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DxO PhotoLab 3.1, mein Erfahrungsbericht.

DxO PhotoLab 3.1, mein Erfahrungsbericht.

DxO PhotoLab 3.1, mein Erfahrungsbericht. DxO PhotoLab 3.1 ist kürzlich erschienen. Ist es damit nun konkurrenzfähig zu Lightroom oder Luminar geworden? In meinem Artikel werde ich versuchen, das zu klären und auf die unterschiedlichen Neuerungen einzugehen.

Hat die Weiterentwicklung von DxO die Software zu einem “Allrounder” gemacht, wie es Lightroom längst ist? Nach der Übernahme der U-Point Technologie von Nik und deren Integration in die neue Software DxOLab scheint man auch bei DxO die Ausrichtung als Konkurrenz zu Luminar und Lightroom stetig voranzutreiben.

DxO PhotoLab 3.1, eine Alternative zu Lightroom?

DxO entwickelt Bildverarbeitungssoftware für Mac und PC, ehemals DxO OpticsPro und nun DxO PhotoLab, das seit 2017 mit der Nik U-Point-Technologie ausgestattet ist. Weitere Software ist das Effektprogramm DxO FilmPack zur Simulation der Filmemulsionen, sowie das DxO ViewPoint für perspektivische und optische Korrekturen. 2017 wurde die Nik Collection ins Sortiment von DxO übernommen, die sieben Plug-ins für Adobe Photoshop, Photoshop Elements, Lightroom Classic umfasst.

DxO PhotoLab geht in die dritte Programmversion und bringt einige neue und verbesserte Funktionen mit. Ganz vorne mit dabei ist das Digital Asset Management oder auch einfach “Fotothek” genannt. Ähnlich wie bei Luminar war die bisher fehlende Fotoverwaltung ein großes Manko für ein “Allround”-Programm, was sich als Konkurrenz zu Lightroom versteht. 

Alternativen für Adobe Photoshop Lightroom Classic gibt es wieder einige. Auch DxO Photo Lab 3.1 hat den Abstand zu Lightroom mitlerweile deutlich verkürzt. Im Gegensatz zu Lightroom braucht man für DxO Photo Lab kein Monatsabo abschließen. Das Programm kostet in der Essential-Edition 129 Euro, in der Elite-Edition 199 Euro. Ich beziehe mich bei meiner Beurteilung auf die Elite Version.

Allgemein

Zu den Stärken und Besonderheiten von PhotoLab gehören die lokalen Bildanpassungen, die Bereiche ähnlicher Farbe und Helligkeit rund um einen Kontrollpunkt beeinflussen können. Mit vielen solchen Kontrollpunkten, die über mehrere Schieberegler gesteuert werden, erspart man sich das aufwändige Maskieren für Korrekturen.

Die Kontrollpunkte, von denen unzählige in einem Bild verwendet werden können, basieren auf der zugekauften, legendären U-Point-Technologie, die einst von Nik-Software für die Nik Collection (heute auch bei DxO im Sortiment) entwickelt wurde.

DXO Photolab 3.1 Screenshot

DxO PhotoLab 3.1 “Bearbeiten” Arbeitsbereich

Die Ergebnisse in der Bildbearbeitung und Entwicklung sind meiner Meinung auf sehr hohem Niveau und müssen sich vor Lightroom* nicht verstecken! Ganz im Gegenteil: was die Farben und die reine RAW Entwicklung angeht, halte ich die Ergebnisse teilweise für besser / natürlicher als in Lightroom.

Was mir auf jeden Fall sehr gefällt, ist die Möglichkeit, ähnlich wie bei Luminar Flex die Datenbank von Lightroom zu nutzen und für die Bildentwicklung zu DxO zu wechseln. Nach der Bildentwicklung in DxO werden die fertigen Bilder per Exportfunktion wieder in den Lightroom Katalog in einer speziellen Sammlung integriert.

