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Lightroom Beine machen ohne Hardwareaufrüstung!

Lightroom Beine machen ohne Hardwareaufrüstung!

Viele Gerüchte ranken sich ja um die Möglichkeiten, Lightroom zu beschleunigen und die zeitweise immer wieder etwas zäh reagierende Software auf Trab zu bringen! Abseits von neuer und teurer Hardware gibt es hier die eine oder andere Schraube, an der man drehen kann.

In diesem Artikel möchte ich einmal die wichtigsten Stellschrauben für geschmeidiges Arbeiten mit Lightroom vorstellen. Vieles davon ist völlig unspektakulär in den Basiseinstellungen von Lightroom verborgen.

Lightroom beschleunigen

Erfahrungen + Meinung

In den vergangenen Jahren hat Adobe leider immer wieder Lightroom Updates ausgeliefert, welche den hohen Standards der Firma nicht gerecht geworden sind. Womit man sich teilweise auch vom Anspruch der professionellen Software ein Stück entfernt hat. Darauf folgte dann ein lautstarker Protest der großen “Fangemeinde”! Würde die Software stabil und “zügig” laufen, bräuchte man sich mit Optimierungseinstellungen vielleicht nicht zu beschäftigen. Mein Artikel mit Alternativen zu Lightroom findet ihr hier. Eine Aktualisierung wird es Anfang Juni dazu geben.

Zu guter letzt schien sich die Situation wieder etwas zu entspannen, und die Entwicklung läuft nun scheinbar  in die richtige Richtung. Gekauft habe ich Lightroom als professionelle Fotolösung, so wie es auch lange beworben wurde. Entwickelt hat sich die Software meiner Meinung aber zum Teil eher in den Hobby-, als in den Profibereich. Sollte das so weiter gehen, incl. mangelhafter Updates, werde ich mich eventuell langfristig nach einer Alternative umsehen. Mittlerweile hat die Konkurrenz, namentlich Luminar, DxO und nicht zuletzt auch Capture one große Fortschritte in der Weiterentwicklung der jeweiligen Software gemacht!

Softwaretuning allg.

Grundsätzlich sollte trotz aller Updateprobleme die aktuelle Lightroom Software benutzt werden incl. aller Updates für das Betriebssystem und aller relevanten Treiber. Für die meisten Nutzer ist es sicherlich egal, ob z.B. beim Export die Bearbeitung 1 Minute oder 1 Min 10 sek dauert. Was wirklich nervt, sind langsamer Bildaufbau im Entwickeln Modul, Regler, die nur ruckeln mit anschließend zäher neuer Bildberechnung. Als erstes noch einmal einige Worte zu Lightroom allgemein. Wie funktioniert die Software, was ist der Lightroom Katalog?

  • Lightroom Katalog

Der Lightroom-Katalog ist der Dreh- und Angelpunkt der Software. Es ist extrem wichtig, dass man versteht, was der Katalog macht. Hier noch einmal eine Zusammenfassung:

  • Der Katalog ist eine Datenbank auf Basis von SQLite – einer textbasierenden Datenbank. Diese Datenbank hat die Dateierweiterung .LRCAT
  • Den Speicherort der Datenbank, also der .LRCAT Datei, findet ihr unter Katalogeinstellungen.
  • Der Katalog enthält alle Metadaten, also z. B. Aufnahmezeit, Stichwörter, Beschreibungen, Bewertungen, GPS-Daten, Sammlungen.
  • Der Katalog enthält außerdem alle Entwicklungseinstellungen. Jedes Mal, wenn man an einem Regler etwas veränderst, wird dieser Wert in den Katalog. geschrieben und NICHT in die Originaldatei. Das nennt man „nicht-destruktive Bearbeitung“, weil am Original niemals etwas verändert wird.
  • Der Katalog enthält den Speicherort der Originaldatei, also wo das Originalfoto auf der Festplatte zu finden ist.
  • Der Katalog-Ordner enthält auch die generierten Vorschauen.
  • Der Katalog enthält NICHT (!!) die Originaldateien, sondern nur einen Verweis darauf.
  • Das beim Schließen von Lightroom angebotene Backup des Katalogs umfasst NICHT (!!) die Originaldateien! Meinen Artikel zur Lightroomsicherung gibt es hier.
  • Der Katalog wird ständig gelesen und beschrieben, weshalb er auf einer schnellen SSD liegen sollte.

