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Lightroom, einen oder mehrere Kataloge benutzen?

Lightroom, einen oder mehrere Kataloge benutzen?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob man in Lightroom besser mit einem oder mit mehreren Katalogen arbeiten sollte? Mein heutiger Artikel soll diese Frage nun klären und beantworten, ob es heutzutage noch Sinn macht, mehrere Kataloge anzulegen.

Einen oder mehrere Kataloge?

Wie immer gehen die Meinungen darüber nicht nur im Internet weit auseinander. Mitunter hat man das Gefühl, dass sich hier zwei verfeindete Lager gegenüberstehen. Vieles beruht allerdings  auf Halbwissen und längst überholter Technik. In der heutigen Zeit gibt es eigentlich eine klare Antwort auf diese Frage.

Lightroom, einen oder mehrere Kataloge benutzen?

Kataloge in Lightroom sind Daten­bankdateien, in denen zu jedem Foto ein Datensatz abgelegt wird. Dieser Datensatz enthält drei wichtige Komponenten: zuerst einen Verweis auf den Speicherort der Originaldatei auf dem Computer oder einem externen Medium. Als zweite Anweisungen für die Entwicklung des Fotos, und drittens weitere Metadaten, zu denen u.a. Stichwörter und Bewertungen zählen.

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Der Katalog ist somit die zentrale Verwaltungsdatei von Lightroom. Man sollte diese Datei pflegen und sichern. Geht der Katalog verloren, sind unter Umständen auch die Bildentwicklungen und Stichworte verloren, auch wenn die Bilddateien selbst noch vorhanden sind. Meinen Artikel zur Datensicherung findet ihr hier. Meinen Artikel zum Lightroom Workflow findet ihr hier.

Lightroom Katalogdatei

Lightroom Katalog, Übersicht

Der Lightroom-Katalog ist der Dreh- und Angelpunkt der Software. Es ist extrem wichtig, dass man versteht, was der Katalog macht. Hier noch einmal eine Zusammenfassung:

  • Der Katalog ist eine Datenbank auf Basis von SQLite – einer Text-basierenden Datenbank. Diese Datenbank hat die Dateierweiterung .LRCAT
  • Den Speicherort der Datenbank, also der .LRCAT Datei, findet ihr unter Katalogeinstellungen
  • Der Katalog enthält alle Metadaten, also z. B. Aufnahmezeit, Stichwörter, Beschreibungen, Bewertungen, GPS-Daten, Sammlungen
  • Der Katalog enthält außerdem alle Entwicklungseinstellungen. Jedes Mal, wenn an einem Regler etwas verändert wird, wird dieser Wert in den Katalog geschrieben und NICHT in die Originaldatei. Das nennt man „nicht-destruktive Bearbeitung“, weil am Original niemals etwas verändert wird.
  • Der Katalog enthält den Speicherort der Originaldatei, also wo das Originalfoto auf der Festplatte zu finden ist.
  • Der Katalog-Ordner enthält auch die generierten Vorschauen
  • Der Katalog enthält NICHT (!!) die Originaldateien, sondern nur einen Verweis darauf
  • Das beim Schließen von Lightroom angebotene Backup des Katalogs umfasst NICHT (!!) Originaldateien! Meinen Artikel zur Lightroomsicherung gibt es hier.

Am gleichen Speicherort wie dem des Katalogs legt Lightroom eine Datei mit Vorschaubildern eurer importierten Fotos an. Dadurch ist Lightroom in der Lage, auch ohne Originaldateien zu arbeiten. Das unterscheidet Lightroom z.B. von Adobe Bridge, die die Bilder nur dann anzeigt, wenn diese tatsächlich für die Software verfügbar sind.

Wenn man Lightroom zum ersten Mal startet, dann legt die Software automatisch einen Katalog in einem vorgegebenen Verzeichnis an. Dieses liegt bei Windows wie bei macOS im „Bilder“-Ordner des Benutzers. Weil dort auch die Vorschaubilder abgelegt werden, sollte man für genügend Speicherplatz auf dem Startlaufwerk sorgen, oder den Katalog auf ein anderes Volumen mit größerer Kapazität verschieben.

Neuer Katalog

Über »Datei > Neuer Katalog« können weitere Kataloge anlegt werden. Man definiert dann den Ordner, in dem Lightroom den Katalog und die dazugehörigen Unterordner speichern soll, und vergibt den Katalognamen, der dem Namen des zugehörigen Ordners entspricht. Als ich mit Lightroom anfing zu arbeiten, war mein erster Gedanke, zwei Kataloge anzulegen, einen für die beruflich und einen anderen für die privat aufgenommenen Bilder.