Lightroom mit Sammlung für DxO PhotoLab Bilder

Fotothek

DxO zufolge sollen auch große Bildbestände die Fotothek nicht verlangsamen. Dies bestätigt mein Eindruck, indem ich einen Bestand von ca. 30.000 Bilder probeweise für Die SuDxO verwendet habe. Die Suche funktioniert tatsächlich enorm schnell. Das liegt allerdings auch an den wenigen bisher zur Verfügung stehenden Suchbegriffen. Zur Zeit lässt sich lediglich nach Brennweite, Bewertung, Belichtungszeit und Dateinamen suchen. Die wenigen Suchbegriffe lassen sich glücklicherweise kombinieren, um so etwas feinere Ergebnisse zu erhalten.

Suchbegriffe, die im Bild in den IPTC Daten gespeichert sind, können leider noch nicht genutzt werden. Insgesamt macht die Software im Gegensatz zu Luminar einen stabilen Eindruck; zumindest auf meinem Rechner ruckelt und hakt nichts. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit finde ich OK, hier versteckt sich aber noch Optimierungspotential.

DXO Photolab 3.1 Screenshot

DxO PhotoLab 3.1 Fotothek

Zwar lassen sich Autor und Copyright im Bearbeiten-Menü eintragen, aber das Eintragen von Stichworten ist nicht vorgesehen. Der Nutzer sollte also recht genau wissen, nach welchen Aufnahmeparametern er suchen will. DxO hat angekündigt, dass weitere Suchbegriffe kostenlos nachgereicht werden.

Der Fotograf kann Schlüsselwörter von einem oder mehreren Bildern gleichzeitig ergänzen, entfernen oder umbenennen und sie bei seiner Suche nach unterschiedlichen Kriterien nutzen. Generell bietet DxO PhotoLab 3.1 eine umfangreiche Anzeige von Informationen und Metadaten zu Bildern, sowie ergänzende Optionen für die Verwaltung von Projekten.

Bearbeiten

Natürlich arbeitet die Software verlustfrei, d.h., es werden jeweils die Bearbeitungsschritte in einer Sidecar-Datei abgelegt, die wiederum die DxO-Datenbank bilden. Erst beim Export werden die Bearbeitungsschritte lediglich auf das Export-Foto angewendet und bekannte Formate wie Tiff oder JPG erzeugt (gerendert).

Insgesamt macht das neue DxO PhotoLab 3.1 auf mich einen sehr soliden Eindruck! Die Software macht das, was man von einem RAW-Konverter erwartet. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit ist dabei allerdings insgesamt etwas langsamer, als z.B. bei Lightroom*. Eine eigene Panorama- oder HDR-Funktion bietet das Programm von Haus aus nicht an.

DXO Photolab 3.1 Screenshot

DxO PhotoLab 3.1 Bearbeiten Modul

Die Bearbeitungsqualität der Werkzeuge ist dafür – bis auf wenige Ausnahmen – durchweg super! Speziell die Kamera-Objektiv-Korrektur, der Weißabgleich, die Mikrokontraste und die Entrauschung sind hier meiner Meinung wirklich spitze! Leider ist es bei DxO (noch) nicht möglich, die Software über externe Steuermodule wie Loupedeck* zu bedienen. Eine Bearbeitung mit hardwareseitigen Dreh- oder Schieberegler ist für mich mittlerweile ein echter Mehrwert und damit großer Pluspunkt.

Gut gelöst ist auch die lokale Bearbeitung (Korrektur), da die Auswahlparameter im Bild angezeigt werden. Auch sind mehrere lokale Bearbeitungen in einem Bild möglich. Das Farbrad bzw. die neue HSL-Steuerung ist ein interessanter Ansatz für einen intuitiven Umgang mit der Farbsteuerung, da es den Nutzer zum Ausprobieren animiert, somit die Kreativität fördert und dem einen oder anderen zu seinem speziellen Farblook verhilft.

