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ND Filter: was macht man damit und braucht man die?

ND Filter: was macht man damit und braucht man die?

Lange habe ich überlegt, ob ich die Investition für ND Filter im Zeitalter der digitalen Bildbearbeitung noch tätigen soll. Letztendlich bin ich dann doch zu dem Entschluss gekommen, dass man viel mit Bildbearbeitung machen kann.

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Nach wie vor ist aber ein korrekt vor Ort aufgenommenes und der Situation angepasst belichtetes Foto immer noch besser als jede noch so gute „Nachbearbeitung“. Was man also direkt beim Fotogrfieren vor Ort schon berücksichtigen und korrigieren kann, ist immer der optimale Weg.

ND Filter: was macht man damit und braucht man die?

Vorbemerkung

Im Gegensatz zur nachträglichen Korrektur am PC: ND Filter dienen grob gesagt dazu, die Belichtungszeit zu verlängern. Warum sollte man die Belichtungszeit verlängern? Damit man z.B Bewegungen, wie im fließenden Wasser vorhanden, nicht „eingefroren“ und starr abbilden kann, sondern „fließend“ und dynamisch. Um diesen speziellen Look zu erreichen, benötigt man dazu gerade im Sommer und tagsüber Neutraldichte-Filter, kurz ND Filter genannt. Einfach gesagt, handelt es sich um geschwärzte Scheiben, die man vor sein Objektiv schraubt und damit den Lichteinfall auf den Sensor künstlich minimiert. Dies wiederum führt dann logischerweise zu längeren Belichtungszeiten. Bis zu mehrere Minuten sind durchaus üblich, auch am Tag.

 

ND Filter

ND – Filter Fa. Haida

Filterhalter

Graufilter sind als Schraub- und Steckfilter erhältlich. Steckfiltersysteme wie z.B. Haida, Cokin oder Hitech haben oft das Problem, dass am Filtereinschub oder am Filterhalter durch Schlitze Licht eindringen kann. Da man länger belichtet, sind diese dann als Lichtflecke oder kontrastarme Stellen im Bild sichtbar. Außerdem ist das Handling mit den großen Glasplatten auch etwas gewöhnungsbedürftig.

ND Filter

Schraubfilter sind in der Handhabung einfacher und robuster. Wo es irgend geht, würde ich diese eindeutig vorziehen. Dabei können auch hier mehrere Filter miteinander kombiniert werden, um die gewünschte Belichtungszeit zu erreichen. Bei meinem Weitwinkelzoom  Tamron 15-30mm f/2,8 ist das Arbeiten mit Schraubfiltern allerdings unmöglich. Die stark gewölbte Frontlinse lässt nur die Nutzung von Steckfiltern in Kombination mit einem speziellen Filterhalter der Größe 150mm zu.

ND Filter

Mit Hilfe von Adaptern lässt sich allerdings der Haida Filterhalter auch an „normalen“ Objektiven mit planer Frontlinse benutzen. So muss man nicht unbedingt mit zwei verschiedenen Systemen arbeiten. Ansonsten kann man sich bei kleinen Objektivdurchmessern auch mit einem Universalsatz Schraubfiltern behelfen. Diese kann man mittels Adapterringen dann an verschiedene Objektivdurchmesser anpassen.

ND Filter

Tamron 24-70 mm F/2,8 mit Haida Adapter 82 mm für 150 mm Filterhalter

 

ND Filter

Glasfilter 150 mm

Das wohl wichtigste Kriterium beim Filterkauf, nicht nur bei den Graufiltern, ist die optische Qualität und die Vergütung (Coating). Besonders hochwertiges Glas und eine gute, möglichst hochwertige Vergütung (bei der Brille spricht man mitunter auch von Entspiegelung) hat hier deutliche Vorteile. Das zweite Kriterium ist die Filterstärke. Ein Graufilter in der Stärke 0.3 (eine Blendenstufe) verdoppelt die Belichtungszeit; aus einer Sekunde werden zwei Sekunden.

Ein Graufilter in der Stärke 0.6 vervierfacht die Zeit. Aus einer Sekunde werden also vier Sekunden. Graufilter lassen sich theoretisch auch kombinieren. Hierzu addiert man die Stärken. Ein Graufilter in der Stäke 0.3 (eine Blendenstufe) kombiniert mit einem Graufilter in der Stärke 0.6 (zwei Blendenstufen) ergibt rechnerisch eine Stärke von 0.9 (drei Blendenstufen). Die Filter von Haida gelten allgemein als ziemlich farbneutral.