Sehr oft kam dann aber die Frage auf, ob das eine Bild noch beruflich ist oder schon privat? Wo suche ich später? Eine katalogübergreifende Suche ist leider nicht möglich, und das ist für mich nach wie vor der Hauptgrund, mich mit einem einzigen Katalog zu begnügen.

Trotz dieser Einschränkung können mehrere Kataloge ein geeignetes Mittel zur Strukturierung großer Bildbestände sein. Außerdem eignen sich diese auch für den Austausch von Bilddateien mitsamt ihrer Entwicklungseinstellungen, Stichwörter und Bewertungen. Allein aufgrund ihrer Größe müssten Kataloge allerdings nicht mehr aufgeteilt werden, denn ein einziger Katalog kann heute eine beliebige Zahl von Bildern aufnehmen und bietet mit Sammlungen und den Stichwörtern genügend Möglichkeiten, Übersicht zu schaffen.

Katalog öffnen

Obwohl man grundsätzlich mit mehreren Katalogen arbeiten kann, ist in Lightroom zu jedem Zeitpunkt nur ein einziger Katalog aktiv, nämlich jener, der beim Start der Software geöffnet wurde. Wenn man über »Datei > Katalog öffnen« oder per Tastenkürzel »Strg/Cmd+O« einen anderen Katalog öffnet, muss sich Lightroom daher zunächst beenden, um dann mit der ausgewählten Katalogdatei neu zu starten.

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In der Standardeinstellung startet Lightroom immer mit dem zuletzt genutzten Kata­log. Wer mit mehreren Katalogen arbeitet, kann in den Voreinstellungen unter »Allgemein« statt »Zuletzt geöffneten Katalog laden« die Option »Beim Start von Lightroom fragen« wählen. Man kann sich dann schon beim Start für den gewünschten Katalog entscheiden, statt Lightroom gleich wieder mit dem eigentlich bevorzugten Katalog neu starten zu lassen.

Geschwindigkeit

Gerade für Profis, die täglich Stunden mit der Software arbeiten, ist die Geschwindigkeit des Systems extrem wichtig. Aber auch Hobby-Fotografen, die meist ja nicht ganz so schnelle Rechner zum Bearbeiten nutzen, profitieren von einem schnellen Programm. Wer will schon stundenlang vor dem Rechner sitzen, um die Bilder des letzten Urlaubs zu bearbeiten? Von der Performance gesehen, ist es inzwischen fast egal, ob man einen oder mehrere Kataloge nutzt. Wichtig ist nur, dass die Katalog- und (Smart-)Vorschau-Dateien auf einer internen/ externen SSD*-liegen.

Das bringt gegenüber einer herkömmlichen mechanischen Festplatte* den größten Performancesprung. Je nachdem, wie viele Bilder man gespeichert hat, und wie man sie verwaltet, kann es aber trotzdem sinnvoll sein, mehrere Kataloge zu nutzen. Lightroom bietet zwar die Möglichkeit, alle Dateien in einen Ordner auf der Festplatte zu importieren, und die Sortierung in der Software durch Sammlungen durchzuführen.

Mir war es bei der Organisation der Bildermengen allerdings wichtig, dass sich die Ordner auf der Festplatte mit der Organisation in Lightroom decken. So kann man bei einem eventuellen Umstieg auf eine andere Software sein Ordnungssystem weiternutzen und blickt auch beim Zugriff über den normalen Dateibrowser durch. Lightroom ermöglicht das Arbeiten mit mehreren Katalogen. Denn manchmal ist es einfach notwendig, Bildsammlungen auf mehrere Kataloge aufzuteilen. Welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus?

Lightroom, ein Katalog vs. mehrere Kataloge

Abwägungen

Ein Katalog

Für mich mittlerweile der „Goldstandard“. Ein einziger Katalog ist ungemein praktisch; alle Bilder sind im sofortigen Zugriff. Hat man alles schön in Sammlungen gegliedert, bleiben auch sehr große Kataloge übersichtlich. Dank der Filterfunktionen lassen sich auch riesige Bildarchive schnell einschränken und die gewünschten Fotos auffinden. Jahresarchive kann man ganz einfach mithilfe der Smart-Sammlungen erstellen.

Einfach eine neue Smartsammlung anlegen, als Namen das gewünschte Jahr vergeben und als Regel Aufnahmedatum -> liegt im Bereich -> 2019-01-01 bis 2019-12-31. Das kann man dann für alle Jahre wiederholen und hat damit ein komfortables Jahresarchiv innerhalb eines Katalogs. Hier findet ihr meinen Artikel zu Lightroom Sammlungen.

