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Fototipp, Folge 29: Grundregeln der Fotografie nutzen!

Fototipp, Folge 29: Grundregeln der Fotografie nutzen!

In diesem Fototipp geht es um die “Grundregeln” der fotografischen Gestaltung. Was ist dran am “Goldenen Schnitt” oder der “Drittelregel”? Sollte man sich daran halten oder sind diese Gestaltungsregeln längst überholt? Es heißt doch immer, Regeln sind dazu da, um  sie zu brechen. Was also ist nun richtig? Ich hoffe, ich kann die meisten Fragen in diesem Artikel beantworten.

Fototipp, Folge 29

Grundregeln der Fotografie nutzen!

Der goldene Schnitt

Quasi die Mutter aller Fotoregeln. Hiermit wird ein Teilungsverhältnis für Flächen und Linien bezeichnet. Eine Linie wird so geteilt, dass sich die Länge der ungeteilten (ganzen) Linie zum größeren Teilstück so verhält, wie diese zum kleineren Teilstück. Bei dieser Definition wird schon deutlich, dass die Linie nicht in der Mitte geteilt wird, sondern eine Linie von beispielsweise 200 cm Länge in zwei ungleiche Teilstücke von 125 und 75 cm aufgeteilt wird. Hierbei verhält sich 200 zu 125 (8 : 5) wie 125 zu 75 (5 : 3).

Goldener Schnitt

Schon die alten Griechen kannten den “Goldenen Schnitt”. Nach ihrer Auffassung war diese asymmetrische Sichtweise zugleich das “ideale” Teilungsverhältnis, weil man es auch in den Proportionen des menschlichen Körpers wiederfand. Weltberühmt ist die Zeichnung von Leonardo da Vinci, der nach den Regeln des “Goldenen Schnitts” den menschlichen Körper erfasste und berechnete. Diese Aufteilung empfinden wir völlig unbewusst aufgrund der sich wiederholenden Proportionen als sehr harmonisch.

 

Goldener Schnitt

Der Goldene Schnitt lässt sich relativ einfach für die Fotografie nutzen. Hierfür sollte man sich die Lage der Linien einprägen – nutzt als Ausgangspunkt die Drittelregel – hierbei werden die Linien so platziert, dass die Teilstrecken gedrittelt werden und neun gleich große Rechtecke entstehen. Für den goldenen Schnitt rückt ihr nun diese Linien etwas mehr ins Bildzentrum. Das Hauptmotiv sollte an den Schnittpunkten oder entlang der gedachten Linien platziert werden. Die folgende Aufnahme wirkt in ihrer Bildgestaltung wegen ihrer Reduktion und der strikten Anwendung des “Goldenen Schnitts” sehr harmonisch. 

Drittel Regel

 

Drittel Regel

Insgesamt gibt es vier Varianten, ein Bild mittels Goldenen Schnitts aufzuteilen. Der goldene Schnitt lässt sich einmal links, einmal rechts, einmal oben und einmal unten setzen. Die motiv- oder kompositionsbestimmenden Bildteile sollen also nicht in die Bildmitte gesetzt werden, sondern mehr nach links oder rechts außen oder mehr ins obere beziehungsweise untere Bilddrittel.

 

Drittel Regel

Das Bild erhält dadurch mehr Spannung, als wenn sich das Motiv genau in der Mitte befindet. Natürlich sollen bei der Bildgestaltung keine mathematischen Berechnungen angestellt, sondern mit dem Hilfsmittel des “Goldenen Schnitts” ein Gestaltungsprinzip angewendet werden. Dabei reicht es schon, wenn der “Goldene Schnitt” nicht mathematisch genau berechnet, sondern annähernd erreicht wird. 

Motivwahl & Bildausschnitt

Bei der Motiv- und Ausschnittwahl gibt eine wichtige Regel. Konzentriert euch auf das Wesentliche und versucht nicht, zu viele unbedeutende Details mit einer Aufnahme abzudecken. Denkt bei der Bildgestaltung auch an das spätere Ausgabeformat. Das Hauptmotiv muss deutlich erkennbar sein! Wie heißt es doch so schön: “Wenn das Bild nicht gut ist, warst du nicht nah genug dran”!

