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Farbmanagement für „Drucker“, brauche ich das?

Farbmanagement für „Drucker“, brauche ich das?

Farbmanagement für „Drucker“. Das Thema Farbmanagement ist für viele Fotografen nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln! Es wird enorm viel Geld für Kamera und Objektive ausgegeben, ewig über das Rauschverhalten dieses oder jenes Sensors diskutiert, aber die Bilder werden an einem kleinen 24 Zoll sRGB Monitor entwickelt, der maximal per „Auge“ eingestellt ist.

Farbmanagement für „Drucker“

Die anschließend gedruckten Fotos haben dann natürlich nur vage Ähnlichkeit mit der Monitordarstellung. Daher hier nun einmal eine „vereinfachte“ Darstellung der Thematik. Bei weiterem Interesse findet ihr hier meine Artikelserie Farbmanagement für Anfänger.

Farbmanagement

Damit der Druck so aussieht wie auf dem Monitor!

Allgemein

Farbmanagement stellt sicher, dass die Farben über unterschiedliche Geräte hinweg möglichst konsistent wiedergegeben werden. Das sollte abschließend dazu führen, wenn unser „Farbtransportkette“ funktioniert, dass das gedruckte Bild ziemlich genau dem entspricht, wie wir es vorher auf dem Monitor gesehen haben. Zusätzlich lässt sich gewährleisten, dass weitere Drucke, derselben Datei immer zum gleichen Ausgabeergebnis führen. Farbmanagement „tut nicht weh“ und ist auch nicht teuer, verglichen mit dem ein oder anderen Objektiv.

Viele verschiedene Fotopapier Verpackungen,Farbmanagement

Verschiedene Fine Art Papiere

Farbraum

Ich möchte hier für diese vereinfachte Abhandlung nur die beiden Farbräume sRGB und Adobe RGB erwähnen, wobei der Farbumfang von Adobe RGB wesentlich größer ist, wie in der Grafik zu erkennen ist. Wer in RAW fotografiert braucht sich erst einmal, um nichts zu kümmern, erst beim Export der Bilder aus dem Bildbearbeitungsprogramm weisen wir der Datei einen bestimmten Farbraum zu.

Farbmanagement

Unterschiedliche Farbräume

Wer JPG ’s erstellt und die Bilder beim Dienstleister bestellt, sollte meiner Ansicht nach sRGB wählen, also den kleinsten gemeinsamen Nenner vom Farbumfang her. Das Gleiche gilt für Veröffentlichungen im Internet. Jedes Gerät und jede Software kann mit sRGB Daten umgehen, manche besser, andere schlechter. Die Farbumsetzung findet im Gerät statt.

Farbmanagement

Farbräume & Farbmanagement , von Sam Jost*

Drucken

Damit müssen wir uns keine allzu großen Gedanken über Farbmanagement machen. Adobe RGB oder einen anderen größeren Farbraum sollte man nur benutzen, wenn man 100 % sicher ist, dass der Weiterverarbeiter mit den Daten korrekt umgehen kann. Sollte man selbst auf einem hochwertigen Drucker drucken, sieht die Sache schon anders aus? Der Vorteil des Farbmanagements ist zum einen 100 % Kontrolle über das Druckergebnis und die Reproduktion der maximal möglichen Farben. Im sRGB Farbraum „verschenkt“ man definitiv einige Farbtöne, die nicht darstellbar sind.

Farbmanagement

Meßchart für die ICC Druckprofil Erstellung

Die RAW Datei hat noch gar keinen Farbraum. Dieser wird erst bei der Entwicklung aufgrund getroffener Voreinstellungen definiert. Spätestens beim Export des RAW Bildes muss der Datei, egal ob JPEG oder z.B. TIFF ein Farbraum zugewiesen werden. Hat man sich für sRGB als Farbraum entschieden, sollten die Bilder natürlich auch in diesem exportiert und in der Bildbearbeitung in diesem bearbeitet werden.

Datacolor Spyder X Studio Einzelteile,Farbmanagement

Datacolor Spyder X Kalibriergerät*

Ein Wechsel zwischen den Farbräumen sollte man tunlichst vermeiden. In diesem Workflow in einem durchgängigen Arbeitsfarbraum werden dann „Profile“ eingesetzt, die dann im Hintergrund die von der Software gelieferten Daten so umsetzen, dass unser Bild am Monitor möglichst mit dem „Original“ übereinstimmt.

Spyder X Kalibriersoftware, Vorher / Nachher Bildschirm

Das nächste Profil für den Drucker korrigiert die Daten entsprechend so, dass der Druck auf dem Papier wiederum möglichst deckungsgleich mit dem Monitorbild ist. Damit korrigieren die Profile die Darstellung insoweit, als dass die Eigenheiten des Monitors oder des Papiers kompensiert werden und Farben und Helligkeiten der ursprünglichen Aufnahmesituation entsprechen.

Bildschirm + Profilierung / Kalibrierung

Um meine Frage aus der Überschrift zu beantworten ja, damit das was aus dem Drucker kommt in Farbe und Helligkeit / Kontrast zumindest zu 98 % dem entspricht, was der Monitor darstellt. Wie heißt es doch so schön: „What you see is what you get!“, in diesem Sinne kommen wir als Erstes an der Monitorkalibrierung / Profilierung nicht vorbei. Jeder Monitor ist profilierbar aber nur wenige sind auch kalibrierbar.

