteil für die DSLRs war. Diese setzen nämlich auf ein zusätzliches Autofokus-Modul im Kamera-Gehäuse (in dem der Phasen-AF untergebracht ist), mit welchem die DSLMs nicht aufwarten konnten. Meinen Artikel zur Autofokustechnik findest du hier.

Mittlerweile verbauen die Hersteller teurer spiegelloser Systemkameras ebenfalls Phasendetektions-Messfelder  und zwar auf dem Sensor selbst! Oftmals gibt es sogar zusätzlich zu den Phasen-AF-Messfeldern auch Kontrast-AF-Messfelder. Diese Kombination nennt sich dann Hybrid-Autofokus. In Bezug auf die Geschwindigkeit gibt es nun in den teureren Preisbereichen also keine Vorteile mehr für die DSLRs. Im Gegenteil, denn die Abdeckung mit Autofokusfelder speziell beim Vollformat war gerade bei DSLRs immer ein Schwachpunkt. Im Randbereich war diese häufig äußerst lückenhaft.

                                                                                            AF Felder Nikon D850

Heutige DSLMs bringen es auf sagenhafte 95% Bildfeldabdeckung mit ihren Autofokusfeldern. Dazu  haben diese die Geschwindigkeiten dermaßen gesteigert, dass die DSLR jetzt das Nachsehen haben. Auch im Bereich Video ist die AF Verfolgung auch gerade sich bewegender Motive deutlich besser als bei den DSLRs. Die Zeiten ändern sich und zwar ziemlich schnell.

Energiebedarf & Verschluss

Die Akkulaufzeit. Hier hat eine DSLR im Vergleich zur DSLM die Nase vorne, denn hier muss dank OVF kein elektronischer Sucher mit Strom versorgt werden. Wer also mit einer DSLM fotografiert und den ganzen Tag unterwegs ist, zum Beispiel bei einer Hochzeit oder bei einem Ausflug, sollte sich unter Umständen einen oder mehrere Ersatzakkus zulegen. Aber auch hier hat die DSLM die letzten Jahre erheblich aufgeholt. Hier ist für die Zukunft zu erwarten, dass sich das ehemalige “Stromproblem” der DSLMs immer weiter entspannt!

Der elektronische Verschluss der DSLMs ist auch deutlich als Vorteil zu werten. Zum einen ist er lautlos, zum anderen verschleissfrei. Zuletzt lassen sich damit auch noch kürzere Verschlusszeiten bis zu 1/32000 Sekunde realisieren. Dann wäre da noch die Möglichkeit, bei den spiegellosen Systemen einen ND Filter direkt in die Kamera zu implementieren, der sich bei Bedarf zuschalten lässt. Für mich als Nutzer von den sperrigen analogen ND Filtern natürlich ein Traum. Meinen Artikel dazu findet ihr hier.

Fazit / Empfehlung

Die Spiegellosen haben in den letzten Jahren deutlich aufgeholt und in vielen Punkten mittlerweile die Nase vorne. Zum Beispiel in Sachen Kompaktheit, Video, elektronischer Sucher und teilweise auch beim Autofokus. Allerdings sind auch DSLRs noch nicht ganz abgemeldet, wie eine Nikon D850 deutlich unter Beweis stellt. Dazu ist jedes System nur so gut und leistungsfähig, wie das verfügbare Zubehör und vor allem die vorhandenen Objektive.

Und gerade in diesem Bereich können die etablierten DSLR Hersteller mit einer Riesenauswahl an allen erdenklichen Optiken aufwarten. Bis dieser Zustand bei den spiegellosen Kameras erreicht ist, werden sicherlich noch einige Jahre vergehen! Die letzten Neuvorstellungen von Nikon mit dem neuen spiegellosen Vollformatsystem zeigen deutlich, in welche Richtung die Entwicklung geht. Meinen Artikel zum neuen Z-System von Nikon gibt es hier.

 

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Letzte Aktualisierung am 10.08.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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