Das Wort zum Sonntag Folge 7, Keine Angst vor schlechten Bildern!
Keine Angst vor schlechten Bildern! Wie oft kommt man nach einem spannenden Fotoausflug nach Hause und ist in freudiger Erwartung, was die Bilder angeht! Kaum in Lightroom importiert, folgt dann die große Ernüchterung, um kurz darauf in Enttäuschung umzuschlagen! Zu hell, zu dunkel, unscharf, Farben mies.
Das lässt sich zum Teil ja noch korrigieren. Aber dann die Bilder, wo einfach der Funke nicht überspringt. In Echt sah das alles ganz anders aus. Die Motive waren beeindruckend, die Landschaft imposant. Jetzt alles flach und eindimensional, vollkommen langweilig. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. So sah das alles auch nicht aus! Wo ist der Fehler?
Fotografie ist zum einen Teil Handwerk, aber eben auch zum anderen Teil Kunst im weitesten Sinne. Natürlich reicht es nicht aus, nur das Handwerkszeug zu beherrschen. Der künstlerische Teil ist mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar der wichtigere. Schlechte Belichtung kann ich in Lightroom zum Teil korrigieren, das fehlende Motiv lässt sich nachträglich nicht herbeizaubern! Dann gibt es ja auch noch Theorie und Praxis. In der Theorie ist alles immer ganz „easy“! In der Praxis bewegen sich die Motive dann plötzlich, das Licht ändert sich ständig durch die Wolken, der kalte Wind lässt einem die Finger gefrieren und die Ausdauer schwindet!
Die Ansprüche sind heute allerdings auch um ein Vielfaches höher. Zum Teil bedingt durch die dramatisch angestiegene und überall verfügbare Bilderzahl / -flut. Früher kannte man nur die Fotos im direkten Umfeld, und da stand man dann manchmal mit seinen Bildern richtig gut da. Heute hat man weltweit Zugriff und da wird man schnell zur kleinen Nummer. Natürlich musste man sich damals seine 36 Bilder gut einteilen und hat sich vorher schon Gedanken zu Motiv und Bildaufbau gemacht. Anstatt wie heute einfach darauf los-fotografieren, in der Hoffnung, dass in der Masse vielleicht einmal ein Zufallstreffer dabei ist, ganz nach dem Motto:“Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn“!
Wenn ich ehrlich bin, war ich in analogen Zeiten meist super zufrieden, wenn auf einem 36er-Film 3-4 Treffer dabei waren, also 10 %. Heute sieht es bei mir nach wie vor genauso aus. Das Verhältnis bleibt so bestehen, wenn man kritisch ist. Da kann man noch soviel fotografieren, das Verhältnis gut zu schlecht bleibt bestehen. Daran ändert auch die Digitaltechnik nichts. Jedes Bild ein Treffer war und ist eine Illusion! Wichtig ist Kontinuität und Beharrlichkeit. Manchmal muss man auch seine Motivauswahl bzw. Vorliebe anpassen.
Vielleicht wird man nicht der begnadete Landschaftsfotograf, aber man hat ein Händchen und Geduld für Makro-Fotografie. Einfach Ausprobieren! Das gilt es herauszufinden, man kann nicht in allen Bereichen spitze sein. Ich denke, ich werde auch weiterhin mit meinen „schlechten“ Bildern sehr gut leben können. Die gehören dazu und spornen mich an. Wenn’s so einfach wäre, wär’s auch ein Stück weit langweilig!
In diesem Sinne, schönen Sonntag!
Hier findet ihr meine Kolumne „Nachgedacht“
Meine Rubrik Wort zum Sonntag hier.
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