Monitor

Einfacher höhenverstellbarer IPS Monitor Lg24mb56hq*

Beim Kalibrieren wird der Bildschirm auf bestimmte Werte für die Helligkeit, den Weißpunkt und die Helligkeitsverteilung eingestellt, dies geschieht hardwareseitig. Beim Profilieren werden die Eigenschaften des Monitors gemessen und es wird lediglich ein entsprechendes Korrekturprofil erstellt, um damit die Sollwerte zu erreichen. Ohne vorherige Kalibrierung ist das Ganze also ziemlich sinnlos. Der kalibrierte Monitor ist das wichtigste Glied in der Bearbeitungskette.

Kellerbüro, Stefan Mohme Fotografie

Mein Kellerbüro, links Lg43ud79* und ganz rechts Lg24mb56hq

Wie oben schon erwähnt, ist die Kalibrierung der erste Schritt. Kann diese nicht durchgeführt werden, fehlen der Software vom Farbmessgerät einige Werte, um anschließend die korrekte Profilierung durchzuführen. Das heißt, aus den vorgegeben Ist-Werten die Abweichungen zu den Sollwerten zu ermitteln. Sollte der Monitor nicht kalibrierbar sein, sollte man ihn trotzdem profilieren, damit dann wenigstens die Farben einigermaßen korrekt wiedergegeben werden.

Datacolor Spyder X Studio* Komplettlösung

Die Investitionskosten für ein einfaches ausreichendes System vom Datacolor oder X-Rite belaufen sich auf ca. 150 €, damit ist die erstmalige Kalibrierung in 30 Minuten erledigt. Hier geht es zu meinem Artikel zur Monitorkalibrierung mit dem Spyder 4. Natürlich schadet ein hochwertiger Bildschirm, evtl. mit erweiterten Farbraum  + hardwarekalibrierbar nicht, ist aber nicht zwingende Voraussetzung. Hier geht es zu meinem Artikel über Monitor Grundwissen.

Kalibrierdaten für die Grundeinstellung

  • Adobe-RGB- Farbraum
  • Farbtemperatur D65 (6500° Kelvin)
  • Gamma 2.2
  • Lichtstärke 90-120 Candela

Ich erlebe es immer wieder, wie krass die Einstellungen nach „Auge“ und per Kalibriergerät differieren! Erstaunlich ist auch, dass die meisten Monitore viel zu hell und mit viel zu übertriebenen Kontrasteinstellungen benutzt werden. Da wundert man sich absolut nicht, dass das Ergebnis beim Druck nicht der Monitordarstellungen entspricht.

Mein Bildbearbeitunsmonitor LG 31mu 97

Ich empfehle eher einen günstigen IPS Monitor zu kaufen und das gesparte Geld in eine günstige Kalibrierlösung zu investieren. Meinen Artikel mit Monitorempfehlungen für die Bildbearbeitung findet ihr hier.

Alles zu Nikon Technik Inhaltsübersicht .

Drucker + Farbprofile

Nachdem wir uns für einen Farbraum entschieden haben, den Monitor kalibriert, die Bilder mit Software bearbeitet haben, welches Farbmanagement unterstützt, bleibt nur noch die Ausgabe auf dem Drucker. Ich selber benutze eine Epson SC P800. Einen Artikel zum Epson SC P800 findet ihr hier.

Epson Drucker

Fine Art Printer Epson SC P 800 *mit Tintenpatronensatz

Da wir ja das Farbmanagement übernehmen und nicht die Geräte, müssen wir dies im Drucker natürlich abschalten. Anschließend benötigen wir für jedes Papier ein entsprechendes Farbprofil, welches in der Regel bei hochwertigen Druckern schon vom Druckerhersteller mitgeliefert wird oder aber vom entsprechenden Papierhersteller zu beziehen ist. Dieses müssen wir nun in unserer Software aktivieren, passend zur entsprechenden Papier / Tinte Kombi. 

Datacolor Spyder X Studio Einzelteile

Datacolor Spyder Print für ICC Druckprofil Erstellung

Natürlich kann man auch den Drucker mit entsprechenden Messgeräten selbst kalibrieren. Gründe für eigene Drucker / Papierprofile können beispielsweise sein, das man einen bestimmten Farbcharakter wünscht. Das ganze Prozedere ist allerdings eine ziemliche Fleißarbeit.

Das Ausmessen der unterschiedlich umfangreichen Testcharts mit z.T. tausenden Messfeldern erfordert viel Geduld und Präzision! Eine weitere Möglichkeit sind Dienstleister die persönliche Druckprofile erstellen. Auch hier gilt, wenn das Geld keine Rolle spielt…….. ist alles machbar.

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Fazit / Empfehlung

Farbmanagement sollte durchaus eine Rolle spielen. Vor allem, wenn man seine Bilder am Schluss auf einem hochwertigen Drucker ausgeben möchte. Hier gibt es doch einige Einstellungen, welche man beachten sollte, um zu Bildern zu kommen, die auf Monitor und Papier identisch aussehen.

Infologo, schwarzweiss , logo Stefan Mohme

Meine Buchempfehlung für alle, die sich etwas näher damit beschäftigen, möchten ist Fine Art Printing für Fotografen, Jürgen Gulbins + Uwe Steinmüller. Meine Buchrezension dazu gibt es hier. Meine Artikelserie Farbmanagement für Anfänger findet ihr hier.

Hier findet ihr meine Artikelserie Fine Art Printing.

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Meine Buchempfehlungen findet ihr hier.

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Artikel zu den technischen Unterschieden bei PC Monitoren.

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Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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