Entwicklung Presets

Eine prima Sache ist die Nutzung der standardmäßigen Presets, die DxO von jedem geöffneten RAW automatisch anlegt und anbietet. Besonders für den, der schnell und einfach zu brauchbaren Ergebnissen kommen will / muss. Die zahlreichen Vorschläge kann man sich durch Anklicken des Reiters „Preset anwenden“ rechts oben anzeigen lassen. DxO PhotoLab bietet einen ganzen Katalog an Vorschlägen an, und i.d.R. ist immer ein passender dabei.

DXO Photolab 3.1 Screenshot

DxO alternative Bild Presets

Hat man einen Vorschlag ausgewählt, kann man diesen unter „Bearbeiten“ mit allen programmeigenen Werkzeugen modifizieren, soweit es gewünscht ist. Die Ergebnisse, die DxO mit den Presets erzielt, sind durchweg recht gut und nicht so überzogen wie bei Luminar!

Color Wheel

Mit dem neuen Ansatz für die Farbverwaltung bietet das Werkzeug FSH (Farbton, Sättigung und Helligkeit) von DxO PhotoLab 3 eine sehr schlüssige und – nach kurzer Eingewöhnung – einfach zu bedienende Steuerung. Die Steuerung umfasst einen neuen Einstellungsmodus, der auf einem Farbkreis basiert, dem sog. DxO ColorWheel. Dieser ermöglicht die Auswahl eines Farbbereichs aus acht Kanälen, deren Dimensionierung, das Festlegen einer Ersatzfarbe und im Anschluss die Feinabstimmung der Übergänge.

– oder Farblook

Das neue Farbrad (HSL) ist ein mächtiges Werkzeug in DxO PhotoLab 3.1. Der Umgang damit setzt eine gute Kenntnis über die Zusammenhänge und das Zusammenspiel der Farben (Farbmodelle) voraus, um zu schnellen Ergebnissen zu kommen. Die Bearbeitungsmethode mit dem Farbrad, die DxO hier anbietet, ist allerdings nicht für schnelle Korrekturen geeignet; man sollte sich damit schon etwas genauer zu beschäftigen.

DXO Photolab 3.1 Screenshot

DxO Color Wheel Palette

Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass der Grat der klassischen RAW-Entwicklung schmal ist und man mit dem Farbrad doch sehr schnell in den Bereich der kitschigen Bildmanipulation abdriften kann. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, wie weit er da gehen will. Für den heutzutage allseits geforderten individuellen Bildlook vielleicht sehr hilfreich, aber mit Vorsicht anzuwenden!

DXO Photolab 3.1 Screenshot

DxO Farbsteuerung über das Color Wheel

Eine neue Einstellung für die Einheitlichkeit ermöglicht es, die Farbvariationen innerhalb eines bestimmten Farbbereichs einzurichten. Die Einstellungen für Sättigung und Helligkeit arbeiten unabhängig voneinander und bieten so mehr Flexibilität, insbesondere bei der Konvertierung von Farbaufnahmen in Schwarzweiß und der teilweisen Entsättigung.

Selektive Korrekturmöglichkeiten

Auch das Reparaturwerkzeug Korrekturpinsel, mit dem sich unerwünschte Elemente aus dem Bild entfernen lassen, wurde weiter verbessert. Nun ermöglicht er endlich das manuelle Verschieben des Ursprungsbereichs, auf dessen Basis der zu bearbeitende Bereich wiederhergestellt werden soll.

Alle meine Lightroom Artikel.

Neben dem Reparaturmodus bietet die Funktion weiterhin einen neuen Duplizierungsmodus für ein direktes Ersetzen des zu bearbeitenden Bereichs. Der Verlauf der Kontur und das Niveau der Deckkraft der Bearbeitung können in beiden Modi eingestellt werden.

DXO Photolab 3.1 Screenshot

DxO separate Korrekturmöglichkeiten mit visueller Kontrolle im Bild

Die neue Palette der lokalen Korrekturen in DxO PhotoLab 3.1 ermöglicht die Verwaltung der Korrekturmasken, die nach und nach auf ein Bild angewendet werden. Der Fotograf kann sie sichtbar machen, sie verbergen oder ihre Deckkraft individuell festlegen.