ND Filter

         NISI Lederbox 150 mm

 

ND Filter

Haida Filtertasche 150 mm

Ein großes Problem gerade bei den großen Glasfiltern von Haida oder Lee ist der „bruchsichere“ Transport. Ich verwende dafür die ledernen NISI Filtertaschen 150 mm, die es in verschiedenen Ausführungen gibt. Bisher haben meine Filter darin jeden Transport gut überstanden. Natürlich kann man auch die originalen Alu-Transportboxen von Haida so umrüsten, dass in eine Box mehrere Filter untergebracht werden können. Eine Alternative ist die neue Filtertasche von Haida für 150 mm Glasfilter. Hier gibt es noch zusätzlichen Stauraum für den Filterhalter sowie Kleinkram.

 

ND Filter

Meine Empfehlung für eine Grundausstattung sind die Stärken 0.9  und 1.8 und als mögliche Ergänzung rate ich zu einem Filter in der Stärke 3.0. Mit den verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten untereinander ist man dann schon sehr universell ausgestattet. Wie man an der unteren Tabelle sehen kann, kommt man damit schon in Bereiche von Minuten, was die Belichtungszeit angeht. Bei Amazon oder Ebay gibt es immer wieder günstige Setangebote.

 

Ohne vernünftige Tabelle für die Belichtungszeiten der verschiedenen Filter braucht man gar nicht erst loszugehen. Ich benutze nach wie vor lieber das gute alte Papier. Natürlich gibt es auch verschiedene Apps für das Smartphone. Kein Mensch kann sich alle Daten merken oder mal schnell im Kopf ausrechnen, daher unbedingt dran denken!

Polfilter

Schlussendlich nicht zu vergessen im Bereich Filterfotografie ist der Polfilter. Zu analogen Zeiten kam der Polfiter zum Einsatz, um etwa den Himmel in einem satteren Blau erscheinen zu lassen. Das ist im digitalen Zeitalter natürlich schon lange überholt. Solche Anpassungen können heute einfach in der Nachbearbeitung vorgenommen werden. Um Spiegelungen aus dem Foto zu entfernen, ist der Polfilter aber nach wie vor unerlässlich.

Gewässer geben den Blick auf den Grund frei, nasse Blätter spiegeln nicht mehr und leuchten satt grün. Das funktioniert natürlich auch bei Glasscheiben. Insgesamt werden mit dem Polfilter viel sattere Farben erzeugt, auch bedingt durch das Entfernen der Spiegelungen auf den Oberflächen. Meine Empfehlung Haida Polfilter 150 mm.

Buchempfehlung

Wer sich etwas tiefer mit dem Thema Filterfotografie beschäftigen möchte, sei das Buch Filterfotografie von Uwe Statz zu empfehlen.

 

Fazit / Empfehlung

Trotz aller digitalen Nachbearbeitungsmöglichkeiten der Fotos heutzutage am PC, bleibt ein optimales Bild direkt vor Ort gemacht, jeglicher Korrektur im Nachhinein vorzuziehen. Direkt vor Ort haben wir die besten Möglichkeiten, unser Foto unter realen Bedingungen „handwerklich“ perfekt zu gestalten. Somit müssen wir den Bildeindruck nicht durch nachträgliche „Manipulation“ am PC „tunen“.

Nur mit Hilfe von Licht und unserem „Handwerkszeug“, sprich Objektiv, Filter und Stativ, können wir die Stimmung 1:1 einfangen und unser reales Bild als fertiges Foto direkt vor Ort umsetzen. Zusätzlich führt das Arbeiten mit einem ND Filter zu einer etwas stärkeren Auseinandersetzung mit dem Motiv. Wir machen uns schon vor dem Bild Gedanken über Motiv, Ausdruck und Umsetzung. Dieser Prozess führt nach meiner Erfahrung zu weniger Ausschuss und „handwerklich“ besseren Bildern.

Weitere Technik Erfahrungsberichte hier

Meine Buchempfehlungen findet ihr hier.

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* Mit einem Stern gekennzeichnete Links sind externe Partner-Links (Affiliate Links). Ihr unterstützt mich, wenn ihr darüber bestellt. Für euch entstehen keine zusätzlichen Kosten! Vielen Dank!

Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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