Lightroom Organisationstalent Sammlungen.

Mächtiges Ordnungswerkzeug Smart Sammlungen in Lightroom.

Mehrere Kataloge

Welchen Sinn könnten mehrere Kataloge haben? Wenn man wie ich Lightroom sowohl beruflich als auch privat nutzt, könnte man über getrennte Kataloge nachdenken. Gerade im professionellen Bereich kann es auch praktisch sein, einen Katalog pro Kunden anzulegen, wenn dieser große Mengen an Fotos enthält, aber nur wenige Male pro Jahr benötigt wird. Hochzeitsfotografen z.B. produzieren meist unglaublich viele Fotos. Für das Jahresarchiv ist die Lösung mithilfe der Smart-Sammlungen deutlich praktischer.

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Kein Katalog-Export, keine Verschiebereien, lediglich ein schneller Filter. Meiner Ansicht nach muss man heute schon einen sehr guten Grund haben, mehrere Kataloge zu führen/ pflegen. In der Regel verkomplizieren sie den Workflow doch erheblich. Auch das Archivieren von Teilkatalogen ist für die meisten Anwender nicht zu empfehlen. Aus Performance-Sicht gibt es wie eingangs schon erwähnt, keinen Grund dafür, und die Bilder zu verschieben, Teilkataloge zu bilden etc. ist mit vielen Fehlermöglichkeiten verbunden. Seitdem ich Lightroom benutze, denke ich nicht mehr im Windows Dateisystem mit seinen vielen Einschränkungen.

Ich benutze Software wie Lightroom ja gerade deswegen, um diese Einschränkungen welche sich aus dem Dateisystem ergeben zu vermeiden. Damit muss ich mich nicht mehr um die Verwaltung, Katalogisierung und Auffindbarkeit der Fotos kümmern. Im Zweifelsfall weiß ich auch, dass sich die Urlaubsfotos vom Sommerurlaub 2018 im Ordner t:/privat/2018/07 befinden müssen, auch wenn t:/privat/urlaub_sardinien_2018 selbsterklärender wäre. Für viele ist es aber wohl sehr unangenehm / umständlich, von dieser über Jahre verinnerlichten „Ordnung“ umzusteigen.

Der große Vorteil von Lightroom ist der Katalog / die Datenbank, in dem alle relevanten Daten gespeichert werden und damit schnell auffindbar sind. Damit entfällt für mich die mühselige manuelle Strukturierung meines schnell wachsenden Bildbestandes. Ich muss mich nicht um Speicherorte, Originaldateien und das Finden kümmern. Komplexe Suchabfragen wie etwa; Finde alle Fotos mit Brennweite 300 mm, Bewertung 3Sterne, die noch nicht bearbeitet und 2016 fotografiert wurden, sind nur mit einer Datenbank/Katalog möglich.  Für mich gibt es daher mittlerweile nur noch eine Antwort auf die Frage, ein oder mehrere Kataloge: Einen! Lediglich Profis können oder sollten meiner Meinung bei vielen verschiedenen Kundenaufträgen davon abweichen und noch mit mehreren Katalogen arbeiten.

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Fazit / Empfehlung

Für die Frage, ob ein Lightroom-Katalog oder mehrere besser sind, gibt es nur die Standard-Antwort jedes Juristen: Kommt drauf an. Es kommt darauf an, ob man die Fotos nach Themen oder nach Zeit organisieren möchte. Ob man im Team arbeitet oder allein und wie viele Fotos man macht. Lightroom ist, zusätzlich zum RAW Konverter, eine von vielen unterschätzte, mächtige Datenbank und Bildverwaltung. Das ist wohl auch eine der wichtigsten Abgrenzungen gegenüber Photoshop und Bridge.

Je mehr Bilder sich ansammeln, umso stärker tritt diese Eigenschaft in den Vordergrund! Mittlerweile weiß ich oft selber nicht, was an Lightroom für mich mehr im Vordergrund steht; die Bilderentwicklung oder die Bilderverwaltung. Seit es das Fotografen-Abo bei Adobe gibt und ich zusätzlich immer öfter Photoshop für die Entwicklung nutze, schätze ich dieses Software-Paket ungemein. Natürlich lässt sich auch mit Adobe Bridge die Bildverwaltung mit Bewertung, Stichwörtern etc. realisieren. Diese Organisation basiert dann aber vollkommen auf dem Dateisystem und ist wesentlich unkomfortabler. Komplexe Filter, Smart-Sammlungen etc., all das fehlt.

Weitere Artikel zu Lightroom findet ihr hier.

Mein Artikel zu Luminar gibt es hier.

Meine Wissen Artikel findet ihr hier.

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Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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