Mit dem Werkzeug lässt sich unter anderem die ausgewählte Maske mit nur einem Klick umkehren, woraus ein grösseres Maß an Flexibilität und eine erhebliche Zeitersparnis resultieren.

DXO Photolab 3.1 Screenshot

DxO separate Korrekturmöglichkeiten, Arbeitspalette

Also alles perfekt? Natürlich nicht! Auch Lightroom hat Jahre bis zu seiner jetzigen Funktionalität und Stabilität gebraucht! Die Weiterentwicklung von Lightroom geht jetzt bei der erstarkten Konkurrenz in Form von Luminar, DxO &  Capture One hoffentlich wieder zügig voran!

Die Elite-Version des Programms, die ich getestet habe, bietet alles, was man für eine perfekte RAW-Konvertierung benötigt. Wem das nicht ausreicht, kann sich noch weitere, spezielle Plugins dazukaufen. Angeboten werden das DxO Film-Pack (bietet analoge Filmsimulationen), DxO ViewPoint (erweitert die Entzerrungsfunktionen) und die bekannte Nik Collection by DxO.

Weitere Artikel

Fazit / Empfehlung

Meiner Ansicht nach hat DxO PhotoLab 3.1 mit diesem Update einen großen Sprung gemacht. Auch hier zielt man mit der Einführung einer Bilderdatenbank deutlich auf die Konkurrenz wie Lightroom & Luminar. Allerdings ist es auch gerade die Fotothek getaufte Bilderdatenbank, die einen noch etwas gemischten Eindruck hinterlässt! Einerseits schnell, andererseits eingeschränkt über die möglichen Suchoptionen. Hier ist der Abstand zu Lightroom nach wie vor riesig. Ein erster Anfang ja, aber noch viel Luft für Verbesserungen, ähnlich wie bei Luminar! Damit scheint man aber auch hier die Software vom Spezialisten zum Allrounder entwickeln zu wollen!

Für die meisten Nutzer ist das genau der richtige Weg. DxO ist ein leistungsfähiger RAW Konverter mit hervorragenden Ergebnissen auf einem Niveau mit Lightroom und Capture One. Mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten zur lokalen Korrektur, dank der alten NIK U-Point Technologie. Bei der Objektivkorrektur oder der Rauschminderung ist DxO schon jetzt ganz weit vorne. Verbesserungsfähig ist meiner Meinung die Übersichtlichkeit der Oberfläche und z.T. die Benennung einzelner Funktionen.

Dagegen steht der noch relativ günstige Preis und das einfache Kaufmodell, was für viele sicher im positiven Sinne  schwer wiegen wird! Also, es tut sich etwas bei der Bildbearbeitungssoftware! Adobe verliert seine Monopolstellung, und es gibt mittlerweile wieder unterschiedliche Alternativen!! Ich halte DxO schon jetzt für eine ernst zunehmende Alternative zu Lightroom und auf bestem Weg zu einem super Allrounder im Bereich Bildbearbeitungssoftware!!

Hier findet ihr alles zu Lightroom.

Weitere Artikel zu Fotowissen gibt es hier.

Alles zu Nikon Technik hier.

Meine Fototipps findet ihr hier.

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Letzte Aktualisierung am 9.07.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Über den Autor

Mein Name ist Stefan Mohme, ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Leider mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf vor 10 Jahren aufgeben. Fotografieren hat mich schon immer interessiert. In meiner Galerie und auf meiner Portfolio Seite findet ihr einen Überblick meiner aktuellen Arbeiten. Ich hoffe, Euch gefällt das eine oder andere. Grundsätzlich sind alle Fotos verkäuflich sowohl als Digitaler Download als auch als Print bis A2, direkt über mich verfügbar. Schaut auch gerne in meinem Shop vorbei, vielleicht findet Ihr dort etwas passendes. Bei Interesse oder Sonderwünschen bitte gerne mailen.

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