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Der Horizont

Je nach Positionierung des Horizonts kann sich die Bildwirkung stark verändern. Die Lage des Horizonts ist somit ein wichtiges Werkzeug bei der Bildgestaltung. Besonders bei Landschaftsaufnahmen ist der Horizont häufig eine der bildprägenden Elemente. Dieser Bildaufbau sollte meist vermieden werden, denn bei der Aufteilung des Bildes in zwei gleich große Flächen stehen diese im Wettstreit. Die Bildwirkung wird häufig als weniger interessant wahrgenommen. Doch keine Regel ohne Ausnahme, denn bei entsprechenden Symmetrien (z. B. Spiegelungen) kann dieser Bildaufbau eine sehr interessante Bildwirkung entfalten.

Der hoch liegende Horizont wirkt schwer. Trotz der weiten Landschaft wirkt das Bild bei diesem Bildaufbau deutlich enger und gedrückter. Die zum Horizont verlaufende Straße löst diese Enge jedoch zum Teil wieder auf, indem der Blick des Betrachters in die Ferne gelenkt wird.

 

Fotografien erhalten eine besonders gute Tiefenwirkung, wenn Elemente im Vordergrund groß und im Hintergrund klein dargestellt werden. In Verbindung mit einem tiefen Kamerastandpunkt wird im folgenden Bild die Tiefenwirkung gesteigert. Beim tief liegenden Horizont nimmt der Himmel einen großen Teil des Bildes ein. Es entsteht der Eindruck von großer Weite. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Grundmotiv genügend Gewicht im Bild behält.

 

Bei weniger interessanten Landschaftsformen würde der Himmel das Bild bei gleichem Bildaufbau deutlich stärker dominieren. Hierbei muss bei der Bildgestaltung darauf geachtet werden, dass die Landschaft nicht unbeabsichtigt in den Hintergrund tritt.

Die Farbenlehre

In der modernen Fotografie ist heute alles möglich über kunterbunt eher monochrom oder Schwarzweiss. Gerade in der Farbfotografie ist es sehr hilfreich, sich ein wenig mit der Farbenlehre zu beschäftigen. Kaltwarm Kontrast, Komplementärfarben oder Helldunkel Kontrast sind nur einige Stichpunkte, die veranschaulichen, welche Möglichkeiten der gezielte Einsatz von Farbe in einem Foto bietet.

 

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Auch Regeln kann und soll man brechen.

Ein aktueller Trend in der Fotografie ist, bestehende fotografische Grundregeln mitunter zu missachten. Wählt man diesen Weg, so ist es zunächst aber ratsam, grundlegende Kenntnisse über die fotografischen Regeln zu haben. Der Goldene Schnitt ist eine davon – er steht für Bildaufbau und für spannungsgeladene Aufnahmen, weil diese nicht den konventionellen Sehgewohnheiten entsprechen.

Fazit / Empfehlung

Fotografische Grundregeln sind der Anker in der Brandung. Damit hat man immer einen guten Anhaltspunkt für die Bildgestaltung! Wenn man mal wieder etwas planlos agiert kann man mit diesen Grundregeln zumindest “handwerklich” ein sauberes Bild gestalten. Natürlich sind schon wie oben beschrieben auch diese Grundregeln nicht in  Stein gemeißelt. Wer Erfahrung gesammelt hat und auch einmal gegen den Strom schwimmen will kann diese dann bei Bedarf auch gerne neu interpretieren!

Trotz allem ist ein wenig Grundwissen über die Bildgestaltung sicherlich nicht das schlechteste Rüstzeug um interessante Fotos zu komponieren. Auch hier gilt natürlich,”Übung macht den Meister”! Meinen Artikel über interessante Landschaftsbilder findet ihr hier. Die passende Ausrüstung dafür habe ich in diesem Artikel beschrieben. In meiner Rubrik Fototipps findet ihr weitere interessante Artikel aus dem Bereich dere Fotografie. Weitere Bildbeispiele findet ihr in meiner Galerie.

Meine Wissen Artikel findet ihr hier.

Zu Lightroom Beiträgen hier lang.

Alles zu Nikon Technik git es hier.

 

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Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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