Lightroom Katalogeinstellungen

  • Lightroom verstehen Vorschaubilder + Cache

Beim Import der Bilddateien werden zum Teil schon die Weichen für zügiges oder zähes Arbeiten gestellt. Nachdem man seine persönliche Arbeitsweise mit Lightroom analysiert hat, sollte man  schon hier die persönlich passenden Einstellungen tätigen. Für die Ganzbild-Ansicht oder etwa das Arbeiten im Entwickeln Modul ist die 1:1 Ansicht zwingend nötig. Wenn beim Import nun die Option Minimal eingestellt ist, passiert folgendes: Lightroom extrahiert lediglich das im RAW eingebettete JPEG-Vorschaubild für den Filmstreifen.

import

Nachdem die Bilddateien importiert wurden, baut sich die Katalogansicht mit den kleinen Thumbnails auf, die Lightroom sich aus dem Verzeichnis “Previews.Irdata holt und in einen Zwischenspeicher, den RAW Cache ablegt. Wird nun in das Bild gezoomt oder in das Entwickeln-Modul gewechselt, will Lightroom aus dem Previews.Irdata -Verzeichnis auch die 1:1 Vorschauen nachladen. Blöd, wenn diese dann noch nicht vorab berechnet sind. Findet Lightroom diese Vorschauen dort nicht, muss die CPU arbeiten und diese berechnen, um sie dann anschließend in den Raw Cache abzulegen.

  • Bilderimport Option > Eingebettete & Filialdateien nutzen

 

Seit Lightroom 7.0 gibt es die Möglichkeit, den Fotos mit der neuen Einstellung „Vorschauen erstellen -> Eingebettet und Filialdateien“ zu importieren. Dies scheint den Import deutlich zu beschleunigen. Damit sind die Bilder sehr viel schneller in der Bibliothek und lassen sich auch schneller zur Bearbeitung aufrufen als bisher.

Lightroom verwendet für diese Vorschauen die eingebetteten Kameravorschauen für die erste Darstellung. Die 1:1 Vorschauen werden dann wie gehabt erst auf Anforderung erstellt, oder Lightroom lässt sich in den Voreinstellungen dazu anweisen, diese eingebetteten Vorschauen immer bei Leerlauf durch 1:1 Vorschauen zu ersetzen. Eigentlich ganz clever.

vorschaucache

Lightroom Voreinstellungen

Der Raw Cache wird solange ohne Löschen weiter befüllt, bis die vorab eingestellte Maximalgröße erreicht ist. Leider sind auch hier die Standard-Einstellungen suboptimal. Lightroom gibt hier lediglich einen Wert von 1 Gbyte vor. Bei Überschreitung werden die gerade mühselig berechneten Vorschauen wieder gelöscht, um evtl. kurz darauf wieder erneut berechnet zu werden.

  • Tastaturkürzel benutzen!

Viele schimpfen zwar über die mangelnde Geschwindigkeit bei der Nutzung von Lightroom. Oft ist der Anwender selbst der Bremsklotz im System. Wenn man z.B. keine Tastaturkürzel nutzt, verschenkt man viel “Speed”. In Lightroom lassen sich sehr viele Aufgaben alleine mit der Tastatur erledigen. Sogar die Regler im Entwicklungsmodul lassen sich damit steuern.

Mit dem Tastenkürzel „STRG+<“ bekommt man in jedem Modul eine Übersicht über die wichtigsten Lightroom-Shortcuts. Wenn man sich diese einprägt, wird man bald sehr viel schneller mit Lightroom arbeiten. Hier geht es zu meinem Artikel wo finde ich die Kurzbefehle von Lightroom.

Kurzbefehle nutzen!

 

Adobe stellt klar, dass die Grafikkarten-Beschleunigung umso mehr Effekt hat, je größer die Auflösung des Bildschirms ist! Mit einem Full HD-Bildschirm werdet ihr also kaum einen Unterschied merken, mit einem 4K Bildschirm hingegen schon. Es scheint, als würde Adobe die Grafikkarten Nutzung weiter ausbauen. Im letzten Update auf 8.2 fand die neue Funktion Details verbessern Einzug. Diese benutzt zur Effektberechnung dezidiert die Grafikkartenunterstützung!

Grafikkartenbeschleunigung für 4K Monitore nutzen!

 

Zusammenfassung

  • In den Voreinstellungen sollte, wenn es der Platz auf der Festplatte zulässt, auf jeden Fall die Maximalgröße für den RAW-Cache von 1 GByte auf ca. 20 GByte erhöht werden. Damit verbleiben die Vorschauen wesentlich länger im Cache. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese dann wieder neu geladen oder schlimmstenfalls neu berechnet werden müssen, sinkt drastisch.
  • Für zügiges Arbeiten im Entwickeln-Modul muss schon beim Import 1:1 Vorschauen erstellt aktiviert werden. Dadurch berechnet das Camera RAW Modul eigene Vorschaubilder  aus den  Rohdaten. Nach abgeschlossenem Importvorgang sind dann sowohl 1:1, mittelgroße und kleine Vorschauen fertig berechnet und im Previews.Irdata Ordner abgelegt. Je nach  persönlicher  Arbeitsweise kann der Vorschau Ordner ziemlich stark anwachsen. Wenn alle Bearbeitungen erfolgt sind, kann man durchaus überlegen, die nicht mehr benötigten Vorschauen z.B. nach 30 Tagen wieder zu verwerfen. Auch hier bietet Lightroom verschiedene Optionen.
  • Für den Camera RAW Cache lässt sich nicht nur die Größe verändern, sondern auch der Ort. Grundsätzlich kann man es nicht oft genug sagen, eine SSD ist als Speicherort für Katalog, Vorschaubilder und Cache heutzutage eigentlich Standard. Ich habe bei mir den RAW-Cache auf 40 GByte erhöt und zusätzlich als Speicherort eine weitere, separate SSD verbaut, die ich dann auch für Photoshop nutze. So ist das Betriebssystem von Photoshop/Lightroom etwas entkopppelt. Meine kpl. Bildersammlung liegt auf einer externen Festplatte, welche mit 2 SSds im Raid per USB 3.1 mit 10Mbs an den Rechner angebunden ist. Ich bin mit dieser Konfiguration sehr zufrieden, da super schnell und transportabel.
  • Durch diese Einstellungen verlieren wir beim Import natürlich Zeit, gewinnen aber massiv Performance im Entwickeln-Modul und beim Einzoomen. Außerdem lassen sich die  Einstellungen ja gegebenenfalls für einen anderen Arbeitsablauf  wieder ändern/anpassen.

Fazit / Empfehlung

Nicht immer liegt es an der Hardware, wenn Lightroom lahmt. Viel häufiger sind die Ursachen in falscher Konfiguration und Einstellungen zu finden. Hier lässt sich relativ leicht und kostenneutral Abhilfe schaffen. Wie oben beschrieben, ist es absolut wichtig, die Software gezielt an die eigenen Bedürfnisse mit Hilfe der Einstellmöglichkeiten anzupassen. Ist dies korrekt erfolgt, sollte sich eine deutliche Performance Steigerung bemerkbar machen. Natürlich sollte es auch selbstvertändlich sein stets die aktuelle Software für Betriebssystem und Fotoprogramm zu verwenden.

Weitere Lightroom Artikel findet ihr hier.

Meine Wissen Artikel gibt es hier.

Alles zur Nikon Technik hier.

Meine Videoseite findet ihr hier.

 

 

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Letzte Aktualisierung am 7.06.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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